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Herrenhausen Schöner wohnen hat seinen Preis
Hannover Aus den Stadtteilen Herrenhausen Schöner wohnen hat seinen Preis
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02:15 25.10.2015
Beliebt: Nur noch wenige Wohnungen im geplanten Forum Herrenhäuser Markt sind zum jetzigen Zeitpunkt noch frei. Quelle: Darstellung: WGH
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Herrenhausen

Die Nachfrage nach Wohnungen im „Forum 2.0“ am Herrenhäuser Markt ist offenbar hoch. Von den 22 Wohnungen, die bis 2017 auf der Fläche des abgerissenen Weltkriegsbunkers entstehen sollen, sind nur noch einige wenige frei. Darüber hinaus sind noch zwei Gewerbeflächen (eine Büro- und eine Einzelhandelsfläche) verfügbar. Das moderne Wohnen am Markt hat seinen Preis. 9,80 Euro ruft die Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH) für den Quadratmeter im „Forum 2.0“ durchschnittlich auf. Aus Sicht der WGH ist das, gemessen an dem hohen Standard des Neubaus, ein echtes Schnäppchen. Das sehen nicht alle so.

„Der hohe Mietpreis ist natürlich ein kleiner Wermutstropfen“, äußerte SPD-Bezirksratherr Ufuk Deniz Ciynakli in der Juni-Sitzung des Bezirksrats Herrenhausen-Stöcken vorsichtig Kritik an dem geplanten Neubau. Grundsätzlich begrüßten seine Fraktion und beinahe der gesamte Bezirksrat das Bauvorhaben, dessen Planungsfortschritt durch eine Stadtvertreterin vorgestellt wurde. Deutliche Kritik, ebenfalls an den Mietpreisen, brachte allein der Einzelvertreter der „Aktiven für ein Soziales Hannover“ (ASH), Pierre Rodriguez, an. Nach seiner Ansicht bewegen sich die Kosten für eine Wohnung im Forum „am oberen Ende des Mietspiegels“. Dem widersprach Stadtplanerin Petra Fischer. Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte ein Sprecher der WGH, die Mieten lägen sogar deutlich unter denen vergleichbarer Neubauten in Hannover. „Ein Neubau unter 10 Euro nettokalt pro Quadratmeter ist in Hannover nicht darstellbar“, so Constantin Heinze. Die mit dem neuesten Komfort ausgestatteten Zwei- bis Vierzimmerwohnungen wären nach Einschätzung der WGH auch zu einem Quadratmeterpreis von 12 Euro „problemlos möglich gewesen“, so Heinze. Ähnliche Objekte würden in Hannover für bis zu 15 Euro vermietet. Ein Conciergeservice, elektrisch zu steuernde Außenjalousien, Multimedia­anschlüsse in allen Räumen und eine Video-Türsprechanlage sind nur einige der Eigenschaften, die das „Forum 2.0“ attraktiv machen. Der Sonnenseite zugewandte Balkone und offene Wohnküchen in den 70 bis 114 Quadratmeter großen Wohnungen sorgen zudem für eine moderne Atmosphäre. Im Erdgeschoss ist Platz für sieben Ladenlokale vorgesehen, darunter ein Restaurant an der Ecke zur Münterstraße. Außerdem sollen zwei neue Facharzt-Praxen in den Neubau einziehen. „In anderthalb Jahren soll es fertig sein“, kündigte Stadtplanerin Fischer einen voraussichtlichen Erstbezug 2017 an.

Die teuerste Wohnung, ein beinahe 200 Quadratmeter großes Penthouse, ist bereits vermietet. Für die kleinste Wohnung (70 Quadratmeter) wird inklusive aller Nebenkosten eine Warmmiete von 927,50 Euro fällig. Aus Sicht des Vorsitzenden der SPD-Mehrheitsfraktion im Bezirksrat, Holger Diener, ist die aufgerufene Miete legitim. „Angesichts der Kosten, die von der WGH mit dem Bunkerabriss in Kauf genommen wurden, ist es notwendig, dass hier auch Geld reinkommt“, argumentierte Diener. Die Finanzierung des Projekts wird ohne öffentliche Finanzmittel aus WGH-Geldern vorgenommen. Auch Wolfgang Neubauer, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, kann Kritik an den Mieten nicht nachvollziehen. „Die Preise sind doch bekannt gewesen“, wundert er sich.

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