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Erasmus-Projekt: Frontalunterricht war gestern

Fünf Nationen vereint Erasmus-Projekt: Frontalunterricht war gestern

Die Neuntklässler der Schillerschule nehmen an dem Projekt Erasmus + teil, bei dem Pädagogen aus Deutschland, Estland, den Niederlanden, Italien und Spanien den Schülern bei der Berufsorientierung helfen. Der Startschuss für das Projekt fiel nun am Kleefelder Gymnasium.

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Hannover - Schillerschule, Ebellstraße, Kleefeld startet neues Erasmus-Projekt mit Lehrern aus Spanien, Estland, Niederlanden, Italien und Neuntklässlern, an dem bis zu 2000 Schüler teilnehmen sollen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Kleefeld. Es geht um Neugier, Zusammenarbeit, Kommunikation und Kreativität - und da auf Englisch alle diese Wörter mit demselben Buchstaben beginnen, sagt Koordinatorin Sinika Stubbe „Unser Projekt dreht sich um die vier großen Cs.“ Fünf Schulen aus fünf Ländern - rund 2000 Schüler im Alter zwischen 13 und 14 Jahren und etwa 30 Lehrern - wollen in den nächsten zwei Jahren mit- und voneinander lernen. Aus Hannover ist die Schillerschule bei diesem Erasmus +-Programm dabei.

Jetzt gab es ein erstes Kennlerntreffen der Pädagogen am Kleefelder Gymnasium. Die Neuntklässler, die aus Deutschland genauso wie die aus den Partnerschulen, sollen ihre Zukunftswünsche formulieren und fit gemacht werden für den Jobmarkt der Zukunft. Digitale Kenntnisse seien wichtig auf dem europäischen Arbeitsmarkt, sagt Stubbe, auch sogenannte Softskills, weiche Faktoren, wie Teamfähigkeit, Engagement und Anpassungsfähigkeit.

Programm erweitert Berufsorientierung

Die Schüler sollten auch ihre eigenen Potenziale analysieren, ihren Horizont erweitern. Sie sollen Projektarbeit machen, eine Schülerfirma gründen und sich selbst gut vermarkten können. Das Programm ersetze keine anderen Maßnahmen zur Berufsorientierung, sondern sei ein weiterer Baustein, betont Stubbe.

Beim Austausch hilft die Lernplattform eTwinning, natürlich sind auch regelmäßige Besuche geplant, nicht nur von Lehrern, sondern auch von Schülergruppen, man könne auch gemeinsame Projektwochen veranstalten. „Wir wollen nicht nur die besten Schüler ansprechen, sondern eine große Bandbreite“, sagt Jean Pluis-Healey vom Mendelcollege im niederländischen Haarlem. Mitmachen könne auch, wer keine 1 oder 2 in Englisch habe.

Heute lernt man anders. Die Kinder wuchsen mit dem Smartphone auf, ergänzt Liis Raal-Virks, Lehrerin aus Estland. Komplizierte Sachverhalte könnten sie mitunter besser über ein Youtube-Video aufnehmen als über einen vorn dozierenden Lehrer.

Blick für Europa öffnen

Die Rolle des Pädagogen wandle sich, unterstreicht auch Lehrerin Federica da Corta. Weg von dem, der etwas für alle erklärt, hin zum individuellen Lernbegleiter und Coach. In Italien habe man gute Erfahrungen mit dem „umgedrehten Klassenzimmer“ gemacht, sagt Daniela Leone. Das ist gleichsam eine Umkehrung von Stoffvermittlung und Hausaufgaben: Die Kinder erarbeiten den Lerninhalt zu Hause, oft mithilfe digitaler Medien, in der Schule wird reflektiert, vertieft und geübt. Die Lernerfolge seien besser, heißt es. Schüler seien nicht alle auf dem gleichen Stand, so könne man differenzierter lernen.

Im ersten Halbjahr geht es um Neugier. Neugierig ist man auf den anderen. Sonia Ruiz, Lehrerin aus Spanien, betont, dass man den Schülern auch den Blick für Europa öffnen wolle: „Wir wollen voneinander profitieren und die besten Lernmethoden übernehmen.“ Frontalunterricht und Kreidetafel war gestern, heute geht ohne Internet nichts - davon ist die internationale Lehrergruppe überzeugt. In Estland sei digitales Lehren neben dem Fachunterricht für Pädagogen längst Pflicht, sagt Raal-Virks.

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  • Postleitzahl : 30655, 30625, 30627
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