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Kleefeld Gericht verbietet Antiquitätenhandel in Villa
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld Gericht verbietet Antiquitätenhandel in Villa
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00:15 20.03.2016
Die Villa Haase im Kleefelder Philosophenviertel steht im Zentrum eines Rechtsstreits.  Quelle: Naumann
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Kleefeld

Wie oft die Villa Haase an der Spinozastraße in den vergangenen Jahrzehnten schon zum Verkauf stand, kann Anwohner Werner Sporleder nicht mehr sagen. „Ich merke mir die Namen am Klingelschild nicht mehr, weil sie sich ja doch bald wieder ändern“, sagt er. Demnächst soll die Villa mal wieder den Besitzer wechseln - und vorher schon die Einrichtung bei einem Räumungsverkauf. Letzteres hat jetzt zu einem Rechtsstreit geführt.

Eine Handels- und Verwertungsgesellschaft aus Frankfurt am Main wollte an zwei verlängerten Wochenenden in der Villa eine Art Flohmarkt veranstalten. Dort sollten nicht nur Gegenstände aus dem Haus selbst, sondern auch Antiquitäten und Einrichtungsgegenstände aus anderen Villen und sogar die komplette Sammlung eines Kunstsachverständigen angeboten werden. Dagegen sprach die Stadt Hannover ein Verbot aus und drohte bei Zuwiderhandlung mit einem Zwangsgeld von 8000 Euro. Das Wohnhaus sei nicht als öffentliche Verkaufsstätte geeignet. Es fehle unter anderem an gesetzlich geforderten Brandschutzmaßnahmen. Das Unternehmen aus Frankfurt stellte gegen diesen Beschluss einen Antrag beim Verwaltungsgericht und verlor.

Eine „vorübergehende Durchführung eines Räumungsverkaufs“ des Besitzers hätte nach Ansicht des Gerichts unter Umständen genehmigt werden können, nicht aber gewerbliche Veranstaltungen einer Fremdfirma ohne jeglichen Bezug zur Villa - und das wäre der Kunst- und Antiquitätenverkauf gewesen. Das Grundstück sei schließlich als reines Wohngebiet ausgewiesen, so die Argumentation des Verwaltungsgerichts.

Ihren Namen verdankt die Villa ihrem ehemaligen Eigentümer Hugo Haase, einem wirtschaftlich sehr erfolgreichen Karussellbauer und Schausteller, der 1933 in Hannover starb. Früher trug das Gebäude den Beinamen „Groschenvilla“, erinnert sich Anwohner Sporleder - weil eine Fahrt auf dem Karussell einen Groschen kostete und Haase damit so viel Geld verdiente, dass er sich das eindrucksvolle Haus in Kleefeld leisten konnte. „Es war damals eins der schönsten Gebäude“, sagt Sporleder, der selbst seit 1938 im Philosophenviertel lebt. Heute stört der Zustand des Grundstücks die Nachbarn eher. „Viele ärgern sich, dass sich niemand darum kümmert“, sagt Sporleder.

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