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Hainholz Verkehrsversuch stößt auf Unverständnis
Hannover Aus den Stadtteilen Hainholz Verkehrsversuch stößt auf Unverständnis
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00:15 15.08.2016
Von Bärbel Hilbig
„Das ist mir in dieser engen Straße zu gefährlich“: Christian Schröder (35) will weiterhin den Radweg benutzen dürfen. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Um gelbe Kreuze auf dem Radweg sind in Hainholz heftige Diskussionen entbrannt. In den Sommerferien sind die rätselhaften Markierungen auf dem kompletten Radweg in der Voltmerstraße aufgetaucht. Viele Passanten wissen bis heute nicht, was es mit den Zeichen auf sich hat. Engagierte Bürger aus dem Stadtteil haben den Urheber jedoch schnell ausfindig gemacht: Die Stadtverwaltung will in einem Verkehrsversuch Radfahrer dazu bringen, die Straße statt den breiten und komfortablen Zwei-Richtungs-Radweg zu nutzen.

Bei vielen Hainhölzern stößt der Plan auf komplette Ablehnung. Es fällt auch das Wort Schildbürgerstreich. „Dieser lange Radweg ist total wichtig für den Stadtteil. Er wird stark genutzt und bietet Kindern und Erwachsenen Sicherheit“, argumentiert eine 52-Jährige. Sie selbst habe das Vorhaben bereits bei der Bezirksbürgermeisterin kritisiert.

"Keine Beschwerden angekommen"

Den Anstoß für den Test gaben nach Auskunft der Stadt Beschwerden von Fußgängern. Speziell Eltern mit jüngeren Kindern sollen sich über Radfahrer auf dem Fußweg zwischen Grundschule und Kita und auf dem Radweg vor der Schule beklagt haben. Die Leiterin der Fichteschule, Cornelia Heimbucher, hat davon jedoch noch nie gehört. „Bei mir sind bisher keine Beschwerden angekommen.“ Auch über den Verkehrsversuch war die Schulleiterin anfangs nicht informiert, erfuhr erst auf Nachfrage davon. Sie räumt aber ein: „Wenn die Kinder morgens alle zusammen zur Schule kommen und sie mittags wieder verlassen, ist die Situation sicherlich nicht ganz unproblematisch.“

Die Straßenverkehrsbehörde hat den Radweg zwischen Fichteschule und Krepenstraße vor rund drei Wochen mit den gelben Kreuzen markiert. Sie argumentiert, dass man nach heutigem Standard in einer Straße mit Höchstgeschwindigkeit bei Tempo 30 und auch in einem Teil der Straßen mit Tempo 50 keinen Radweg mehr bauen würde. Außerdem müssten Radfahrer Richtung Grüne Mitte bisher am Ende des Radwegs die Fahrbahn queren, um sich in den Verkehr einzufädeln. Kinder bis zum zehnten Lebensjahr dürften den Weg natürlich weiter nutzen.

"Das ist mir zu gefährlich"

Das reicht den meisten Bürgern jedoch nicht. Freiwillig fährt bisher kein Radler auf der Fahrbahn. „Das ist mir in dieser engen Straße zu gefährlich, denn ich bin viel mit meinem kleinen Kind im Kindersitz unterwegs“, erklärt Christian Schröder. Autos, die aus einer Parklücke ausscheren, sich plötzlich öffnende Fahrertüren - davor graut es dem 35-Jährigen. „Ich zahle lieber Bußgeld, als einen Unfall mit meinem Kind zu riskieren.“ Er geht davon aus, dass Warnschilder die Situation vor der Schule entschärfen könnten. „Natürlich nutzen wir den Radweg weiter. Ich möchte nicht, dass meine zwölfjährige Tochter auf der Straße fahren muss“, betont eine ehrenamtlich engagierte Mutter aus der Nachbarschaft. Der Radweg biete eine gute Verbindung Richtung Friedenau und zu Kaufland. „Und soweit ich weiß, gab es noch nie vor der Schule einen Unfall mit Radfahrern“, sagt die 39-Jährige. Ein Problem seien dort eher Eltern, die ihre Autos beim Abholen wild parken.

Die Voltmerstraße, nur zum Teil Tempo-30-Zone, sei stark befahren, betont Angelika Jagemann, CDU-Fraktionschefin im Bezirksrat Nord. Eine Aufhebung des Radwegs sei nicht nachvollziehbar. Der CDU-Ortsverband Nord hat vergangene Woche vor Ort eine Unterschriftenaktion gestartet. Innerhalb einer Stunde kamen bereits mehr als 30 Unterschriften von Passanten zusammen, die den Radweg behalten wollen.

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