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Samurai-Orks kämpfen neben Hooligans

Hainholz Samurai-Orks kämpfen neben Hooligans

Am Wochenende verwandelten etwa 200 Rollenspiel-Fans den Kulturtreff Hainholtz in ein Abenteuerland: Auf der ersten "Keks-Con" traf sich Hannovers Rollenspiel Szene.

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Die handbemalten Figuren sind bei dem Spiel „Golem Arcana“ parallel auf dem Handy und Tablet zu sehen.

Quelle: Moers

Hannover. Irgendwo da draußen lauert ein menschenfressender Troll. Da sind sich die fünf Söldner im Keller des Kulturtreffs Hainholz ziemlich sicher. Aus welchem anderen Grund sollten alle Tiere aus dem mysteriösen Wald verschwunden sein, in den sie am Sonntagnachmittag todesmutig aufgebrochen sind, um auf der ersten Rollenspielmesse Keks-Con das Geheimnis der verschwundenen Holzfäller aufzuklären. „Ich bin ein guter Spurensucher, ich werde die Gegend erkunden“, nimmt Thomas, einer der Rollenspiel-Helden aus dem imaginären „Eisernen Königreich“, etwas zögerlich all seinen Mut zusammen. Doch bevor die Gruppe den imaginären Wald nach dem imaginären Troll durchkämmt, gibt es eine kurze Toilettenpause.

Am Wochenende verwandelten etwa 200 Rollenspiel-Fans den Kulturtreff in ein Abenteuerland. Drei Jahre nach dem Aus der etablierten Spielemesse „Hannover spielt“ freute sich die verschworene Szene über eine neue Gelegenheit, Gleichgesinnte zu treffen und neue Spiele auszuprobieren. „Hannover hat eine große Rollenspiel-Gemeinde. Da brauchte es eine neue Messe“, erklärt Philipp Seeger, einer der ehrenamtlichen Organisatoren der ,,Keks-Con“. In Anlehnung an den gleichnamigen Butterkeks benannt, soll die Versammlung künftig jedes Jahr stattfinden, begleitet von einer kleineren Krümel-Con im Sommer.

Während die Abenteurer in dem einen Raum noch den Gruselwald durchkämmen, trifft nebenan eine andere Gruppe in einem fantastischen London der Zukunft auf eine Truppe Samurai-Orks. Nicht weniger erbarmungslos geht es bei dem Tabletop-Brettspiel „Aggro 70’s Football Skirmish“ zu. „Es geht darum, dass zwei Gruppen Hooligans aufeinandertreffen und sich prügeln“, erklärt Mario Zypczak, der den Hersteller Ainsty Castings auf der ,,Keks-Con“ vertritt. Auf einem Spielfeld, das an die Tristesse englischer Arbeiterviertel erinnert, sind niedliche Figürchen rüpelhafter Fußball-Rowdys positioniert. Anders als bei den meisten Rollenspielen wird bei dem Spiel nicht gewürfelt. Stattdessen bestimmen ganz normale Spielkarten die Züge, bei denen es darum geht, den Fans der gegnerischen Mannschaft ordentlich zuzusetzen.

Über eine technische Neuerung freuen sich besonders Einsteiger, die sich bislang von dem umfangreichen Regelwerk vieler Rollenspiele abschrecken ließen. Bei dem Spiel „Golem Arcana“ übernimmt eine App die komplizierte Moderation und das Ausrechnen der Spielergebnisse. Statt bei jedem Spielzug Stift und Papier zu bemühen, muss der Spieler lediglich mit einem mitgelieferten digitalen Stift die Spielkarten markieren, und schon wird der Zug berechnet. „Die Vorteile von Computerspielen verschmelzen mit der gewohnten Haptik der Brettspiele“, erklärt Ben Lilienthal, der im Internet eine Plattform für das Spiel betreut.

Die Organisatoren und Besucher der ,,Keks-Con“ zeigten sich sehr zufrieden mit der Premiere des Spielefests. „Im nächsten Jahr wird es sicher weitergehen“, kündigte Philipp Seeger an.

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Hainholz in Zahlen
  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Markantes aus der Geschichte: Der Name Hainholz geht vermutlich auf eine vorchristliche Stätte zur Verehrung heidnischer Götter zurück. Das Dorf Heynholtz wird 1425 erstmals urkundlich erwähnt, seit 1891 ist es ein Stadtteil von Hannover. 
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