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Neues Gebäude am Jöhrenshof soll kleiner werden

Kirchrode Neues Gebäude am Jöhrenshof soll kleiner werden

Die Wiese neben dem denkmalgeschützten Jöhrenshof soll bebaut werden. Das hat der Bauausschuss in der vergangenen Woche einstimmig entschieden. Das Gebäude wird jedoch entgegen der ursprünglichen Planung Staffelgeschosse erhalten.

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Die Wiese links neben dem Jöhrenshof soll mit einem Wohn- und Geschäftshaus bebaut werden.

Quelle: Link

Kirchrode. Auch einem Zusatzantrag von SPD und Grünen folgten die Politiker einmütig. Demnach soll das geplante Gebäude neben dem Fachwerkhaus an der Brabeckstraße 6 nicht drei Stockwerke und ein Dachgeschoss haben, sondern zum Hof hin gestaffelt, also zweieinhalb- bis eingeschossig, errichtet werden.

Vor der Abstimmung wurde das Vorhaben hitzig diskutiert. Wilfried Engelke (FDP) kritisierte den Zusatzantrag von Rot-Grün. Ewald Nagel, baupolitischer Sprecher der SPD, hielt dem entgegen: „Der Bauernhof soll ja nicht erdrückt werden von dem Neubau.“ Daher solle das Gebäude zum Denkmal hin kleiner werden. „Aber grundsätzlich verträgt das Areal eine Verdichtung“, sagte Nagel.

Das sieht Engelke anders. „Wir brauchen zwar Wohnungsbau“, sagte er, „aber wir dürfen nicht alles zubauen.“ Das historische Stadtbild müsse erhalten werden. Und der Jöhrenshof präge nun mal das Stadtbild. Seiner Meinung nach schwäche der Neubau auch die Kultur im Stadtteil. Den Zusatzantrag von SPD und Grünen nannte Engelke eine Nebelkerze. Schließlich heiße es in diesem Antrag nur, dass angeregt werde, den Baukörper nicht einheitlich dreigeschossig auszuführen. „Da steht nur: Es wird angeregt. Das ist den Bürgern gegenüber nicht ehrlich“, sagte Engelke.

Nagel reagierte empört auf diese Aussage und mahnte, der FDP-Mann solle auf seine Wortwahl achten. Es sei unangebracht, das Projekt als Nebelkerze zu bezeichnen - immerhin stehe es noch ganz am Anfang.

„Außerdem sagen Sie eingangs immer: Wir brauchen Wohnungsbau“, kritisierte Nagel den Ratsherrn weiter. Aber dann sei Engelke doch gegen jeden Neubau. „Wo wollen Sie denn mal anfangen?“, fragte Nagel.

Nicht am Jöhrenshof - diese Meinung vertritt nicht nur die FDP, dies meinen auch viele Anwohner. Mehr als 800 Kirchröder hatten eine Petition für den Erhalt der Wiese neben dem denkmalgeschützten Gebäude unterzeichnet.

Ratsherr Michael Dette (Grüne) lieferte mehrere Beispiele für denkmalgeschützte Gebäude in der Stadt, denen Neubauten in der Nachbarschaft nicht geschadet hätten - darunter ein altes Haus an der Ostwender Straße in der Oststadt, das noch aus der Zeit der Gartenvorstadt stamme. Auch in der List gebe es Beispiele. „Das ist eine runde Sache in Hannover“, sagte Dette. „Wir sind eine Großstadt und nehmen trotzdem Rücksicht auf die Zeugen der Vergangenheit.“ Die Vertreter der CDU beteiligten sich nicht an der Diskussion.

Trotz der Einwände Engelkes wurden Antrag und Zusatzantrag zur Bebauung neben dem Jöhrenshof einstimmig beschlossen. Der FDP-Vertreter hat im Bauausschuss kein Stimmrecht, sondern sitzt als beratendes Mitglied in dem Ratsgremium.

Der Eigentümer des Jöhrenshofs, der ursprünglich ein Wohn- und Geschäftshaus mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss auf der Wiese bauen wollte, muss nun umplanen. „Wir prüfen jetzt, wie das ökonomisch und gestalterisch passt“, sagte Knut Paetzel, Geschäftsführer der Von der Mark Vermögensverwaltungsgesellschaft. Einen Konflikt mit der Politik wolle er aber in jedem Fall vermeiden. „Wir finden sicherlich eine gemeinsame Lösung“, sagte Paetzel.

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Kirchrode in Zahlen
  • Stadtbezirk : Kirchrode-Bemerode-Wülferode, 6. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 29.728
  • Einwohner je Stadtteil: Bemerode (17.908 Ew.), Kirchrode (10.941 Ew.), Wülferode (879 Ew.)
  • Bevölkerungsdichte : 1.246 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30539/30559
  • Markantes aus der Geschichte: Das früher selbstständige Dorf Kirchrode wurde 1907 nach Hannover eingemeindet.
Unveröffentlichte Bilder von Wilhelm Hauschild