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Hainholz Verhärtete Fronten am Gartenzaun
Hannover Aus den Stadtteilen Hainholz Verhärtete Fronten am Gartenzaun
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02:15 06.05.2016
Von Bärbel Hilbig
Fühlen sich um ihre Ruhe gebracht: Karlheinz Frömming, Heike, Linus, Holger Bartsch und Ingrid Frömming (v. l.) sind von der lauten Musik der Punks genervt.Foto: von Ditfurth Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hainholz

Zwischen den Bauwagenbewohnern und den Gartenpächtern an der Voltmerstraße hat sich weiterhin kein einvernehmliches Zusammenleben entwickelt. Ein Vermittlungsversuch des Vereins Waage Hannover ist gescheitert, wie jetzt im Bezirksrat Nord bekannt wurde. Die Stadt hatte die Mediation in Auftrag gegeben, bei der allerdings keine Übereinkunft zwischen den ungleichen Gartennachbarn erzielt wurde. Vor einem Jahr hat die Stadt ein eigenes rund 3200 Quadratmeter großes Gelände an der Voltmerstraße 114 an eine Gruppe von jungen Punkern verpachtet, die vorher längere Zeit in Bauwagen am Burgweg gelebt hatten.

Seit dem Umzug im Mai 2015 reißen die Konflikte zwischen Kleingärtnern und Bauwäglern nicht ab. Die Anlieger beklagen laute Musik, Hundegebell und offenes Feuer. Die Punks fühlen sich gestört, da einzelne Nachbarn sie offenbar fotografieren oder auch filmen. Bei Streitigkeiten werden auf beiden Seiten Einzelne aggressiv und laut. Die Vermittler von Waage hatten versucht, die Anliegen in Einzel- und Gruppenterminen zu klären. „Die Vorstellungen von Punks und Anliegern gehen sehr weit auseinander. Eine Einigung lässt sich aber nur durch Kompromissbereitschaft erreichen“, erklärt Mediatorin Dorothee Wahner vom Verein Waage. Der Vorschlag der Vermittler habe nur einen „Minimalkonsens“ geboten, sagt sie. „Ich kann mir vorstellen, dass das für die Anlieger eine Enttäuschung war.“

Eine „Toleranzvereinbarung“, die Regeln festlegen sollte, hatten zwar die meisten Bauwägler, aber nur wenige Kleingärtner unterschrieben. Zum Thema Lärm wurde auf die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr verwiesen. Größere Feiern sollten vorher angekündigt werden. „Wir suchen aber tagsüber Ruhe im Garten“, unterstreicht Heike Bartsch, die mit Eltern, Mann und Söhnen ein Grundstück in der Nachbarschaft nutzt. Holger Bartsch hat mit einer Handy-App einen Schallpegel von 80 bis 90 Dezibel gemessen. Das entspricht dem Geräusch von vorbeifahrenden Lastwagen, Motorsäge oder Winkelschleifer. „Manchmal ist die Musik von nebenan so laut und unangenehm, dass wir uns nur noch schreiend unterhalten können“, berichtet er. Das Papier wollte die Familie deshalb nicht unterzeichnen. „Wir haben viel Zeit investiert, ohne dass dies zu Konsequenzen führt“, beklagt Heike Bartsch.

Bezirksbürgermeisterin Edeltraud Geschke rät den Nachbarn, bei Störungen die Polizei zu rufen, die Vorfälle auch dokumentiere. Einige Anlieger haben dies bereits häufiger genutzt, halten den Effekt allerdings für gering.

„Rund um das Grundstück Voltmerstraße 114 gibt es sehr unterschiedliche Interessen, die aus unterschiedlichen Lebensstilen resultieren“, formuliert Stadtbezirksmanagerin Astrid Schepers. Die Stadtverwaltung ist nun wieder am Zug und will im konkreten Fall vermittelnd eingreifen. Ein weiterer Schlichtungsversuch ist nicht geplant. Die Punks bauen gerade eine Hütte als Gemeinschaftsraum, was bei Nachbarn erneut Misstrauen hervorruft. Die Hütte soll mit Dämmmaterial isoliert werden, damit weniger Lärm nach außen dringt, erläutert Schepers. Im Pachtvertrag war der Gemeinschaftsraum bereits vereinbart.

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