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Isernhagen-Süd Pole-Dance auf der Pferdekoppel
Hannover Aus den Stadtteilen Isernhagen-Süd Pole-Dance auf der Pferdekoppel
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19:45 27.05.2016
Quelle: Moers
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Isernhagen

Am Himmel epische Farbexplosionen und am Boden barocke Reitvorführungen zu klassischer Musik. So kennen und schätzen die Besucher das internationale Feuerwerksfestival in den Herrenhäuser Gärten. Der Auftritt, den Dressurreiterin Linda Plappert für das Begleitprogramm zum deutschen Beitrag geplant hat, sieht allerdings etwas anders aus. Auf einer Koppel in Isernhagen laufen derzeit die Proben für ein Showprogramm, dass die Herrenhäuser Gärten so noch nicht gesehen haben.

Für den unbedarften Spaziergänger, der an der Pferdewiese gegenüber dem Hof Krull vorbeikommt, mutet das Szenario an wie der Dreh zu einem surrealen Film. Erhaben reitet Plappert im weißen Ballkleid auf eine Metallstange zu. In einer Hand hält sie die Zügel ihres schwarzen Friesenhengstes Aik. Hinter ihr weht märchenhaft ein roter Schleier im Wind. Sphärische Violinenmusik schallt über die Koppel, verstärkt durch unzählige Boxen eines aufgemotzten Pick-ups. An der Metallstange, die auf einen schweren Treckerreifen montiert ist, proben zwei Tänzerinnen ihren gewagten Auftritt. Komplettiert wird das ungewöhnliche Szenario auf der Weide von zwei Turnerinnen des Turn Klubbs zu Hannover, die in ihren glitzernden Kostümchen bunte Hula-Hoop-Reifen durch die Luft wirbeln. „Wir sollten das Finale noch einmal proben. Diesmal werft ihr am Ende die Reifen“, ruft Reiterin Plappert den Mitwirkenden zu.

Am nächsten Sonnabend, 4. Juni, muss der Ablauf perfekt sein. Mehrere Tausend Besucher werden zusehen. Als einzige Veranstaltung ist der deutsche Beitrag zum Feuerwerksfestival bereits ausverkauft. „Man munkelt, es sei wegen der Pferde“, scherzt Plappert. Der fünfminütige Auftritt ist Teil der Pferdegala, die das mittlerweile in Fuhrberg ansässige Institut für klassische Reiterei seit 1984 in den Gärten inszeniert. Seit vielen Jahren ist die Show fester Bestandteil des Feuerwerksfestivals. Plappert ist bereits mehrfach als Dressurreiterin aufgetreten. Nun folgt die Premiere mit einem eigenen Segment.

„Ich habe vollstes Vertrauen in Linda“, erklärt der Leiter des Reit-Instituts, Richard Hinrichs. Interessiert verfolgt er die Proben vom Zaun aus. Die Mischung aus barocken Elementen, modernem Stangentanz und rhythmischer Sportgymnastik findet er spannend. „Wir können das Dressurreiten nicht neu erfinden, aber wir können es immer wieder neu in Szene setzen“, sagt Hinrichs.

So ungewöhnlich wie das Ergebnis ist auch die Entstehungsgeschichte der mutigen Kooperation. Ursprünglich wollte Plapperts Verlobter lediglich eine Tanzstange auf der Ladefläche seines Pick-ups montieren. Rat holte er sich bei Tanztrainerin Nadine Ahrendt, die in Langenhagen ein Studio für Pole-Dance betreibt. Über den Kontakt begann Freundin Linda, eigentlich Dressurreiterin, mit dem Tanz an der Stange.

von Mario Moers

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