Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Diese Inklusionsband bricht das Eis

Hannoversche Werkstätten Diese Inklusionsband bricht das Eis

Vor 23 Jahren gründeten sich Die Eisbrecher, die Inklusionsband der Hannoverschen Werkstätten. Einige Mitglieder sind bis heute dabei. Die Band will Grenzen durchbrechen und tourt regelmäßig durch die Region. Auf dem Fährmannsfest etwa gehören sie mittlerweile fest zum Inventar.

Voriger Artikel
Wird das Jugendzentrum in Kleefeld geschlossen?
Nächster Artikel
Wenn Seniorinnen den Poetry Slam für sich entdecken

Im kleinen Probenraum der Hannoverschen Werkstätten treffen sich Die Eisbrecher ­wöchentlich und studieren Musikstücke ein.

Quelle: privat

Hannover. Seit mehr als 20 Jahren sind Die Eisbrecher ein eingespieltes Team. Die Inklusionsband der Hannoverschen Werkstätten probt wöchentlich in der Lathusenstraße – Hits aus den verschiedensten Genres, aber auch eigene Stücke. „Wir spielen Rock, Blues und Pop“, sagt Klaus Fiebig, der seit einiger Zeit für Die Eisbrecher singt. „Und manchmal sogar Schlager“, fügt Dagmar Liepe hinzu. Einige Mitglieder der zwölfköpfigen Band sind wie Liepe seit dem ersten Tag dabei. „Momentan sind wir nur zu acht“, sagt Christian Kunz von den Hannoverschen Werkstätten, der die Band leitet.

30 Bewerber beim Casting

Damals – beim Bandcasting vor 23 Jahren – seien 30 Bewerber gekommen. Da musste Kunz leider einige Absagen erteilen. Aus dem Pilotprojekt mit einer groben Idee sei dann die Erfolgsband entstanden. „Die Bandmitglieder dürfen aber nur innerhalb des Hauses rekrutiert werden“, erklärt der Bandleader. Gemeinsam wird nämlich nicht nur geprobt – Die Eisbrecher touren auch durch verschiedene Bereiche der Einrichtung und treten in der Region Hannover auf Straßenfesten auf.

Vor ein paar Wochen hatte die Band mit Schlagzeug, Keyboard und Gitarren ihren längst traditionellen Gig beim Fährmannsfest in Linden. „Es geht bei uns einfach darum, gemeinsam Musikstücke zu erarbeiten und ohne Bewertung miteinander umzugehen“, sagt Musiker Kunz. Grenzen zu durchbrechen sei das Ziel gewesen. „Deshalb auch der Name Die Eisbrecher.“ Innerhalb kurzer Zeit sei das Niveau der Band extrem angestiegen. „Für einen Song brauchen wir etwa drei bis vier Monate, dann haben ihn alle drauf, und wir können den nächsten üben“, erklärt Kunz. Seit Mai hatten Die Eisbrecher die Setlist für das Fährmannsfest geprobt.

„Lampenfieber gehört immer dazu“

Ein Leben ohne Inklusionsband können sich die Musiker kaum noch vorstellen. „Aufzutreten ist ein richtiger Kick“, sagt Fiebig. Die Band sei ein toller Ausgleich zum Leben. „Wenn man mal schlechte Laune hat, kann man sich beim musizieren richtig auspowern“, sagt er. Die Proben und Auftritte liebt auch Dagmar Liepe: „Nach 23 Jahren ist man natürlich ein bisschen dran gewöhnt, aber vor den Auftritten sind wir trotzdem aufgeregt. Lampenfieber gehört immer dazu“, erzählt sie. Es müsse viel mehr Bands wie Die Eisbrecher geben. „Für uns Menschen mit Handicap ist es wichtig, dass wir teilnehmen können“, sagt Fiebig.

Die nächsten Auftritte sind schon geplant: auf dem 16. Limmerstraßenfest Anfang September und dem Lindener Weihnachtsmarkt.

Von Tomma Petersen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Kleefeld
So schön ist Hannover-Kleefeld

Kommen Sie mit auf einen Fotostreifzug durch Hannovers Stadtteile - und sehen Sie die Stadt von einer ganz anderen Seite. Heute: Kleefeld.

Kleefeld in Zahlen
  • Stadtbezirk : Buchholz-Kleefeld, 4. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Kleefeld, Groß-Buchholz, Heideviertel
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.135 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Kleefeld (12.045 Einwohner), Groß-Buchholz (26.128 Einwohner), Heideviertel (4.962 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 3.090 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30655, 30625, 30627
Hannover in Trümmern

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann in Hannover die Zeit des Wiederaufbaus der weitgehend zerstörten Stadt. Der HAZ-Fotograf Wilhelm Hauschild (1902-1983) hat die Zeit festgehalten. HAZ.de zeigt die beeindruckendsten Bilder aus dem umfangreichen Archiv des Fotografen.