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Kirchrode Blinde und Sehende feiern Sommerfest
Hannover Aus den Stadtteilen Kirchrode Blinde und Sehende feiern Sommerfest
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00:15 12.06.2016
Das Jugendorchester der MusikschuleGoryanskiy mit Sängerin KassandraIdrisova unterhält das Publikum glänzend. Quelle: B. Behrens
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Kirchrode

Die Seifenblasen haben es Maxime angetan. Lachend beobachtet sie die bunt schillernden Schaumkugeln und bringt sie mit ihrem kleinen Finger zum Platzen. „Da kann sie stundenlang dabeibleiben“, sagt Bastian Marquardt schmunzelnd. Dabei gäbe es für die Dreijährige und ihren Vater außer dem Seifenblasen-Stand noch viel mehr zu entdecken und erleben beim Sommerfest des Landesbildungszentrums für Blinde.

Livemusik, viele Spiel- und Sportaktionen sowie eine Hüpfburg gab es für die Besucher. Und natürlich fanden auch Kaffee, Kuchen und bei der Sommerhitze vor allem kalte Getränke regen Absatz. Das Jugendorchester der privaten Musikschule Goryanskiy unter der Leitung von Schulleiter Vitaliy Goryanskiy unterhielt das Publikum fast zwei Stunden lang unter anderem mit klassischen Stücken, Polka, Bossa Nova und Jazz. Die 15 Nachwuchsmusiker zwischen neun und 14 Jahren ernteten dafür viel Applaus. Auch der Orchesterleiter zeigte sich sehr zufrieden mit dem Einsatz seiner Schützlinge.

Das Motto der Veranstaltung im Blindenzentrum hieß „Tierisch was los“. Tiere mit allen Sinnen zu erleben, vor allem mit denen, die bei Sehbehinderten Vorrang haben, ermöglichten etwa Janina Hiestermann und ihre Kollegin Anke Götze. Die beiden Kommissarinnen von der Polizei-Reiterstaffel waren mit ihren Pferden Zenit und Hamlet vorbeigekommen. Die Besucherinnen Daniela Lampe und Sandra Koberstein streichelten die Tiere, die sich trotz der vielen Leute um sie herum nicht aus der Ruhe bringen ließen. „Ich bin selber erstaunt, aber für die ist es ja schließlich täglich Brot“, sagte Kommissarin Götze.

Am Stand des Waldpädagogikzentrums Hannover-Hildesheim gab es zwar keine lebenden Tiere zu sehen, dafür aber Felle, Schädelknochen oder Pfoten von typischen Waldtieren wie Wildschweinen oder Rehen. „Wir haben uns überlegt, wie kann man den Wald mit allen Sinnen fühlen“, erläuterte Försterin Birka Sodemann. Auch Teile von Bäumen konnten die Besucher am Stand erfühlen, darunter Äste, Laub, Rinde und in Puzzleteile zersägte Baumscheiben. Richtig zusammengesetzt, ließ sich auf ihnen ablesen, wie der jeweilige Baum heißt. Ins Holz geschlagene Polsternägel, ergaben die jeweiligen Buchstaben in Blindenschrift. Raphael wühlte in einem großen Laubhaufen nach dem typischen Futter eines Wildschweins. Geschickt ertastete der Sechsjährige einige rohe Maiskolben und Bucheckern. „Ich wollte schon immer mal wissen, wie die aussehen“, sagte er. Zur Belohnung gab es etwas, was Menschen schmeckt: Weingummifrösche.

Von Benjamin Behrens

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