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Ortskern in Gefahr? Bürger wollen Wiese retten

Kirchrode Ortskern in Gefahr? Bürger wollen Wiese retten

Kirchröder Bürger sammeln Unterschriften gegen den Bau eines Wohn- und Geschäftshauses neben dem Jöhrenshof im Herzen des Stadtteils. Bei vielen Bürgern stößt der Protest auf offene Türen.

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Bürger sammeln Unterschriften gegen die Bebauung der Wiese neben dem denkmalgeschützten Jöhrenshof (Hintergrund) in Kirchrode.

Quelle: Link

Hannover. Die Bebauungspläne für die Wiese neben dem Jöhrenshof beunruhigen viele Menschen in Kirchrode. Die Von der Mark Vermögensgesellschaft will auf der Grünfläche neben dem Bauernfachwerkhaus aus dem Jahr 1824 ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichten. Zahlreiche Anwohner sehen dadurch den historischen Ortskern in Gefahr und protestieren gegen das Bauvorhaben. „Das Ensemble zerstört das Dorfbild und die Idylle“, sagt Maik Gerhardy. Zusammen mit Gleichgesinnten hat er eine Unterschriftenaktion gegen das Bauprojekt gestartet.

„Ich bin hier aufgewachsen, und ich liebe meinen Stadtteil“, sagt Almut Plümke, deren Familie in vierter Generation in Kirchrode wohnt. Ihre Liebe geht so weit, dass sie auch das Schietwetter am vergangenen Sonnabend nicht davon abhielt, drei Stunden lang vor dem Jöhrenshof zu stehen, um Unterschriften gegen das Projekt zu sammeln.

Bei vielen Bürgern rennt die Protestbewegung offene Türen ein. „Alle finden den Garten schön, er hat etwas Anheimelndes“, sagt Ernst Jolitz. Der ehemalige Kirchröder verbindet viele Kindheits- und Jugenderinnerungen mit der Wiese - auch wenn er mittlerweile nach Berlin gezogen ist und hier nur noch seine Mutter besucht. „Wenn die Brabeckstraße zugekleistert wird, finde ich das auch städtebaulich nicht gut“, sagt er und sieht die Stadtplaner in der Pflicht, die Grünfläche zu schützen.

„Der grüne Charme von Kirchrode geht verloren, wir wohnen hier schon fast an der Vahrenwalder Straße“, sagt Dagmar Payk. Ihre Familie war vor einigen Jahren in den Stadtteil gezogen, damit ihre sehbehinderte Tochter das Landesbildungszentrum für Blinde besuchen kann. Seitdem sei Kirchrode immer ungemütlicher geworden. „Man findet keinen Parkplatz mehr, meine Tochter kann kaum noch über die Straße gehen, und alles wird immer trister“, sagt Payk. Sie will die grüne Wiese in der Stadtteilmitte nicht gegen eine weiße Hausfassade eintauschen.

„Wir haben uns 500 Unterschriften vorgenommen. Und ich glaube, dass wir die inzwischen auch haben“, sagt Plümke. Die Liste soll dem Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode vor seiner nächsten Sitzung übergeben werden. Am 10. Februar entscheidet das Gremium über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan des Investors, dem auch der denkmalgeschützte Jöhrenshof gehört. Grundsätzlich kann der Bezirksrat eine Bebauung der Wiese nicht verhindern, denn das Grundstück ist schon als Wohngebiet ausgewiesen worden. Die Bezirksratsmitglieder können aber den aktuellen Plänen widersprechen, die über das Maß des bislang Erlaubten hinausgehen. Den dauerhaften Bestand der Wiese können allerdings nur die Denkmalschützer sichern, indem sie die Fläche in den bestehenden Ensembleschutz für Jöhrenshof und „Kronprinz“ (Rossmann-Gebäude) aufnehmen.

Von Christian Link

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So schön ist Hannover-Kirchrode
Kirchrode in Zahlen
  • Stadtbezirk : Kirchrode-Bemerode-Wülferode, 6. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 29.728
  • Einwohner je Stadtteil: Bemerode (17.908 Ew.), Kirchrode (10.941 Ew.), Wülferode (879 Ew.)
  • Bevölkerungsdichte : 1.246 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30539/30559
  • Markantes aus der Geschichte: Das früher selbstständige Dorf Kirchrode wurde 1907 nach Hannover eingemeindet.
Unveröffentlichte Bilder von Wilhelm Hauschild