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Vier Bewerber für altes Hausmeisterhaus

Hainholz Vier Bewerber für altes Hausmeisterhaus

Die Stadt gibt die Immobilie in der Voltmerstraße zum Festpreis ab – verlangt im Gegenzug aber eine künstlerische Nutzung. Die Angebote werden demnächst geprüft.

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Bald mit Kultur gefüllt? Die Stadt verkauft das ehemalige Hausmeisterhaus in der Voltmerstraße 32.Foto: Kutter

Quelle: (Foto: Katrin Kutter)

Hainholz. Hainholz. Wer wird wohl den Zuschlag bekommen? Bei der Stadt sind bislang vier Bewerbungen von Kaufinteressenten für das ehemalige Hausmeisterhaus am Kulturhaus Hainholz eingegangen. Der Preis klingt zunächst günstig: 75 000 Euro hat die Stadt als Festpreis aufgerufen. Im Gegenzug erwartet sie aber, dass mindestens im Erdgeschoss eine künstlerische oder kulturelle Nutzung ermöglicht wird - das soll im Kaufvertrag notariell festgeschrieben werden und damit ohne Befristung gelten.

Das schlichte Satteldachhaus mit der Adresse Voltmerstraße 32 am runden Stadtteil-Skulpturenpark gehörte einst zur Alice-Salomon-Schule. Fast drei Jahre lang war dort das Stadtteilbüro des Quartiersmanagements untergebracht. Jetzt aber wächst der Sanierungsbedarf. Die Stadt hat von einem Sachverständigen ermitteln lassen, dass etwa 40 000 Euro in die Immobilie investiert werden müssten - als „Minimalsanierung“. „Der tatsächliche Bedarf für einen zeitgemäßen Standard dürfte signifikant höhere Investitionen erfordern“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix.

Die Frist für Kaufinteressenten lief am vergangenen Wochenende ab. Weil das Datum des Poststempels ausschlaggebend ist, will Dix nicht ausschließen, dass möglicherweise noch weitere Bewerbungen eintrudeln. Es werde daher noch kurz abgewartet, dann werde geprüft, ob alle Bewerbungen auch die Anforderungen der Ausschreibung erfüllen.

Mit ihrer Festpreisstrategie will die Stadt vermeiden, dass Spekulationen am Immobilienmarkt die Preise nach oben treiben und am Ende immer die den Zuschlag bekommen, die am meisten Geld zur Verfügung haben. Stattdessen soll sich die pfiffigste, kreativste Idee durchsetzen. Mit der Ausschreibung, die im Immobilienteil dieser Zeitung groß beworben wurde, waren alle Bewerber aufgefordert, außer Nachweisen etwa zur Bonität auch ein Konzept zur kulturellen Nutzung des Gebäudes nachzuweisen. Davon solle am Ende der gesamte Stadtteil profitieren, sagt Dix: „Die vom Rat beschlossenen inhaltlichen Ziele des Hainhölzer Sanierungsgebiets sehen unter anderem die Herausarbeitung einer Stadtteilidentität, Stärkung des Selbstbewusstseins der Hainhölzer und Veränderung der Innen- wie Außenwahrnehmung des Stadtteils vor sowie die Stärkung gemeinwesenorientierter Ansätze zum Aufbau und zur Stabilisierung sozialer Netze.“ Die Nachbarschaft zum Kulturhaus habe nach Abstimmung mit allen Beteiligten eine künstlerische oder kulturelle Nutzung des alten Hausmeisterhauses als sinnvoll erscheinen lassen.

Allerdings erlaubt der Ausschreibungstext, einen Teil des Gebäudes auch zu eigenen Wohnzwecken zu nutzen. Namentlich ist das Dachgeschoss genannt, in dem eine separat zugängliche Wohnung liegt. Im Keller gibt es außer dem Heizungsraum unter anderem auch Sanitärräume - allerdings muss der Keller nach Einschätzung des Sachverständigen zunächst trockengelegt werden.

Wann genau die Stadt bekannt geben kann, wer den Zuschlag für die Immobilie bekommt und mit welchem Konzept, das steht derzeit noch nicht fest. „Die Sichtung der Gebote erfolgt demnächst“, sagt Sprecher Dix.

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Hainholz in Zahlen
  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Markantes aus der Geschichte: Der Name Hainholz geht vermutlich auf eine vorchristliche Stätte zur Verehrung heidnischer Götter zurück. Das Dorf Heynholtz wird 1425 erstmals urkundlich erwähnt, seit 1891 ist es ein Stadtteil von Hannover. 
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