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Feuerwehr-Sport: Cool bei Feuer, heiß auf dem Eis

Kleefeld Feuerwehr-Sport: Cool bei Feuer, heiß auf dem Eis

Hannovers Brandbekämpfer machen bei Feuer und auf dem Eis eine gute Figur. Davon konnten sich zum Saisonauftakt für die Feuerwehr Eishockey Liga (FEL) Nord im Eisstadion am Pferdeturm genau 807 Besucher überzeugen – für eine Betriebssportgruppe mehr als beachtlich. Zu Gast hatten die Hannover Firebugs die Elbepiraten aus Hamburg.

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Vorher und nachher: Das Eishockeyteam der Berufsfeuerwehr Hannover ist in beiden Fällen gut angezogen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Als Sieger stand schon vor dem Face-off, wie der Eishockeyspieler den Anpfiff nennt, der Verein Paulinchen fest. Die Initiative für brandverletzte Kinder darf sich nicht nur über den Erlös des Spiels freuen. Die Besucher, die ins Stadion strömten, ließen am Eingang auch die Spendendosen rappeln.

„Normalerweise kommen 200 bis 300 Zuschauer zu unseren Spielen“, weiß Spartenleiter Dennis Bennecke. Diesmal hatten seine Firebugs aber eine Stadionwette mit dem Fanprojekt der EC Hannover Indians, „ECHte Hannoveraner“, geschlossen. „Wir wetten, dass Ihr es nicht schafft, zu diesem Spiel 1500 Zuschauer in unseren Kleefelder Kulttempel zu locken!“, lautete die Herausforderung an das Fanprojekt. Als Wettverlierer mussten die Indians-Fans am Folgetag beim Heimspiel ihrer Mannschaft Wunderkerzen für den Verein Paulinchen verkaufen. Hätten die Firebugs verloren, hätten sie „in überraschender Freizügigkeit“ die Pucks der Indians einsammeln müssen.

Immerhin waren die ECH-Fans sichtlich bemüht, die Wette zu gewinnen. Neben Feuerwehruniformen und Firebugs-Fantrikots trugen viele Zuschauer die Kluft der Hannover Indians. Mit Pauken und Gesängen heizten vor allem die ECH-Fans die Atmosphäre zusätzlich an. Daran, dass Firebugs-Stürmer Marcel Schlösser gleich zweimal wegen Prügelei auf die Strafbank musste, hatten sie jedoch keine Schuld. Dafür war allein die hitzige Stimmung auf dem Eis verantwortlich.

Nach nur vier Minuten lagen die Gäste aus Hamburg bereits mit zwei Toren in Führung. Doch die hannoverschen Feuerwehrleute sagten das Debakel wieder ab und kämpften sich zurück in die Partie. Pünktlich mit dem Ende des ersten Drittels schafften die Firebugs den Ausgleich zum 3:3 und machten beste Werbung für ihren Sport. Im letzten Drittel kippte das Spiel dann aber wieder zugunsten der Elbepiraten. Am Ende mussten die Firebugs eine 4:7-Niederlage hinnehmen.

„Was richtige Eishockey-Taktik angeht, sind wir noch recht unbedarft“, räumt Spartenleiter Bennecke ein, der als Defensivspieler selbst die Kufen anschnallt. Diese Tatsache offenbarten die Firebugs auch beim Spiel gegen die Elbepiraten. Mit ihrer Trainerin an ihrer Seite hätten die Feuerwehrleute sicherlich einige taktische Mängel abstellen können. Doch Eishockey-Rekordnationalspielerin Bettina Evers, die das Freizeitteam in ihrer Heimatstadt betreut, war leider zeitgleich in der Damen-Bundesliga für den Münchner-Vorortclub ESC Planegg im Einsatz.

„Wir haben einen ganz schönen Sprung gemacht“, sagt Bennecke zum Start der zweiten FEL-Nord-Saison. Die besteht aus insgesamt vier Teams aus Hannover, Hamburg, Bremerhaven und Wolfsburg. Die Hannoveraner machen sich diesmal Hoffnung auf den zweiten Platz, den sie im Vorjahr knapp verfehlten. Doch das Niveaugefälle bei den Firebugs ist groß. „Manche Kollegen stehen auf den Schlittschuhen wie eine Eins, andere eher leidlich. Die machen das, um sich für den Job fit zu halten“, sagt Bennecke. Der Großteil des 32-köpfigen Teams gehört zur Berufsfeuerwehr; drei gehören zur Freiwilligen Feuerwehr, einer ist bei der Flughafenfeuerwehr. Außerdem ergänzen noch drei Krankenpfleger und ein Versicherungskaufmann die Mannschaft. „Wir kriegen es ganz gut hin, dass wir zu den Spielen drei Reihen aufstellen“, sagt Bennecke.

Vom Spielniveau her sind die Freizeitsportler der Feuerwehr in den unteren Amateurligen anzusiedeln, wie kürzlich bei einem Freundschaftsspiel gegen die Landesligamannschaft aus Wunstorf deutlich wurde. „Da hätten wir besser nicht antreten sollen, die haben Hase und Igel mit uns gespielt“, sagt Bennecke. Angesichts des Endergebnisses von 20:1 fügt er lachend hinzu: „Die waren ganz überrascht, dass wir auch ein Tor geschossen haben.“

Eishockey als Betriebssport dürfte in Hannover einzigartig sein. „Die Idee kam ursprünglich aus dem Westen. Wir sind auf das Pferd mit aufgesprungen“, erklärt Bennecke. Die FEL-West ist bereits in seiner fünften Saison. Anfangs habe es zwar etwas Überzeugungsarbeit benötigt, die Eishockey-Sparte bei der hannoverschen Feuerwehr zu gründen. Vor allem die Unfallgefahr sei problematisch gewesen. „Obwohl es beim Eishockey richtig zur Sache geht, ist die Verletzungsgefahr aber geringer als beim Fußball oder Handball“, weiß Bennecke aufgrund von Versicherungsstatistiken. „Man ist ja überall dick gepolstert.“

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Kleefeld in Zahlen
  • Stadtbezirk : Buchholz-Kleefeld, 4. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Kleefeld, Groß-Buchholz, Heideviertel
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.135 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Kleefeld (12.045 Einwohner), Groß-Buchholz (26.128 Einwohner), Heideviertel (4.962 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 3.090 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30655, 30625, 30627
Hannover in Trümmern

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