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Kleefeld Defekte Aufzüge fesseln Senioren an Wohnungen
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld Defekte Aufzüge fesseln Senioren an Wohnungen
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00:15 30.11.2016
Einige Bewohner sind wegen defekter Fahrstühle in dem Haus an der Schweriner Straße und der angespannten Park-Situation unzufrieden. Quelle: Mario Moers
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Hannover

Dass der Aufzug streikt, daran sind die Bewohner einer Wohnanlage für ältere Menschen in der Schweriner Straße bereits gewöhnt. Als sie jedoch plötzlich mehr als eine Stunde in dem Fahrstuhl eingeschlossen war, bekam es eine 82-jährige Mieterin der Hausnummer 9 mit der Angst zu tun. „Ich habe angefangen, gegen die Türen zu ballern. Als der Aufzug auf einmal wieder losrumpelte, dachte ich, jetzt stürze ich ab“, erzählt die Seniorin. Ihren Namen will sie nicht in der Zeitung lesen. Wie einige ihrer Nachbarn fürchtet sie, bei einer öffentlichen Beschwerde über die ständigen Aufzug-Ausfälle ihre Wohnung zu verlieren. Bei der Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz ist das Problem bekannt. Akuten Handlungsbedarf, die Aufzüge Baujahr 1976 in den vier betroffenen Häusern zu ersetzen, sieht man allerdings nicht. „Dass nach 40 Jahren ab und zu etwas ausfällt, das ist doch eigentlich normal“, kommentiert ein Unternehmenssprecher eine entsprechende Anfrage des Stadt-Anzeigers. Frühestens im kommenden Jahr sollen die Aufzüge der Hausnummern 9, 11, 13 und 15 sukzessive erneuert werden. Aus Sicht einiger Bewohner und Angehöriger viel zu spät. Sie werfen der Genossenschaft grundsätzliche Versäumnisse im Umgang mit den vorwiegend älteren Bewohnern vor. Neben den Aufzügen bereiten auch die Parkplätze einer in der Anlage ansässigen Diakoniestation Probleme.

„Wenn der Aufzug kaputt ist, wird er in der Regel schnell wieder repariert“, berichtet Renate T. Die Bewohnerin der Hausnummer 13 bestätigt die Probleme, die besonders die älteren Bewohner vorübergehend an ihre Wohnungen fesseln. Die Treppe schaffen viele nicht mehr. In der Hausnummer 9 zog sich ein Ausfall zuletzt über mehrere Tage hin. „Wir mussten für die Steuereinheit ein Ersatzteil bestellen“, erklärt der Sprecher der Wohnungsgenossenschaft den Hintergrund. Auch er legt Wert darauf, nicht namentlich genannt zu werden. Stattdessen verweist er auf neue digitale Schwarze Bretter, die man in den Häusern installiert habe. „Dort informieren wir die Bewohner über alle Neuigkeiten und wichtigen Informationen“, erklärt er. Überhaupt seien in den vergangenen Jahren Millionenbeträge in die Modernisierung geflossen. So wurden etwa neue Fenster eingebaut. „Wir hätten uns gewünscht, dass zuerst die Aufzüge gemacht werden“, kritisiert eine 86-jährige Bewohnerin. Die Kommunikation zwischen Bewohnern und Wohnungsgenossenschaft scheint nicht allein in diesem Punkt zumindest gestört.

Als ärgerlich empfinden viele Bewohner auch die Parksituation. Seit Anfang des vergangenen Jahres ist in ein ehemaliges Restaurant im Erdgeschoss der Hausnummer 9 eine Diakoniestation eingezogen. Die Fahrzeuge des Pflegediensts und der Mitarbeiter benötigen Platz. „Es ist ein Problem, dass überall die Diakonie-Autos stehen“, findet Renate T. Es sei zwar möglich, Parkplätze zu finden, aber schwieriger als zuvor. Ein Angehöriger einer Bewohnerin wandte sich nun an die Stadt. Er fand heraus, dass die Genossenschaft mit dem Einzug der Diakoniestation möglicherweise zusätzliche Parkplätze hätte schaffen müssen. „Wir befinden uns in Gesprächen, um möglichst bald eine Lösung für dieses Problem zu finden“, kommentiert der Unternehmenssprecher. Auf Anwohnerseite will man sich mit solchen Bekenntnissen nicht zufriedengeben. Jüngst hat man Bezirksbürgermeister Henning Hoffmann informiert. „Es ist ein Ärgernis, ältere Menschen überhaupt in so eine Situation zu bringen“, so der Sprecher, der sich als Angehöriger einer Bewohnerin der Sache angenommen hat.

Von Mario Moers

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