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Herrenhausen Anwohner bringen ihren Stadtteil zum Blühen
Hannover Aus den Stadtteilen Herrenhausen Anwohner bringen ihren Stadtteil zum Blühen
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00:15 28.07.2017
Mit Blumen und Bänken verschönert die Initiative Herrenhausen. Quelle: privat
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Hannover

Eine gute Idee greift um sich: Mit Blumenkübeln und Bänken wie in den Herrenhäuser Gärten wollen Sponsoren das Flair des berühmten Barockgartens auch in den Stadtteil tragen. Den Plan hat Landschaftsarchitektin Johanna Sievers gemeinsam mit dem Interessenkreis Herrenhäuser Geschäftsleute (IHG) vor zwei Jahren gefasst. Inzwischen stehen 15 bepflanzte Kübel sowie 16 Bänke an 17 verschiedenen Stellen. Und die Aktion geht munter weiter.

Bänke aus Beton

Nicht alle Sponsoren folgen orthodox der Idee der typischen Herrenhausen-Bank. Die Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH) hat eigens vom hannoverschen Bildhauer Damjen Lajic schlichte moderne Sitzmöbel für den Herrenhäuser Markt entwerfen lassen. Die Seitenteile bestehen aus Originalwandstücken des alten Bunkers, der für den WGH-Neubau weichen musste. Die beiden „Bunkerbänke“ werden noch aufgestellt.

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Als jüngsten Coup hat die Initiative sich vor Kurzem das Rondell an der Alten Herrenhäuser Straße Ecke Am Großen Garten vorgenommen. Die Arbeitsgemeinschaft Herrenhausen spendete Überschüsse ihrer Seniorenparties, mit denen 28 Hortensien der Züchtung „Kurfürstin Sophie“ gekauft werden konnten. Die Firma Grewe Grünflächenservice bereitete die Fläche kostenlos vor und pflanzte die Blumen. Und um das Gießen kümmert sich die Heizungs- und Sanitärfirma Stockleben, die bereits vorher in direkter Nachbarschaft einen Blumenkasten und eine Bank gestiftet hat.

Freiwillige pflegen die Blumenkübel

Und aktuell stehen Sponsoren für drei bis fünf weitere Bänke und einen Pflanzkübel in den Startlöchern. „Es müsste klappen, sie noch dieses Jahr aufzustellen“, schätzt Johanna Sievers, die die Aktion ehrenamtlich betreut. Die geschwungenen Holzbänke mit gußeisernem Fuß und die Kübel aus Holz und Metall bestellt sie bei den Herstellern, die diese Herrenhausen-Modelle auch für den Großen Garten liefern. Die Bänke kosten derzeit inklusive Transport und Aufstellen 1500 Euro pro Stück. Durch Zuschüsse von der Wirtschaftsförderung der Stadt zahlen die Sponsoren jedoch weniger. Überwiegend sind es Gewerbetreibende, die auch selbst oft die Pflanzenpflege übernehmen.

„Alles steht und fällt damit, wie es rund um die Standorte aussieht“, berichtet Johanna Sievers. Umso mehr freut sie sich, dass verschiedene Anwohner sich für die geselligen Sitzplätze engagieren. An einer Bank lasse ein Raucher regelmäßig seine Kippen liegen, hat Sievers gehört. „Ein anderer Nachbar fegt das offenbar weg. Er hat stillschweigend die Patenschaft für die Bank übernommen.“ Sievers selbst wässert und düngt sonnabends nach dem Markteinkauf die bepflanzten Waschbetonkübel an der Stadtbücherei. „Das ist schon zum Ritual geworden. Zum Glück gedeihen unsere Buchsbaumkugeln, obwohl unter diesen Pflanzen sonst eine Krankheit grassiert.“ Aber auch die Bibliothekarinnen haben ein Auge auf die schmucken Pflanzen.

Die Plätze für Bänke stimmt die IHG mit der Stadt ab. „Wenn wir merken, dass ein Standort nicht passt, reagieren wir“, sagt die Landschaftsarchitektin. In einem Fall stellte sich bald heraus, dass eine Bank gerne abends für lautstarke Gespräche genutzt wurde. Direkt unter den Fenstern von Anwohnern. Für die Bank fand sich ein neuer Platz.

Nachahmung erwünscht

Mit ihren Sitzbänken und Pflanzkübeln haben Bürger und Geschäftsleute in Herrenhausen einen Coup gelandet. Die schicken Stadtmöbel im Stil der Herrenhäuser Gärten verschönern den Stadtteil und tragen zum Gemeinschaftsgefühl bei – schon allein, weil so viele Bürger gemeinsam etwas bewirken. Die einheitliche Gestaltung schafft eine Verbindung zu den berühmten Gärten und gleichzeitig auch innerhalb des Viertels. Den Sponsoren sei es gegönnt, dass sie auf einer Plakette erwähnt werden und damit dezent für sich werben können. Und dass die Sitzplätze ausgesprochen beliebt sind, zeigt, wie sehr Treffpunkte für ein Schwätzchen bisher gefehlt haben. Der Initiative sind weitere Sponsoren zu wünschen, denn Herrenhausen hat noch viele Straßen, die Blumen und Bänke verdienen. Und vielleicht finden die Herrenhäuser ja auch – mit einer leichten Abwandlung passend zum Viertel – Nachahmer in anderen Stadtteilen. Engagierte Bürger gibt es schließlich in der ganzen Stadt. Manchmal sind sie noch sehr jung, wie die Kinder einer Hainhölzer Hortgruppe, die gemeinsam mit Erwachsenen am Ihmeufer Müll aufgesammelt haben (Seite 4). Oder die ehrenamtlichen Gärtner und Imker, die im Sahlkamp Blumen und Bienen pflegen, damit die Natur in der Stadt nicht zu kurz kommt (Seite 5). Und in Hainholz basteln Freiwillige mit Kindern feine Modelle aus Holz (Seite 6). Es gibt viel zu tun im Sommer in der Stadt – und es wird getan.

Ein Kommentar von Bärbel Hilbig

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