Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kleefeld Schule wartet seit sieben Jahren auf neue Turnhalle
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld Schule wartet seit sieben Jahren auf neue Turnhalle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 09.06.2017
Von Saskia Döhner
Nicht zufriedenstellend: Mahsa Farahpour (v. l.), Uwe Specht und Helmut Lorenscheidt mit Schulleiterin Sabine Sahling. Quelle: Samantha Franson
Anzeige
Hannover

2010 hat die Region beschlossen, dass die seit Jahren marode Turnhalle der Alice-Salomon-Schule in Kleefeld abgerissen und neugebaut wird. Bis aus dem politischen Beschluss Wirklichkeit wird, dürfte es jedoch bis 2020 dauern. „Zehn Jahre zwischen Beschluss und Fertigstellung, das ist doch Irrsinn,“ hatte CDU-Fraktionschef Bernward Schlossarek in der jüngsten Schulausschusssitzung der Region kritisiert, „das kann man Schülern, Eltern und Lehrern nicht zumuten.“

Streit, Bauvorgaben und Denkmalschutz

Uwe Specht, der den Fachbereich Schule leitet, nennt dies bei einem Ortstermin mit Schulleiterin Sabine Sahling am Dienstag zwar nicht „Irrsinn“, aber doch „ärgerlich und nicht zufriedenstellend“. Strenge Bauvorgaben der Stadt, Streit um Grundstückgrenzen, Sichtachsen, Baumschutzsatzung und Denkmalschutz, aber auch eigenwillige Architekten, sie alle tragen ihren Anteil daran, dass Generationen von Schülern mit einer sanierungsbedürftigen Turnhalle und 60 Jahre alten maroden Duschen leben müssen.

Fußball- und Volleyball dürfen in der Halle nicht gespielt werden, weil sonst die Lampen oder die Deckenplatten kaputt gehen könnten. Die Schüler müssen auf andere Sportstätten ausweichen - etwa im Kaiser-Center, an der Grundschule Wendlandstraße, im Deutschen Tennis Verein und am Annabad.

Gebäude aus dem 19. Jahrhundert

Das Schulgebäude aus dem Jahr 1873, ursprünglich eine Provinzial-Blindenanstalt, heute berufsbildende Schule für Erzieher, Heilpädagogen und andere Sozial- oder Gesundheitsberufe, stellt Architekten tatsächlich vor besondere Herausforderungen, wie Mahsa Farahpour von der Region erläutert. Das Areal steht unter Denkmal- und Ensembleschutz, auf dem Gelände sind 100 Jahre alte Eichen mit weit verzweigten Wurzeln, die unangetastet bleiben müssen, und ein Kesselhaus, das im Abstand von fünf Metern nicht an ein anderes Gebäude grenzen darf.

Bereits 2,75 Millionen Euro investiert

Von 2004 bis 2015 hat die Region schon 2,75 Millionen Euro in die Alice-Salomon-Schule gesteckt, etwa für Heizungs,- Fenster-, Dach- und Klassenraumsanierung. „Wir brauchen aber endlich auch eine neue Turnhalle für den Schulsport und die Ausbildung unserer Erzieher“, fordert Schulleiterin Sahling.

Weil eine grundlegende Sanierung viel zu teuer gewesen wäre, hatte die Region 2010 entschieden, die alte Ein-Feld-Halle abzureißen und auch gleich den Pavillon, der 1973 als Provisorium für zehn Jahre aufgestellt worden war. Stattdessen sollte ein zweistöckiges Gebäude mit Zwei-Feld-Halle und vier Klassenräumen neu gebaut werden - geplante Gesamtkosten: 4,6 Millionen Euro.

Die Alice-Salomon-Schule in Kleefeld wartet seit 2010 auf die bereits beschlossene Sanierung ihrer Turnhalle.

Den Architektenwettbewerb hatte 2013 zunächst ein Bielefelder Büro gewonnen, Rektorin Sahling erlaubte ihren Schülern daraufhin Halle und Pavillon mit Graffitti zu besprühen, schließlich würden sie ja bald abgerissen werden. Vier Jahre später stehen die bunten Gebäude immer noch.

Die Stadt Hannover meldete auf einmal Bedenken an: Die Abstandsgrenzen zu den benachbarten Wohnhäusern sei zu gering, der hohe Grundwasserspiegel mache den ursprünglichen Plan, die Turnhalle im Boden zu versenken, zunichte. Die Nachverhandlungen mit den Bielefelder Architekten zogen sich über drei Jahre hin. Da sie nicht bereit waren, ihren Entwurf zu überarbeiten, musste die Region neue Architekten suchen und beauftragte schließlich den Zweitplatzierten aus dem Wettbewerb, ein Büro aus Hannover.

„Wir bauen eine schöne Sporthalle für eine schöne Schule“, sagt Specht. Im Herbst soll die Region über den neuen Plan entscheiden. Es soll teuer werden als zunächst geplant, um wie viel ist noch unklar. „Es wird alles toll werden“, betont Helmut Lorenscheidt vom Fachbereich Schule. „Auf alle Fälle, viel besser als vorher.“

„Sprint“ nennt sich das Projekt, das das niedersächsische Kultusministerium Ende 2015 auf den Weg brachte, um jungen Flüchtlingen, die dem Schulalter gerade entwachsen sind, die deutsche Sprache beizubringen und berufliche Orientierung zu bieten. Doch nicht immer läuft alles nach Plan.

Gabi Stief 30.05.2017

Die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat die Hannoverschen Werkstätten besucht. Dort läuft seit kurzem ein von ihrem Ministerium finanziertes Projekt, in dem Tablet-PCs mit Lernvideos den Kursteilnehmern helfen, Arbeitsabläufe besser zu meistern.

Bärbel Hilbig 05.05.2017

Polizeipräsident Volker Kluwe und Bürgermeister Thomas Hermann haben am Donnerstag bei Wassertemperaturen um die 22 Grad im Kleefelder Annabad offiziell die Freibadsaison eröffnet.

Tobias Morchner 27.04.2017
Anzeige