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Herrenhausen Herrenhausen bangt um seinen Treffpunkt
Hannover Aus den Stadtteilen Herrenhausen Herrenhausen bangt um seinen Treffpunkt
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00:15 30.07.2016
Machen sich stark für den Stadtteil: Die neue Vorsitzende des Interessenkreises Herrenhäuser Geschäftsleute Katharina Handke (v. l.), ihre Vorgängerin Christine Röttger, Stadtplanerin Johanna Sievers und Kiosk-Frau im Ruhestand Liane Korbach. Quelle: Moers
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Die Fenster lassen sich nicht mehr öffnen, es gibt undichte Stellen, und die Eingangstür ist auch defekt. Bereits seit 2012 ist bekannt, dass die Begegnungsstätte in Herrenhausen früher oder später abgerissen werden muss. Eine Sanierung des maroden Gebäudes lohnt sich nicht. Konkrete Pläne für die Zeit danach gibt es allerdings noch keine. Nicht einmal die städtische Koordinatorin der Einrichtung weiß, wie lange das Gebäude noch durchhalten muss. „Es geht alles langsam kaputt“, sorgt sich Leslie Neis um den Veranstaltungsort und Treffpunkt. Diese Unsicherheit ist der Grund, weshalb sich der Interessenkreis Herrenhäuser Geschäftsleute (IHG) nun öffentlich für einen Neubau oder eine Übergangslösung im Stadtteil starkmacht. Der IHG will dafür kämpfen, dass die vor allem bei Senioren beliebte Begegnungsstätte eine Zukunft bekommt. Aus der Sicht der Kaufleute und Besucher kann die nur in Herrenhausen liegen.

"Wir brauchen unbedingt eine Lösung"

„Wir brauchen unbedingt eine Lösung im Stadtteil“, erklärt die neu gewählte Vorsitzende des IHG, Katharina Handke, das Ziel. Die Kaufleute befürchten, dass die Verwaltung bei der bereits begonnenen Suche nach Ausweichorten auch Standorte außerhalb von Herrenhausen in Betracht zieht. „Das Freizeitheim in Stöcken kann keine Alternative sein, unsere Senioren kommen nicht so weit“, ergänzt die ehemalige IHG-Vorsitzende Christine Röttger.

Die Begegnungsstätte ist die einzige Einrichtung ihrer Art in Herrenhausen. Wöchentlich nehmen etwa 180 Seniorinnen und Senioren an den Angeboten des dort ansässigen Kommunalen Seniorenservice teil, die etwa Tischtennis, Kinoabende, Kartenspiele oder eine Runde für russischstämmige Senioren umfassen. Derzeit werden die Räumlichkeiten auch von dem im Neubau befindlichen Freizeitheim Stöcken genutzt. „Bei uns ist von Montagmorgen bis Sonntagnachmittag immer Betrieb“, berichtet Koordinatorin Neis. Bereits 2012 beantragte der Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken daher einstimmig, die Einrichtung durch eine energetische Sanierung zukunftsfähig zu machen. Dabei kam heraus, dass jegliche Sanierungsmaßnahmen unwirtschaftlich wären. Seitdem wurde nur noch das Nötigste investiert.

Neubau wäre möglich

Ein Neubau wäre baurechtlich möglich, scheint aus Kostengründen aber noch unwahrscheinlicher. Es sei denn, ein Investor würde sich bereit erklären, eine neue Begegnungsstätte in eine etwaige Wohnbebauung einzuplanen, sollte sich kein Investor finden. Im Stadtbezirk fordert außerdem die Schwarze Heide bereits seit Jahren eine eigene Begegnungsstätte. „Wir arbeiten im Moment eher in Richtung einer Übergangslösung“, berichtet Stadtbezirksmanagerin Rita Heitsch aus dem Rathaus. Man lege dabei „großen Wert darauf, dass jeder Stadtteil eine eigene Begegnungsstätte hat“, erklärt sie. Die Planungen würden trotzdem „ergebnisoffen“ geführt, so Heitsch.

Eigene Vorschläge für eine Übergangslösung liefert der IHG. So hat man bereits Kontakt mit der Herrenhäuser Brauerei aufgenommen. Das Unternehmen sowie die Stadt prüfen jetzt, ob eine leer stehende dritte Etage des Verwaltungsgebäudes am Herrenhäuser Markt infrage kommt. Als „sehr vage“ bezeichnet Sebastian Schubert, der kaufmännische Leiter der Brauerei, den Stand der Sondierungsgespräche. Eher unwahrscheinlich ist dagegen, dass die Begegnungsstätte in das Gemeindehaus der Kirchengemeinde Herrenhausen-Leinhausen einziehen kann. „Den ganzen Betrieb können wir sicher nicht übernehmen“, kommentiert Pastor Olaf Koeritz diesen Vorschlag. Während die Suche also weitergeht, beruhigt Stadtbezirksmanagerin Heitsch all diejenigen, die kurzfristig das Schlimmste befürchten. „Bis eine Ausweichmöglichkeit gefunden ist, wird es die Begegnungsstätte weiter geben“, so Heitsch. Bleibt zu hoffen, dass auch das Gebäude sich die Durchhalteparole zu Herzen nimmt und nicht vorher einzustürzen droht - wie das Freizeitheim in Stöcken.

Von Mario Moers

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