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Fliegt Kelich (SPD) wegen der Quote aus dem Rat?

Chancenloser Listenplatz Fliegt Kelich (SPD) wegen der Quote aus dem Rat?

Ein Führungsmitglied der SPD-Ratsfraktion muss bei der Kommunalwahl im Herbst um den Wiedereinzug in den Rat zittern. Fraktionsvize Lars Kelich, der als hoffnungsvolles Nachwuchstalent gilt, könnte kommende Woche von seinem Ortsverein in Herrenhausen-Stöcken auf einen chancenlosen Listenplatz verwiesen werden.

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Lars Kelich (SPD) - Opfer der Quote?

Quelle: Archiv

Hannover. Der offizielle Grund: Die Sozialdemokraten haben mit Kelich und Marc Müller-de Buhr zwei Männer an die Spitze gesetzt, die SPD schreibt aber eine Frauenquote vor. Jetzt hat die Parteispitze den Ortsverein angewiesen, die Kandidaten neu zu wählen und eine Frau für die ersten beiden Listenplätze zu finden. „Die Quote muss eingehalten werden“, sagt Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci. Manche Genossen glauben aber, dass Kelich abgesägt werden soll, weil er vor zwei Jahren die Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD in Herrenhausen-Stöcken, Thela Wernstedt, hart kritisiert hatte. „Das ist eine späte Rache“, meint ein Genosse aus Herrenhausen.

Anlass für Kelichs Kritik an seiner Ortsvereinsvorsitzenden war damals deren offener Brief an die Stadtverwaltung. Darin hatte sich Wernstedt beklagt, dass in Herrenhausen und Stöcken besonders viele Flüchtlinge und Obdachlose untergebracht seien, obwohl Stöcken zu den Sanierungsgebieten zählt. Der Brief verursachte einigen Wirbel in der SPD. Kelich warf Wernstedt vor, „Wasser auf die Mühlen von Rechtsradikalen zu schütten“. Tatsächlich klatschte die AfD-Jugendorga­nisation auf ihrer ­Facebook-Seite Beifall. Wernstedts Vater, der ehemalige niedersächsische Kultusminister Rolf Wernstedt, sprang seiner Tochter bei und attackierte den jungen Ratsherrn. Damals war Kelich noch ein Hinterbänkler im Rat, inzwischen ist er Mitglied des Fraktionsvorstands.

Thela Wernstedt weist das Rache-Motiv weit von sich. „Wir hätten Kelich doch sonst gar nicht aufgestellt“, sagt sie. Jetzt gehe es nicht um persönliche Sympathien oder Antipathien, sondern darum, dass der Stadtverband die Kandidatenliste nicht akzeptiert. „Wir führen derzeit Gespräche mit Kandidatinnen“, sagt Wernstedt. Am Mittwochabend werde über die Liste neu abgestimmt.

Welche Frau hat Chancen auf Platz zwei?

Manche Genossen wundern sich, dass Wernstedt, immerhin gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, nicht von Anfang an auf die Quote geachtet und sich rechtzeitig um eine Kandidatin gekümmert habe. Unterm Strich dürfte es darauf hinauslaufen, dass Müller-de Buhr seinen vorderen Platz behält, denn die Unterstützung für ihn im Ortsverein ist groß. Kelich dagegen hat in Herrenhausen-Stöcken weniger Rückhalt. Welche Frau Chancen auf Platz zwei hat, ist unklar, möglicherweise die 47-jährige Regine Bittorf. Sie ist zugleich Spitzenkandidatin für das Amt der Bezirksbürgermeisterin.

Kelich hält sich mit Kommentaren zu dem Vorgang zurück. „Ich hoffe auf eine kluge Entscheidung des Ortsvereins“, sagt er. Eine kleine Chance bleibt ihm noch, das Ruder herumzureißen. Über die Kandidatenlisten der Ortsvereine muss am 28. Mai der SPD-Parteitag entscheiden. Dort könnte Kelich seinen Hut erneut in den Ring werfen und seine Konkurrenten verdrängen.

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Herrenhausen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Herrenhausen-Stöcken, 12. Stadtbezirk in Hannover 
  • Stadtteile: Burg, Herrenhausen, Ledeburg, Leinhausen, Marienwerder, Nordhafen und Stöcken
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 34.664 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Burg (3.725), Herrenhausen (7.660), Ledeburg (5.797), Leinhausen (2.918), Marienwerder (2.461), Nordhafen (128) und Stöcken (11.975)
  • Bevölkerungsdichte : 1.641 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30419
  • Geschichte: Der Name des Stadtteils setzte sich ab 1666 durch, er wurde gebildet in Anlehnung an die Sommerresidenz der Welfen, das Schloss Herrenhausen. 1725 wurde der Vertrag von Herrenhausen geschlossen, der die Hohenzollern und die Welfen aneinanderbinden sollte. 1891 wurde die Gemeinde Herrenhausen nach Hannover eingemeindet.
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