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Kirchrode Sperrung bringt Blumenhof in Gefahr
Hannover Aus den Stadtteilen Kirchrode Sperrung bringt Blumenhof in Gefahr
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00:15 01.02.2016
Kirchrode und Bemerode ächzen unter zahlreichen Baustellen und Straßensperrungen an zentralen Verkehrsknotenpunkten. Quelle: Christian Link
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Hannover

Seit dem Baubeginn für das Wohnquartier Büntekamp in 2012 musste sich das Gartenzentrum immer wieder mit Sperrungen und Baustellen vor der Haustür arrangieren. „Die Situation ist sehr unschön und geht an die Substanz des Unternehmens heran“, sagt Firmenchef Rainer Villmann.

Sein Unternehmen hat das Gartenzentrum in 2005 gekauft und will den Standort eigentlich modernisieren. „Die erste Bauvoranfrage haben wir 2011 gestellt“, sagt Villmann, „der Blumenhof muss zeitgerecht hergestellt und etwas attraktiver gestaltet werden“. Allerdings habe es von der Stadtverwaltung bislang keine Unterstützung für das Projekt gegeben. „Die Stadt nimmt uns nicht ernst, der Blumenhof Kirchrode ist eben kein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt Hannover“, sagt er.

Die Modernisierung komme nicht voran. „Wir brauchen eine vernünftige Planungsgrundlage“, sagt Villmann. Der neue Bebauungsplan für das Grundstück wurde aber kurzfristig wieder von der Tagesordnung der Dezember-Sitzung des Bezirksrats Kirchrode-Bemerode-Wülferode gestrichen. Die Gründe dafür sind unbekannt.

Der Bebauungsplan Nördliche Lange-Feld-Straße soll das Blumenhof-Grundstück endlich auch planungsrechtlich als Gartenfachmarkt festschreiben. Allerdings nur einen Teil davon. Die Fläche östlich der Gewächshäuser soll ebenso wie die Kleingartenkolonie Rosengrund zu einem allgemeinen Wohngebiet umgewidmet werden. Das neue Wohnquartier an der Ecke Lange-Feld-Straße/Lothringer Straße soll laut einem Entwicklungskonzept der Stadt bis zu 180 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau beinhalten. Offenbar setzt die Stadt darauf, dass Villmann einen Teil seines Grundstücks verkauft. Allerdings habe es diesbezüglich noch keine Verhandlungen gegeben, sagt der Eigentümer.

Die ungewisse Zukunft des Gartenzentrums stört nicht nur Villmann. „Auch für die paar Mitarbeiter, die noch da sind, und den Marktleiter ist das deprimierend.“ Zwei Angestellte hätten den Blumenhof bereits verlassen, weil sie sich Sorgen um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes machten. Das Familienunternehmen aus dem Allerteil will seine Filiale in Hannover aber nicht aufgeben. „Wir bitten die Kirchröder inständig, uns weiterhin treu zu bleiben“, sagt Villmann.

GKK kritisiert Verkehrschaos: Auch bei den anderen Einzelhändlern in Kirchrode macht sich die Stadtverwaltung derzeit keine Freunde. Aufgrund der zahlreichen Baustellen im Stadtbezirk äußert Peter Busche, Vorsitzender der Gemeinschaft Kirchröder Kaufleute (GKK), deutliche Kritik. „Es ist im Moment ein ziemliches Chaos, anscheinend hat man bei der Stadt Hannover die Abstimmung mit anderen Bauvorhaben vollständig ausgeblendet oder sieht sie als unnötig an“, sagt Busche.

Kunden, die nicht direkt aus dem Stadtteil kommen, würden um Kirchrode derzeit einen großen Bogen machen. „Das führt dazu, dass die Laune unserer Kaufleute langsam aber sicher einen Niedrigpegel erreicht hat“, sagt der Vereinsvorsitzende. Angesichts der Dauerbaustellen macht sich Busche keine Hoffnung, dass sich die Situation demnächst verbessert: „Wir werden das noch sechs bis acht Monate lang durchstehen müssen.“

Von Christian Link

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