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Kirchrode Investor soll Pläne für Bauvorhaben am Jöhrenshof nachbessern
Hannover Aus den Stadtteilen Kirchrode Investor soll Pläne für Bauvorhaben am Jöhrenshof nachbessern
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02:15 02.04.2016
Die Wiese links neben dem Jöhrenshof soll mit einem vierstöckigen Wohn- und Geschäftshaus bebaut werden. Fotos: Link (Archiv) Quelle: Christian Link
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Kirchrode

Die Petition für den Erhalt der Wiese neben dem denkmalgeschützten Jöhrenshof ist - zumindest teilweise - gescheitert. Der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode stimmte dem geplanten Bauprojekt auf der Grünfläche neben dem Fachwerkhaus an der Brabeckstraße 6 nun grundsätzlich zu, obwohl sich 805 Unterzeichner dagegen ausgesprochen hatten. Die Projektgegner können sich immerhin damit trösten, dass die Lokalpolitiker erhebliche Änderungen an dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan fordern. Inwiefern Rat und Stadtverwaltung sich diesen Forderungen anschließen, ist aber noch fraglich.

Der Eigentümer des Jöhrenshofs plant auf der Wiese den Bau eines Wohn- und Geschäftshauses mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss, das genauso hoch werden soll wie der Jöhrenshof. Seitdem befürchten viele Stadtteilbewohner, dass der historische Ortskern seinen alten Charme verlieren könnte. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Pläne hatten mehrere Bürger eine Unterschriftenaktion gegen das Bauprojekt gestartet.

Der Bezirksrat hat diese Sorgen ernst genommen und einen gemeinsamen Antrag formuliert. In dem einhellig gefassten Beschluss fordert das Gremium deutliche Nachbesserungen an den Plänen. Demnach soll der Investor sein Bauvorhaben an die denkmalgeschützte Umgebung im alten Ortskern von Kirchrode anpassen und sicherstellen, dass das Ensemble zwischen Jöhrenshof und der ehemaligen Gaststätte Zum Kronprinzen seinen historischen Charakter behält. Erst nach dieser Nachbesserung will das Gremium wieder über die Investorenpläne beraten.

Für seinen Ergänzungsantrag musste der Bezirksrat dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan jedoch zunächst einmal zustimmen. Das löste bei den zahlreich erschienenen Anwohnern in der jüngsten Sitzung enttäuschte Reaktionen aus. „Gibt es überhaupt noch jemanden, der sich dafür einsetzt, dass gar nicht gebaut wird?“, fragte ein Bürger. „Das ist das Äußerste, das wir rechtlich machen können“, entgegnete Bezirksbürgermeister Bernd Rödel. „Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die uns zur Verfügung stehen.“

Stadtplaner Matthias Fabich wies darauf hin, dass der Bezirksrat den vorhabenbezogenen Bebauungsplan auch vehement hätte ablehnen können. „Momentan ist die Fläche nicht überbaubar, aus dem Bestand ist keine Bebauung möglich“, sagte Fabich. Allerdings stellte der Vorsitzende der SPD-Fraktion Fritz-Joachim Konietzny klar: „Von uns kann das nicht endgültig beschlossen werden.“ Tatsächlich hat der Bezirksrat laut der Niedersächsischen Kommunalverfassung in dieser Angelegenheit nur ein Anhörungsrecht.

Das letzte Wort hat die Ratsversammlung. Konietzny hofft darauf, dass sich die weiterführenden Ratsgremien dem Bezirksratsbeschluss anschließen werden. Auch die Stadtverwaltung kann noch ein Wörtchen mitreden und den Investor im Sinne des Bezirksrats zur Nachbesserung verpflichten. „Wir werden jetzt intern im Baudezernat beraten, wie wir mit dem Änderungsantrag umgehen werden“, sagte Stadtplaner Fabich. „Wir müssen uns verwaltungsseitig erst mal eine Meinung bilden.“

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