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Kleefeld Wird das Jugendzentrum in Kleefeld geschlossen?
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld Wird das Jugendzentrum in Kleefeld geschlossen?
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14:19 24.08.2017
Von Gabi Stief
Die geplante Schließung des Jugendzentrums in Kleefeld wird im Bezirksrat heiß diskutiert. Quelle: Dillenberg
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Hannover

Die Frage, ob die Stadt das Geld der Bürger für die richtigen Projekte ausgibt, sorgt des öfteren für hitzige Diskussionen. Manchmal geschieht dies unerwartet und überrascht sogar Politiker, die in diesen Debatten geübt sind – wie kürzlich bei einer Sitzung des Bezirksrats Buchholz-Kleefeld. Auf der Tagesordnung stand die zum Jahresende geplante Schließung des einzigen Jugendzentrums in Kleefeld. Gut ein Dutzend Jugendlicher war erschienen, um sich für den Erhalt des Treffpunkts einzusetzen. Am Ende mussten die jungen Besucher lernen, dass es ein paar Dinge gibt, die noch wichtiger sind als ein Jugendzentrum.

Mehr als 100.000 Euro für Stadtgrün

Der Reihe nach: Bevor es um die Frage gehen sollte, wie das Jugendzentrum noch zu retten sei, stand ein anderes Thema auf der Tagesordnung. Annemarie Hische berichtete über ein Pilotprojekt des Fachbereichs Umwelt namens „Stadtgrün – Artenreich und Vielfalt“. Sie referierte über die Bedeutung biologischer Vielfalt, erzählte von der Anlage einer Streuobstwiese im Roderbruch, bei der drei Saatguten getestet werden, und über die Vorliebe von Heuschrecken für hohes Gras. Aus diesem Grund würden nun verschiedene Mähtechniken ausprobiert. Auf die Frage eines Bezirksratsmitglieds, wie der Bürger von dem Projekt profitiere, sagte Annemarie Hische, dass es doch ganz schön sei, wenn Kinder auf der Wiese neben dem Spielplatz auch mal eine Raupe sehen. Außerdem gehe es um die „Initiierung von Nachahmungseffekten“. Die Kosten des Gesamtprojekts: 321 000 Euro. Etwa 189 000 Euro steuert das Bundesamt für Naturschutz bei.

Um geringere Beträge ging es in der anschließenden Diskussion. Vertreter des evangelischen Stadtkirchenverbands, Betreiber und Eigentümer des Jugendzentrums, berichteten von den eigenen finanziellen Nöten. Seit Langem reichten die Zuschüsse der Stadt von rund 93 000 Euro im Jahr nicht aus, erklärte Superintendentin Bärbel Wallrath-Peter. Etwa 37 000 Euro zahle die Kirche jedes Jahr drauf, um die Gründerzeit-Immobilie und anderthalb Mitarbeiterstellen zu finanzieren. Angesichts sinkender Einnahmen stünde die Kirche unter Druck, sagte Wallrath-Peter. Kleefeld ist nicht das erste Opfer. Um zu sparen, wurde 2016 bereits das Haus der evangelischen Jugend in Linden verkauft, in dem sich Jugendliche mit Handicap treffen.

Unverständnis bei den Jugendlichen

Die Kritik der SPD-Politikerin Belgin Zaman, der Stadtkirchenverband habe nicht frühzeitig das Gespräch gesucht, wies Stadtjugendpastor Torsten Pappert zurück. Die Probleme seien seit Langem bekannt. Vor zwei Jahren habe die Stadt signalisiert, dass man nach einer anderen Immobilie suche. „Darauf haben wir uns verlassen; aber nichts ist geschehen.“ Zaman bedauerte, dass auf die Schnelle kein zusätzliches Geld im städtischen Haushalt locker zu machen sei. Erst im Herbst 2018 stünden die nächsten Beratungen an. „Wir müssen eine Übergangslösung finden.“

Was hoffnungsvoll klingen sollte, kam bei den Jugendlichen nicht so recht an. „Ich verstehe nicht, warum Sie für dieses Grünzeug 100 000 Euro ausgeben und für Jugendliche nichts“, fragte Elgin, einer von ihnen. Am 14. September soll auf Wunsch des Bezirksrats eine Anhörung zu dem Thema mit Vertretern der Stadt und der Kirche stattfinden.

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