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Boehringer will Hühner-Impfstoffe testen

Kirchrode Boehringer will Hühner-Impfstoffe testen

Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat eine Änderung des städtebaulichen Vertrags für sein Forschungszentrum an der Bemeroder Straße in die Wege geleitet. Bislang darf das Unternehmen dort nur an Rindern und Schweinen experimentieren. Künftig sollen so auch Experimente mit Geflügel möglich sein - und mit Ziegen und Schafen.

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Boehringer Ingelheim will in seiner Forschungseinrichtung an der Bemeroder Straße künftig auch an Hühnern experimentieren. 

Quelle: Christian Link

Kirchrode. Die Höchstmenge der Tiere soll sich dabei nicht ändern. Die Obergrenze wird weiterhin bei 200 Großvieheinheiten liegen: Das bedeutet, dass alle Tiere im Forschungszentrum zusammengerechnet höchstens 100.000 Kilogramm wiegen dürfen.

Für die Nachbarn wird sich nach Auskunft von Boehringer nichts ändern. Um sicherzugehen, hat die Stadt eine Vertragsklausel eingebaut, die zusätzliche Geruchsbelästigungen verbietet. „Die (Geruchs-)Quellstärke darf sich dabei gegenüber der (Geruchs-)Quellstärke des bisher vereinbarten Zustands nicht erhöhen“, schreibt die Verwaltung.

Bedenken hat die Stadt wegen der Aufnahme anderer Wiederkäuer in der Forschungseinrichtung - also insbesondere wegen Schafen und Ziegen. Sobald eine neue Säugetierart in Kirchrode einquartiert wird, soll der TÜV-Nord ein Gutachten bezüglich der Geruchsemissionen erstellen. „Eine Prüfung bei einer Belegung mit Geflügel wird nicht vereinbart“, schreibt die Stadt.

Warum das so ist, hatte Boehringer schon bei der jüngsten Anwohnerinformationsveranstaltung im April 2015 erläutert. Wie Betriebsleiter Fridolin Nöker und Forschungschef Konrad Stadler damals berichteten, sollen in Kirchrode bis zu 60 Hühner in zwei von 16 Tierräumen gehalten werden. Die Räume sind für alle Tiere gleich groß, weshalb bei einer Belegung durch Geflügel wesentlich weniger Gesamtgewicht zusammenkommt als bei der Belegung durch Säugetiere. Durch die geringe Auslastung der erlaubten Großvieheinheiten sinken auch die Geruchsemissionen.

Ob der TÜV aktiv wird, ist ungewiss

Ob und wann der TÜV überhaupt aktiv wird, ist noch ungewiss. Laut Nöker plant Boehringer konkret nur die Hühnerhaltung in Kirchrode. Die Vertragserweiterung um weitere Wiederkäuer sei einzig eine Option für die Zukunft, die Unterbringung von Schafen und Ziegen sei derzeit nicht geplant. Als privatwirtschaftliches Unternehmen reagiere Boehringer auf den Markt, der aktuell eine verstärkte Nachfrage nach Impfstoffen für Hühner verzeichne. Die neuen Forschungen am Geflügel sollen deswegen typische Atemwegs-, Durchfall- und Fortpflanzungskrankheiten betreffen. Nach den Experimenten werden die Tiere in Kirchrode grundsätzlich getötet und entsorgt.

Die Stadtverwaltung hat sich mit Boehringer bereits über eine Änderung des 2009 geschlossenen Vertrags verständigt. Das letzte Wort hat in dieser Sache allerdings die Ratsversammlung, die frühestens im März darüber abstimmen wird. Der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode, der in seiner Dezember-Sitzung die Drucksache als erstes auf dem Tisch hatte, hat das Verfahren verzögert. Die Grünen zogen die Verwaltungsvorlage wegen Beratungsbedarf in die Fraktion zurück, damit wird über das Thema erst in der Bezirksratssitzung am 10. Februar beschlossen. Ein Vetorecht hat der Bezirksrat allerdings nicht, die Entscheidung ist eher eine Empfehlung an die Parteikollegen in den weiterführenden Gremien.

von Christian Link

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Kirchrode in Zahlen
  • Stadtbezirk : Kirchrode-Bemerode-Wülferode, 6. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 29.728
  • Einwohner je Stadtteil: Bemerode (17.908 Ew.), Kirchrode (10.941 Ew.), Wülferode (879 Ew.)
  • Bevölkerungsdichte : 1.246 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30539/30559
  • Markantes aus der Geschichte: Das früher selbstständige Dorf Kirchrode wurde 1907 nach Hannover eingemeindet.
Unveröffentlichte Bilder von Wilhelm Hauschild