Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kleefeld Bildungsministerin besucht Hannoversche Werkstätten
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld Bildungsministerin besucht Hannoversche Werkstätten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 05.05.2017
Von Bärbel Hilbig
Ali Hassan (rechts) zeigt Bildungsministerin Johanna Wanka (Mitte), wie der Lern-PC funktioniert. Quelle: Frank Wilde
Anzeige
Hannover

Seit Kurzem hilft ein Tablet-PC mit Lernvideo Ali Hassan bei der Arbeit. Der junge Mann mit Handicap lernt in den Hannoverschen Werkstätten verschiedene Arbeitsabläufe in der Hauswirtschaft. Jetzt steht er vor einer Wäschemangel, umringt von einem großen Besucherpulk und zeigt, wie die Sache mit dem Lernvideo funktioniert. Denn unter den neugierigen Besuchern in der Lathusenstraße befindet sich Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, deren Haus das Projekt finanziert.

Ali Hassan lässt das Video laufen, während er ein Geschirrtuch durch die Mangel schickt. Im Film sieht er die Maschine aus dem gleichen Blickwinkel wie in der Realität. Er bekommt Tipps, was vor und während der einzelnen Arbeitsschritte zu beachten ist. Die Stimme im Film rät Ali Hassan zum Beispiel, darauf zu achten, dass die Mangel das Geschirrtuch gerade einzieht. Für Menschen mit Lernschwierigkeiten ist so ein arbeitsbegleitendes Lernvideo besonders sinnvoll. Denkbar ist der Einsatz aber auch in vielen anderen Bereichen, glaubt Professor Christian Bühler, Leiter des Instituts für Rehabilitationstechnologie an der Technischen Universität Dortmund.

Sein Team entwickelt die filmischen Anleitungen im Projekt Via4all (Video Interactive & Augmented) in Zusammenarbeit mit den Hannoverschen Werkstätten. „Der Mitarbeiter kann den Film selbst stoppen, wenn er unsicher ist, und bekommt dann Zusatzinformationen“, erläutert Bühler. Auch eine Wiederholung der Anleitungsschritte ist jederzeit möglich. „Das heißt, der Teilnehmer muss nicht dreimal den Anleiter fragen und sich dabei unwohl fühlen“, stellt Ministerin Wanka fest.

Für die Entwicklung des Lernvideos ließen die Wissenschaftler erfahrene Mitarbeiter die Arbeit mit einer am Kopf befestigten Kamera filmen. Gleichzeitig nahm ein Eyetracker auf, wohin sich dabei der Blick des Profis richtet. Das Gleiche wiederholten sie mit den behinderten Kursteilnehmern. Durch die Analyse der Unterschiede erfuhren die Wissenschaftler, wo die Anfänger Probleme und Erklärungsbedarf haben. „Es reicht einfach nicht aus, die Arbeitsprozesse stupide abzubilden“, sagt Bühler.

Bei den Kursteilnehmern kommt die Lernhilfe gut an. „Die Arbeit damit macht Spaß“, berichtet Ali Hassan. Rund 110 jüngere Behinderte erkunden nach der Schulzeit im Berufsbildungsbereich der Hannoverschen Werkstätten ihre Fähigkeiten, gehen später dauerhaft in einen der Werkstattbereiche oder wechseln manchmal auch in reguläre Betriebe. Insgesamt sind rund 1100 Menschen mit Behinderung an verschiedenen Standorten der Werkstätten beschäftigt.

Wanka sieht bei ihrem Besuch auch Nina Spuhler und Anne Doile in der Abteilung Dekoration über die Schulter und lässt sich die Holzwerkstatt zeigen, wo die digitalen Medien noch nicht Einzug gehalten haben. „Wir planen, die Technik in allen Arbeitsbereichen einzusetzen“, sagt Andreas Greth, Leiter des Berufsbildungsbereichs. Der Zugang falle besonders jüngeren Behinderten leicht. „Alle haben ein Smartphone.“ Die Bedienung eines Geräts durch Berührung des Bildschirms sind sie also gewohnt.

Polizeipräsident Volker Kluwe und Bürgermeister Thomas Hermann haben am Donnerstag bei Wassertemperaturen um die 22 Grad im Kleefelder Annabad offiziell die Freibadsaison eröffnet.

Tobias Morchner 27.04.2017

Sie ist eine Sackgasse und gehört zur Tempo-30-Zone - und doch könnte die Nackenberger Straße noch sicherer werden. Das findet zumindest der Schulelternrat der angrenzenden Grundschule Buchholz-Kleefeld II. Der Bezirksrat stimmt zu und beantragt eine Aufpflasterung.

26.04.2017

Ein Schrank mit Stofftieren, Spielzeugautos und Puppen vor Schulen: Ein solches Modell nach Vorbild der Bücherschränke, die überall in der Stadt stehen, wünschen sich Grundschüler aus dem Stadtbezirk. Die Stadt lehnt den Vorschlag jedoch ab.

13.04.2017
Anzeige