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Kirchrode Stadtbahnlinie 5 soll mehr Fahrgäste befördern
Hannover Aus den Stadtteilen Kirchrode Stadtbahnlinie 5 soll mehr Fahrgäste befördern
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21:55 25.11.2016
Auf der Grünfläche hinter der Wertstoffinsel Albert-Schweitzer-Hof will die Üstra ein Gleichrichterwerk bauen lassen. Quelle: Christian Link
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Hannover

Die Stadtbahnlinie 4 nähert sich der Kapazitätsgrenze. Obwohl die Üstra auf der Strecke zwischen Garbsen und Roderbruch bereits Züge mit drei Wagen einsetzt, reicht der Platz bald nicht mehr für alle Fahrgäste aus. Entlastung soll eine Erweiterung der Stadtbahnlinie 5 bringen, deren Strecke C-Ost zu zwei Dritteln auch von der Linie 4 bedient wird. Bevor auch zwischen Stöcken und Anderten drei statt zwei Wagen pro Zug fahren können, muss zunächst die Stromversorgung auf dieser Strecke verbessert werden. Zu diesem Zweck plant die Üstra den Bau eines neuen Gleichrichterwerks an der Tiergartenstraße.

Nach Angaben der Üstra ist das Fahrgastaufkommen auf der C-Ost-Strecke seit 2003 kontinuierlich gestiegen. Pro Jahr habe sich die Zahl der Passagiere um durchschnittlich 1,5 Prozent erhöht. Konkrete Zahlen nannte das Unternehmen, das nach eigenen Angaben jährlich fast 170 Millionen Fahrgäste befördert, allerdings nicht.

Der Einsatz von längeren Zügen für die Linie 5 wäre zwar schon jetzt möglich, aber äußerst störungsanfällig. „Der Betrieb von Drei-Wagen-Zügen benötigt den dreifachen Fahrstrom eines Einzelwagens und verursacht entsprechend größere Anfahrströme“, heißt es in einer entsprechenden Drucksache des Fachbereichs Tiefbau. Bei zu vielen Schienenfahrzeugen könne es zu großen Schwankungen und Stromausfällen im gesamten Streckenabschnitt kommen.

Auf einen geeigneten Standort für das Gleichrichterwerk haben sich Stadtverwaltung und Üstra bereits geeinigt: Es soll auf einer 265 Quadratmeter großen Grünfläche an der Ecke von Tiergartenstraße und Albert-Schweitzer-Hof gebaut werden. Sie befindet sich ziemlich genau zwischen den bestehenden Gleichrichterwerken Kleefeld und Kirchrode, die mit 3,3 Kilometern Abstand deutlich weiter voneinander entfernt liegen als andere Umspannwerke. Normalerweise beträgt die Distanz zwei Kilometer. Die Infrastrukturgesellschaft der Region Hannover (Infra), die für das Schienennetz zuständig ist, will im Sommer 2017 mit den Bauarbeiten beginnen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2018 geplant. „Die Infra wird das betreffende Grundstück von der Stadt erwerben“, heißt es in der Drucksache. Über den Kaufpreis macht die Verwaltung keine Angaben.

Die Gesamtkosten für das Gleichrichterwerk schätzt die Infra auf etwa 1,8 Millionen Euro. Den Großteil dieser Summe wird das Land Niedersachsen zahlen, während die Region Hannover hauptsächlich auf den Planungskosten sitzenbleibt. Der Anteil der Region wird voraussichtlich nur 650 000 Euro betragen.

Weil gegenüber dem geplanten Gleichrichterwerk eine historisch wertvolle Villa steht, hat bei der Außengestaltung auch die Denkmalpflege ein Wort mitzureden. „Die Fassade soll in Anlehnung an das gegenüberliegende denkmalgeschützte Gebäude (Tiergartenstraße 66) erfolgen, sodass es ein rotes Sichtklinkermauerwerk bekommt“, teilt die Verwaltung mit. Für den einstöckigen und unterkellerten Neubau muss nicht einmal die Hälfte des Grundstücks befestigt werden, weshalb auch keine Baumfällungen nötig sind. „Die verbleibenden, nicht befestigten Flächen des Grundstücks werden mit Sträuchern, Rasen und einem zusätzlichen Baum gemäß Umweltverträglichkeitsprüfung geplant“, heißt es in der Drucksache. Eine Einfriedung sei nicht geplant.

Nach Informationen des Stadt-Anzeigers haben die zuständigen Gremien bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit über das Thema beraten. Bei Grundstücksverkäufen ist diese Vorgehensweise üblich, allerdings handelt es sich bei dem Käufer dieses Mal nur formell um eine Privatfirma. Tatsächlich ist die Infra ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover, die wiederum der Stadt und der Region Hannover gehört.
Öffentlich wurde über das Thema erstmals am vergangenen Mittwoch im Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode gesprochen. Weil die Mandatsträger das Projekt aber schon kannten, wurde der einstimmige Beschluss ohne jegliche Wortbeiträge gefasst. Auch der Bauausschuss stimmte dem Bauvorhaben inzwischen zu.

Von Christian Link

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