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Kleefeld Hier blockieren 50 neue Fahrradbügel den Radweg
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld Hier blockieren 50 neue Fahrradbügel den Radweg
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18:33 14.11.2017
Von Gabi Stief
Nicht kleckern, klotzen: Am Schweriner Platz stehen 50 Fahrradbügel - auf einem Radweg. Quelle: Stief
Hannover

Der Ruf des städtischen Bauamts ist nicht der beste. Es heißt, dem Amt fehle eine gehörige Portion Bürgernähe. Auch wird den Chefs Knausrigkeit nachgesagt; etwa, wenn es um die Sanierung maroder Schulen geht. Jetzt hat man anscheinend im Rathaus beschlossen, sich mal von der großzügigen Seite zu zeigen: Ende Oktober wurden auf dem Gehweg gegenüber der Grundschule Im Kleefelde am Schweriner Platz Fahrradbügel installiert. Nicht zehn, sondern gleich 50, akkurat aufgereiht wie eine Hindernisstrecke für Zwerge - nach dem Motto: Nicht kleckern, klotzen!

Es ist zu vermuten, dass Kleefeld damit nun stadtweit den größten öffentlichen Parkplatz für Zweiräder vorhält. Wahrscheinlich stehen hier mehr Fahrradbügel als vorm Hauptbahnhof. Die Frage ist nur: War das notwendig? An dieser Stelle, wo weder Bahnen halten, noch Geschäfte locken, aber bislang ein Fahrradstreifen angedeutet war, der nun unbenutzbar ist.

Ist das Angebot nicht allzu üppig ausgefallen?

Bei der Verwaltung heißt es, von Radweg könne keine Rede sein, da eine „Radwegbeschilderung“ fehle. Dass der Weg dennoch von Radlern genutzt wird, was an dieser Stelle auch sinnvoll erscheint, weil auf der Straße wenig Platz ist, kümmert die Stadt offensichtlich nicht. Ihr geht es um die Buchstaben der Vorschrift, wohl weniger um die Sicherheit der Radfahrer im Straßenverkehr. Die Überlegung, dass die Bügel vielleicht direkt vor der Schule besser stünden, weist das Amt mit Hinweis auf die Denkmalschutzbestimmungen ebenfalls zurück. Da das Schulgebäude von 1922 ein Denkmal ist, vertrage die Ansicht des Backsteinbaus nur die bereits vorhandenen zehn Bügel rechts und links vom Haupteingang.

Bleibt als letzter Einwand: Ist das Angebot nicht allzu üppig ausgefallen? Auch darauf hat die Verwaltung eine pädagogisch anspruchsvolle Antwort: Da man das Ziel verfolge, die „Elterntaxis“ (sprich: Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule) abzuschaffen, dürften künftig mehr Schüler als heute mit dem Rad zur Schule kommen. Zudem seien die Bügel ja auch von den Anwohnern nutzbar. Stichwort: Bürgernähe.

Und was sagen die Bürger zu dem unverhofften Geschenk vor ihrer Tür? Am vergangenen Wochenende waren alle 50 Bügel verwaist. Und von Beifall keine Spur. Nachbar Gert Heisrath rätselt vielmehr, wie man auf die Idee kommen könne, dass 50 Bügel nötig seien. Katja Utecht schreibt, wenn man als Radfahrer jetzt vom Dohmeyers Weg komme, wisse man nicht genau, wohin man ausweichen solle - Fußweg oder Straße? Außerdem fürchtet sie um die Schüler, die ihr Rad abschließen und dann schnell über die Straße zur Schule rennen, ohne auf den Verkehr zu achten. Ihr Urteil: ein Schildbürgerstreich!

Bezirksbürgermeister Henning Hofmann hält die Anschaffung für eine gute Sache; allerdings vermisst er „Augenmaß“ und eine Klarstellung für die Radler. Gemeinsam mit dem Tiefbauamt will er nun nach einer preiswerten Lösung suchen. Im Gespräch ist der Einsatz weißer Farbe, mit der eine Radspur auf der Straße oder auf dem Gehweg markiert wird. Dies könnte allerdings für neue Probleme sorgen, wie ein Kommentator im Netz vorsorglich anmerkt: Sollten tatsächlich irgendwann einmal 50 Schüler ihre Räder abstellen, dürfte es auf einem zwei Meter breiten kombinierten Fuß- und Radweg Gedrängel geben.

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