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Heideviertel Hausgemeinschaften für Demenzkranke
Hannover Aus den Stadtteilen Heideviertel Hausgemeinschaften für Demenzkranke
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00:15 26.06.2017
Die Arbeit mit Tieren, speziell Hühnern, hat eine positive Wirkung auf die Patienten. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

„In Deutschland gibt es etwa 16 Millionen Menschen, die an einer Form von Demenz leiden“, sagt Cornelia Rundt, niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, die zum Jubiläum des Eilenriedestifts die Hausgemeinschaften für an Demenz erkrankte Patienten und ihre Mitarbeiter besuchte.

150.000 Demenzkranke würden in Niedersachsen leben. „Und wir rechnen damit, dass es bis zum Jahr 2050 mehr als drei Millionen Demenzpatienten in Deutschland geben wird, wenn sich in der Medizin nichts Entscheidendes tut“, erklärt Rundt. Menschen, die die Orientierung, ihre Gewohnheiten und am Ende sich selbst verlieren, werden im Eilenriedestift betreut. „Angehörige stoßen schnell an ihre Grenzen, deshalb sind solche Einrichtungen ein guter Weg“, sagt die Ministerin. Die eigene Überforderung sei keine Lösung.

"Ein Leuchtturm- und Vorzeigeprojekt"

Mit seinem speziellen Konzept ging das Eilenriedestift im Jahr 2007 ans Netz. „Es war damals ein Leuchtturm- und Vorzeigeprojekt, mittlerweile gibt es andere, die ähnlich besonders sind“, sagt Rundt. Die helle und freundliche Architektur ist nicht das einzige Merkmal der größten offenen Einrichtung ausschließlich für Demenzerkrankte: Im Garten gibt es mehrere Hühner, die die Bewohner besuchen und auf den Arm nehmen können. „Die Arbeit mit Tieren ist nachweislich ein sehr erfolgreiches Konzept“, lobt Regine Kramarek, Bürgermeisterin der Stadt Hannover. Menschen würde im Eilenriedestift ein neues Zuhause gegeben.

„Ab dem 70. Lebensjahr steigt das Risiko, an einer Demenz zu erkranken“, erklärt Professor Klaus Hager von der Klinik für medizinische Rehabilitation und Geriatrie des Diakoniekrankenhauses Henriettenstift. „Es beginnt manchmal mit einer Traurigkeit, die viele noch überspielen können“, berichtet der Professor. Irgendwann betreffe die Erkrankung den Alltag. „Demenz ist ein Kontinuum mit unterschiedlichen Symptomen“, sagt Hager.

Auf die Einrichtung Eilenriedestift ist die Stadt Hannover deshalb besonders stolz: „Dass bisher 328 Bewohner hier im Stadtteil versorgt wurden, ist eine starke Leistung“, erklärt Bürgermeisterin Kramarek, als sie gemeinsam mit Ministerin Rundt und den Mitarbeitern der Einrichtung durch das Haus geht. An jeder Zimmertür hängen Fotos und Namen der Bewohner, an einem großen Tisch sitzt eine Gruppe und beantwortet gemeinsam Quizfragen. Die Zimmer der Bewohner sind zur besseren Orientierung rund um den Wohnraum gruppiert. „Uns ist es wichtig, dass Angehörige eng mit einbezogen werden“, berichtet Veronika Radtke-Limber, Leiterin der Einrichtung. Während der gesamten Zeit würden Verwandte der Bewohner von den Mitarbeitern des Eilenriedestifts begleitet. Aktuell leben 61 Patienten in den Hausgemeinschaften der Einrichtung.

Von Tomma Petersen

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