Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Pächter müssen Kleingärten räumen

Kirchrode Pächter müssen Kleingärten räumen

Die Pächter der Kolonie Rosengrund müssen schon bald ihre Parzellen räumen. Laut Kleingartenkonzept, das die Stadt Hannover und der Bezirksverband der Kleingärtner ausgehandelt haben, soll die Kolonie „schnellstmöglich“ in Bauland umgewandelt werden.

Voriger Artikel
Unbekannter legt Hundeköder mit Reißzwecke aus
Nächster Artikel
Bau des Flüchtlingswohnheims soll beginnen

Die Pächter in der Kolonie Rosengrund können die Tage zählen, an denen sie die Idylle in ihren Kleingärten noch genießen können.

Quelle: Kutter

Kirchrode. In den nächsten Jahren wird hier das Baugebiet Büntekamp um 128 Wohnungen erweitert. Ein Investor ist bereits gefunden. Zunächst plant die Stadt hier aber dem Vernehmen nach den Bau einer Flüchtlingsunterkunft.

Die Ergebnisse der Verhandlungen sind aus Sicht der Kirchröder nicht überraschend. Dass der Rosengrund für neue Wohnbauflächen geräumt werden muss, wird von den Pächtern seit zwei Jahren erwartet. Schon das Wohnkonzept 2025, das 2013 veröffentlicht wurde, hatte mehr oder weniger das Ende der Kleingartenkolonie besiegelt. Aufgrund der vielen Leerstände in der Anlage des Kleingartenvereins Langefeld war ein Widerstand gegen die Auflösung der Kolonie, die sich auf städtischem Grund und Boden befindet, kaum möglich.

Dafür konnten Vereinschef Rüdiger Höppner und Verbandspräsident Karl-Heinz Rädecker das restliche Vereinsgelände erfolgreich verteidigen. Die Stadt hatte auch an der Kolonie Gartenheim südlich der Lange-Feld-Straße großes Interesse signalisiert. Wenn die 96 dort befindlichen Kleingärten zu Bauland geworden wären, hätte das Büntekamp-Viertel bis zur Güterumgehungsbahn verlängert werden können. Weil die Stadt dem Bezirksverband kein angemessenes Ersatzland anbieten konnte, scheiterten die Verhandlungen in diesem Punkt allerdings.

KGV Hahnenburg wird aufgelöst: Unerwartet kommt dagegen die Auflösung des Kleingartenvereins (KGV) Hahnenburg. Der Bezirksverband hatte die Umwandlung des Vereinsgeländes zwischen Döhrbruch und Süßroder Weg zu Bauland selbst vorgeschlagen. Als Umnutzungsangebot Z-3 wurde das Projekt schließlich in das Kleingartenkonzept aufgenommen.

Das private Vereinsgelände hat immerhin 135 Parzellen und eine Gesamtfläche von fast 90 000 Quadratmetern. Nur zwölf Gärten stehen derzeit leer. Bevor das Gelände für den Wohnungsbau genutzt werden kann, muss allerdings erst einmal das notwendige Baurecht geschaffen werden. Die Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan dürfte mindestens zwei Jahre dauern.

Weil der Baustart noch weiter in der Zukunft liegt, kann die Stadt noch keinen Kündigungszeitpunkt für die Hahnenburg-Pächter angeben. Unklar ist auch, wie viele Wohnungen auf der durch den Südschnellweg zweigeteilten Fläche entstehen können. Die möglichen Kosten für die Umwandlung in Bauland hat die Verwaltung aber schon berechnet: Rund 4 Millionen Euro wird es kosten, um die Fläche für den Wohnungsbau zu planieren.

Mehr als 1000 neue Gärten geplant: Für die Kleingärtner, die ihre Parzellen aufgeben müssen, muss die Stadt nun geeignete Ersatzflächen suchen. Außerdem werden durch den Bevölkerungszuwachs weitere Kleingärten benötigt - vor allem im Südosten Hannovers, wo die Kleingartenversorgung in Relation zum Geschosswohnungsbau unterdurchschnittlich ist.

Bei der Entwicklung zusätzlicher Kleingärten setzt die Verwaltung vor allem auf den nördlichen Kronsberg. Hier sollen im Gebiet Ohefeld langfristig bis zu 1000 neue Parzellen entstehen. Weitere 45 Kleingärten sind am Döhrbruch (Seelhorst) geplant, 25 Kleingärten am Muthesiusweg (Kirchrode). Insgesamt 102 Dauerkleingärten sollen in der Kolonie Bischofshol zwischen Zuschlag- und Lange-Feld-Straße entstehen. Eine Einigung zwischen Stadt und Eigentümer, der Immobilienfirma Vogt & Waag, ist jedoch nicht in Sicht. Diese spekuliert nach eigenen Angaben darauf, dass die Fläche Bauland wird.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kirchrode
So schön ist Hannover-Kirchrode
Kirchrode in Zahlen
  • Stadtbezirk : Kirchrode-Bemerode-Wülferode, 6. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 29.728
  • Einwohner je Stadtteil: Bemerode (17.908 Ew.), Kirchrode (10.941 Ew.), Wülferode (879 Ew.)
  • Bevölkerungsdichte : 1.246 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30539/30559
  • Markantes aus der Geschichte: Das früher selbstständige Dorf Kirchrode wurde 1907 nach Hannover eingemeindet.
Unveröffentlichte Bilder von Wilhelm Hauschild