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Stadt hebt Radweg in der Voltmerstraße auf

Hainholz Stadt hebt Radweg in der Voltmerstraße auf

Die Stadtverwaltung hat nach einem Verkehrsversuch den breiten Zwei-Richtungs-Radweg in der Voltmerstraße aufgehoben - obwohl der Bezirksrat sich im September einstimmig dagegen ausgesprochen hatte. Zahlreiche Bürger hatten den Radweg verteidigt und Unterschriften für seinen Erhalt gesammelt.

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„Auf die Fahrbahn“: Das neue Schild an der Voltmerstraße.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Die Politiker im Bezirksrat waren davon ausgegangen, dass die Verwaltung ihrem Votum folgt und den Verkehrsversuch in der Voltmerstraße schnell beendet. Die Stadt hatte den Versuch vergangenen Sommer gestartet, ohne ihn zuvor in einem öffentlichen Gremium zu erläutern. Jetzt hat die Verwaltung entschieden - ebenfalls ohne öffentliche Begründung.

Aktuell darf der Radweg vor der Fichteschule nicht mehr befahren werden. Für Radfahrer aus Richtung Stadt signalisiert ein Schild „Verkehrsführung geändert. Fahrräder auf die Fahrbahn“. Auf dem Weg sind außerdem gelbe Kreuze aufgemalt, die ebenfalls die Benutzung untersagen. Erst ab Höhe Chamissostraße dürfen Radler auf den Radweg einschwenken. Radfahrer, die stadteinwärts fahren, müssen ab der Krepenstraße in der gesamten Länge der Voltmerstraße jetzt die Fahrbahn nutzen.

„Eine in meinen Augen völlig absurde Entscheidung, eine funktionierende Verkehrssituation mit viel Aufwand zu verschlechtern“, kommentiert Anlieger Simon Briam. Die Straße sei durch parkende Autos oft nur einspurig nutzbar. Da viele Lastwagen die Voltmerstraße als Ausweichstrecke nähmen, um die Ampeln an der vielbefahrenen Schulenburger Landstraße zu umgehen, fahre er ungern auf der Fahrbahn, berichtet Rentner Jürgen Seidel. „Mehrmals bin ich beinahe umgenietet worden. Wo soll ich denn fahren, wenn nicht auf dem Radweg?“

Polizei kassiert Bußgelder

Die Polizei überwacht seit Wochen, dass die neue Regelung eingehalten wird, und kassiert Bußgelder. Auch Seidel und seine Frau gerieten bereits in die Kontrolle. Anwohnerin Bärbel Tessmer hat sich in einem Brief an die Stadt beschwert. Ein weiträumigeres Halteverbot vor der Schule würde die Situation dort sicherer machen als eine Aufhebung des Radwegs an der Stelle. Auch im Bezirksrat und im Stadtteilforum Hainholz haben Bürger die aktuelle Situation kritisiert.

Anlass für den Verkehrsversuch war nach Auskunft der Stadt ein Unfall mit einem Schulkind. Stadteinwärts endet der Radweg hinter der Grundschule. Statt dann auf die Fahrbahn einzuschwenken, blieben viele Radfahrer auf dem Bürgersteig. Dort, in Höhe des Familienzentrums, soll ein Radfahrer ein Kind angefahren haben.

Anregungen aus der Bevölkerung würden grundsätzlich sehr ernst genommen, versichert Stadtsprecher Alexis Demos. „Allerdings ist die Verkehrssicherheit für Kinder ein besonders hohes Gut. Sie wird daher vorrangig berücksichtigt.“ Nach verschiedenen Änderungen der Straßenverkehrsordnung sei der Radweg grundsätzlich nicht mehr erforderlich. Dennoch bleibe er in weiten Teilen in einer Richtung erhalten.

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Hainholz in Zahlen
  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Markantes aus der Geschichte: Der Name Hainholz geht vermutlich auf eine vorchristliche Stätte zur Verehrung heidnischer Götter zurück. Das Dorf Heynholtz wird 1425 erstmals urkundlich erwähnt, seit 1891 ist es ein Stadtteil von Hannover. 
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