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Kleefeld 16 Eichen müssen Fernwärme weichen
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld 16 Eichen müssen Fernwärme weichen
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02:15 19.02.2016
In der Stenhusenstraße sollen heute 16 Eichen gefällt werden. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Kleefeld

Die Stadt will lediglich fünf Bäume ersatzweise anpflanzen, darüber hinaus soll es aus Platzgründen nur neue Sträucher geben. Die Fällaktion ist Teil eines stadtweiten Sonderprogramms, mit dem Verwaltung und Enercity mehrere Tausend potenzielle Gefahrenquellen ausmerzen wollen. „Die Bäume werden aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Die Stenhusenstraße ist Teil einer dicht mit Bäumen bestandenenen Trasse zwischen Schaperplatz und Eilenriede. Nebeneinander sind Fahrbahn, ein Grünzug mit Bäumen und ein Radweg angelegt. Die Straße wird nach der Baumfällung weit mehr als die Hälfte ihrer Eichen verloren haben.

SPD und Grüne im Bezirksrat Buchholz-Kleefeld monierten, dass für die Ersatzpflanzungen der Radweg - er ist nicht benutzungspflichtig - teilweise abgebaut werden soll. Die Fraktionen wollen die Strecke für Radler aus Sicherheitsgründen komplett erhalten. Denn die Stenhusenstraße ist schmal, Radfahrer sollen dem Autoverkehr auch künftig auf einem eigenen Radweg ausweichen können. Deshalb forderte die Bezirksratsmehrheit in der jüngsten Sitzungen per Änderungsantrag, dass der Radweg erhalten bleibt. Dafür soll die Stadt 16 Bäume an anderer Stelle in Kleefeld nachpflanzen. Geht es nach dem Willen des Bezirksrats, werden an der Stenhusenstraße allenfalls Sträucher neu gepflanzt - für mehr reicht der Platz nicht.

Die CDU lehnte die Baumfällung ab. „Das sind alte Eichen, die das Ortsbild prägen“, kritisierte Fraktionsvorsitzender Eike Borstelmann. Schon im Dezember vorigen Jahres hatten die Christdemokraten Bedenken angemeldet und die Vorlage der Stadt zur Beratung in die Fraktionen gezogen. Nun kam die Drucksache erneut auf den Tisch, neue Argumente gegen die Fällung legte die CDU nicht vor. Borstelmann zeigte sich skeptisch, ob das Sonderprogramm tatsächlich an Stellen wie der Stenhusenstraße zur Fällung führen müsse. Er warnte, dass dadurch Tausende Bäume in ganz Hannover verschwinden könnten. „Das lehnen wir ab.“

Ursprung des Sonderprogramms ist die Sorge, dass Bäume für große Schäden an Fernwärme-, Gas- und Stromleitungen sorgen könnten. Stadtverwaltung und Enercity haben Beispiele wie die Gasexplosion in einem Wohnhaus im nordrhein-westfälischen Viersen vor Augen. Im Winter 1992/93 hatten Baumwurzeln, unter anderem vom Wind bewegt, die Schweißnaht einer Gasleitung so beschädigt, dass Gas austrat und in den Keller eines Wohnhauses strömte. Ein Funke reichte später aus, um das Luft-Gas-Gemisch zum Explodieren zu bringen; eine Frau starb bei dem Unglück.

Ein Abgleich mit dem hannoverschen Straßenbaumkataster ergab, dass 16 600 Bäume näher als 2,50 Meter an Leitungen heranreichen, davon knapp 2200 weniger als 1,50 Meter - diese Standorte gelten als potenziell gefährdet und werden seit Jahren genauer untersucht. Allerdings soll der betreffende Baum nicht immer verschwinden: Die Leitungen können verlegt oder gesichert werden, auch Wurzelbehandlungen sind möglich. Doch wo all das nicht reicht, muss die Säge ran.

Eine Verlegung der Fernwärmeleitung an der Stenhusenstraße, die die Medizinische Hochschule versorgt, hätte nach Angaben von Enercity eine Million Euro gekostet. Die Kosten für Fällung und Ersatzpflanzung betragen rund 40 000 Euro. Die Stadt entschied sich für die Fällung.

n Fällungen behindern Verkehr: Die Baumfällarbeiten an der Stenhusenstraße haben Folgen für Autofahrer. „Der Verkehr wird örtlich umgeleitet und im Bereich der Sackgasse an der Arbeitsstelle vorbeigeführt“, sagt Stadtsprecher Dix. Für die Verkehrsteilnehmer könne das zeitliche Verzögerungen bedeuten.

Von Marcel Schwarzenberger

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