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Kirchrode Streit um Hausnummern geht vor Gericht
Hannover Aus den Stadtteilen Kirchrode Streit um Hausnummern geht vor Gericht
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00:16 03.12.2016
Von Conrad von Meding
„Hat die Verwaltung eigentlich nichts Besseres zu tun?“, fragt Helmut Vesterling - hier vor dem Nachbarsgrundstück - empört. Quelle: Kutter
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Hannover

Die Ausgangslage ist die: Jahrzehntelang trug das Eckgrundstück die Hausnummer Sudetenstraße 24. Jetzt wird auf der Fläche ein neues Wohnhaus erbaut - mit Doppelgarage. Weil die Stadt aber auf der Sudentenstraße eine Verkehrsinsel eingerichtet hat, die die Garagenzufahrt am ursprünglichen Ort erschwert, soll die neue Zufahrt nun von der Teplitzer Straße aus erfolgen. Und deshalb sollen sich die Hausnummern in der Teplitzer Straße ändern.

Nachbar Helmut Vesterling ist empört. Sein Vater hat 1930 das Grundstück gekauft, „damals war es noch Weideland“, sagt der 82-Jährige. Als die Familie nach dem Krieg 1945 ihre Wohnung Engländern überlassen musste, zog sie in die Gartenlaube auf dem Grundstück, das später als Behelfsheim genehmigt wurde und die postalische Adresse Teplitzer Straße 1 erhielt. Das Wohnhaus wurde ausgebaut, der vom Großvater gegründete Klempnerbetrieb zog aus der Innenstadt auf das Grundstück, seit 1980 wohnt Helmut Vesterling selbst mit seiner Familie auf der Fläche. „Und jetzt soll ich auf einmal eine andere Adresse bekommen?“, ärgert sich der 82-Jährige. Er vermutet: „Da sitzt wohl einer, der keine Arbeit hat und sich welche besorgen muss.“

Schon im September hat der Bezirksrat einstimmig beschlossen, „keine Änderung bei der Hausnummerierung langjähriger Anlieger der Teplitzer Straße vorzunehmen“. Doch die Stadt bleibt stur. Sie verweist auf die für das Hausnummernwesen zuständige Verordnung über öffentliche Sicherheit und Ordnung (SOG-VO) und darauf, dass „nach unseren einheitlichen fachlichen Regeln“ die tatsächliche Zugangssituation zum Haus maßgeblich sei für die postalische Adresse. Nur so sei ein eindeutiges Auffinden von Anliegern „insbesondere in Notsituationen“ für Rettungskräfte gewährleistet. Weil nun die ehemalige Sudetenstraße 24 jetzt Teplitzer Straße 1 werde, solle aus dem Haus der Familie Vesterling Teplitzer Straße 5 werden - so sei gewährleistet, dass möglicherweise auch noch ein weiteres Haus dazwischen gebaut werden könne.

Vesterling kann es nicht fassen. „Diverse Eckgebäude an der Sudetenstraße und in anderen Bereichen der Stadt tragen eine andere postalische Adresse, als ihre Zufahrt anzeigt“, sagt er. Seine Anwältin aus der Kanzlei Schulze-Borges verweist zudem darauf, dass es in der Erläuterung zur Hausnummernverordnung, die die Stadt verschickt, heißt: „Liegt der Hauseingang nicht auf der Straßenseite des Gebäudes, so ist das Nummernschild an der dem Eingang nächstliegenden straßenseitigen Gebäudeecke anzubringen.“ Man könne sich also durchaus mit Hinweisen auf die verlegte Zufahrt begnügen.

Derartige Kompromissvorschläge von Vesterling hat die Stadt abgelehnt. Deshalb kommt es jetzt zum Prozess um eine Hausnummer.

Bürgerbeteiligung geht anders

Sehr geehrter Oberbürgermeister Stefan Schostok!
Ungern störe ich den vorweihnachtlichen Frieden im Rathaus. Da Sie aber viel Wert auf Bürgerbeteiligung legen, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf einen Ort am Rand der schönsten Stadt der Welt lenken, wo Bürger gerade gar nichts zu sagen haben: die Teplitzer Straße in Kirchrode. Dort streitet sich tatsächlich die Stadtverwaltung mit Anwohnern um Hausnummern, demnächst sogar vor Gericht. Weil der Eigentümer eines Eckgrundstücks seine Garageneinfahrt von der Sudetenstraße in die Teplitzer Straße verlegt, wollen Ihre Mitarbeiter in der Teplitzer Straße die Hausnummern neu vergeben. Ich kann die Anwohner gut verstehen, die zwar nicht umziehen, aber dennoch ihre Anschrift ändern müssen.
Sehr geehrter Herr Schostok, man mag wirklich kaum glauben, was da gerade im Rathaus mit den Hausnummern passiert. Klar, jeder will, dass Rettungswagen einen Anschrift schnell finden. Aber gibt es nicht pragmatischere Lösungen, die die Anwohner nicht vergrätzen? Ich finde, Bürgerbeteiligung geht anders.
Ein Kommentar von Mathias Klein

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