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Kirchrode Engpässe durch Lieferverkehr im Carré
Hannover Aus den Stadtteilen Kirchrode Engpässe durch Lieferverkehr im Carré
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13:41 04.11.2015
Quelle: Link
Kirchrode

Die Kunden rennen insbesondere Ankermieter Rewe die Türen ein, auch Drogist DM kann sich nicht beklagen. Das jedoch übernehmen die Anwohner und Autofahrer am Großen Hillen. Denn der Lieferverkehr für das Wohn- und Einkaufsgebäude läuft nicht wie versprochen über den Hof, sondern wird weitgehend im öffentlichen Straßenraum abgewickelt. Außerdem gibt es keine Kundenparkplätze, obwohl dafür genug Stellplätze vorhanden wären. Das ärgert auch den Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode.

Rund 17 Millionen Euro hat die Firma Gundlach in Grundrenovierung und Erweiterung des früheren Postgebäudes an der Ecke Großer Hillen/Tiergartenstraße investiert. Auch der Hinterhof wurde neu gestaltet. Hier sind ein Lieferbereich für Rewe und DM sowie 61 ober- und unterirdische Parkplätze entstanden. Für die Kunden sind diese Stellflächen aber nicht gedacht. Die CDU-Fraktion im Bezirksrat kann das nicht nachvollziehen. „Vor allem ältere und in ihrer Bewegung eingeschränkte Personen benötigen eine direkte Parkmöglichkeit“, kritisiert die CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Stittgen.

Die Stadtverwaltung, Vermieter und Mieter haben damit allerdings kein Problem. „Ein Kundenparkplatz würde durch häufiges Ein-, Ausfahren und Rangieren zu einer unangemessenen Belastung für unsere Wohnungs- und Praxenmieter führen“, sagt Gundlach-Projektentwickler Daniel Süßenbach auf Anfrage des Stadt-Anzeigers. Im Mietvertrag für die Gewerbetreibenden sei ausdrücklich keine Vermietung von Kundenparkplätzen vorgesehen. „Die Infrastruktur in Kirchrode ist so gut, dass ein Großteil der Kunden zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln das Zentrum von Kirchrode besucht“, sagt Süßenbach. Bei den Rewe-City-Märkten seien eigene Stellplätze unüblich.

Bezüglich des Lieferverkehrs wird Süßenbach allerdings zum Gespräch bitten. Nicht nur die Rewe-Zulieferer parken ihre Lastwagen gern im Großen Hillen, um ihre Waren direkt durch den Vordereingang in den Markt zu bringen. SPD-Bezirksratsherr Knut Böhme hat auch schon mehrere DM-Lieferanten beobachtet, die vor dem Laden in der Tiergartenstraße parkten. Beides ist allerdings verboten. „Die Anlieferung sowohl des Drogeriemarktes wie des Vollsortimenters soll gemäß Bauantrag hofseitig über die Zufahrt Großer Hillen erfolgen“, stellt Bezirksratsbetreuerin Emine Yilmaz klar.

Diese Information ist für die Marktbetreiber eigentlich nichts Neues. „Mit beiden Mietern ist die Anlieferung über den Innenhof und das eigens dafür erstellte Ladenhaus vereinbart“, sagt Süßenbach. Die schmale Zufahrt zum Hinterhof, die offenbar für einige Lieferanten zu eng ist, will der Projektentwickler nicht als Ausrede gelten lassen. Hier zeigen einige Dellen an der Hauswand und abgeplatzer Putz, dass es schon zu mehreren Zusammenstößen kam. „Die Durchfahrtsmaße wurden mietvertraglich vereinbart“, sagt er. Darauf müssen sich die Marktbetreiber einstellen. „Das Gebäude Großer Hillen 4, in dem sich die Durchfahrt befindet, wurde modernisiert und nicht neu errichtet“, sagt Süßenbach. „Die Maße der Durchfahrt konnten daher nicht geändert werden.“

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