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Kirchrode Neubau am Jöhrenshof: Jetzt entscheidet die Stadt
Hannover Aus den Stadtteilen Kirchrode Neubau am Jöhrenshof: Jetzt entscheidet die Stadt
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13:53 17.11.2016
Die Wiese links neben dem Jöhrenshof soll durch ein vierstöckiges Wohn- und Geschäftshaus bebaut werden. Quelle: Christian Link
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Hannover

Das Bauamt hat einen einstimmig gefassten Beschluss von Bezirksrat und Bauausschuss als „städtebaulich nicht sinnvoll“ zurückgewiesen. Nun entscheidet der Verwaltungsausschuss unter Vorsitz von Oberbürgermeister Stefan Schostok, ob die Einwände der Bürger und Lokalpolitiker ernst genommen werden.

Der Protest gegen die Investorenpläne war immens: Eine Anwohnerinitiative aus Kirchrode hatte mehr als 800 Unterschriften gesammelt, um die Bebauung des „Bauerngartens“ komplett zu verhindern. „Der Neubau zerstört das Dorfbild und die Idylle“, kritisierten die Initiatoren das viergeschossige Bauprojekt, das Wohnungen und Geschäftsräume schaffen soll.

Der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode sah die Sache etwas differenzierter. Weil es sich um eine Privatfläche handelt, wollten die Lokalpolitiker die Bebauung nicht völlig verhindern. Stattdessen stimmten sie dem Projekt unter der Voraussetzung zu, dass der Neubau zum denkmalgeschützten Jöhrenshof hin nur gestaffelt errichtet wird – also zweieinhalb- bis eingeschossig. Dadurch sollten die Interessen des Eigentümers und der Denkmalschutz in Kirchrodes Ortsmitte gleichermaßen berücksichtigt werden.

Der Bauausschuss und der Umweltausschuss folgten der Einschätzung des Bezirksrats voll und ganz. „Der Bauernhof soll ja nicht erdrückt werden von dem Neubau“, sagte etwa Ewald Nagel, der baupolitische Sprecher der SPD. Beide Gremien stimmten einhellig für die Abstaffelung, woraufhin sich auch der Investor gesprächsbereit zeigte. „Wir finden sicherlich eine gemeinsame Lösung“, sagte Knut Paetzel, Geschäftsführer der Von der Mark Vermögensverwaltungsgesellschaft, wenige Tage nach der Bauausschusssitzung auf Anfrage des Stadt-Anzeigers.

Doch von Konsens ist mittlerweile keine Rede mehr. „Nach Variantenuntersuchungen ist eine Abstaffelung bis herunter auf zweieinhalb- bis eingeschossig städtebaulich nicht sinnvoll“, schreibt das Bauamt in seiner neuesten Drucksache zu dem Thema. „Insofern empfiehlt die Verwaltung, der Vorlage des Vorhabenträgers in der vorgelegten Form zuzustimmen“, heißt es weiter. Die Änderungen von Bezirksrat und Bauausschuss sollen nach Ansicht der Bauverwaltung nicht berücksichtigt werden.

Am Donnerstag liegt diese Drucksache dem Verwaltungsausschuss zur Abstimmung vor. Der Ausschuss, der grundsätzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagt, wird zwar nur eine Vorentscheidung treffen, weil das Bebauungsplanverfahren mehrere Stufen hat. Je weiter das Verfahren jedoch fortschreitet, umso unwahrscheinlicher wird ein Beschluss gegen den Investor. Dass ein vorhabenbezogener Bebauungsplan überhaupt gestoppt wird, kommt in Hannover äußerst selten vor.

Von Christian Link

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