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Kleefeld Anwohner und Kirche wollen Klarheit vom Rat
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld Anwohner und Kirche wollen Klarheit vom Rat
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00:15 04.09.2016
Stellen sich den Fragen: Karsten Plotzki (Die Linke, von links), Maximilian Oppelt (CDU), Henning Hofmann (SPD) und Dierk Schneider (Grüne). Quelle: Schwarzenberger
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Hannover

Der Bürgerverein Kleefeld nutzt den großen Saal an diesem Tag für seinen Diskussionsabend mit Kandidaten, die bei der Kommunalwahl am 11. September antreten. Die Grünen, die SPD, die CDU und die Linke haben Vertreter geschickt. Passend zum Ort hat Kommunalpolitiker Dierk Schneider ein Papier dabei: eine gemeinsame Erklärung von ihm und zwei anderen Grünen-Kandidaten. Darin bekräftigen Schneider - amtierender Fraktionschef im Bezirksrat - und Oliver Kluck, kulturpolitischer Sprecher der Ratsfraktion, sowie die wirtschaftspolitische Sprecherin Elisabeth Clausen-Muradian noch einmal, dass sie das Kulturzentrum in exakt diesem Gebäude wollen. Das Problem: Die Stadt hat sich noch nicht entschieden. Zudem haben alle Bezirksratsfraktionen längst gefordert, dass sich die Verwaltung für den Standort an der Hölderlinstraße aussprechen soll.

"Gemeinde hofft auf Bescheid der Stadt"

Um das geplante Kulturzentrum geht es auch Christel Lucht, Pastorin der Petri- und Nikodemus-Kirchengemeinde. Der gehört das Gebäude, das derzeit noch von der Werkstatt Süd genutzt wird, die Anfang 2017 auszieht. Die Gemeinde muss neu planen und hofft seit Monaten auf einen Bescheid der Stadt. „Wir werden bis Februar 2017 vertröstet“, berichtet Lucht. „Ich bitte nachdrücklich darum, dass dieses Haus das neue Kulturzentrum wird.“ Das werde so kommen, betont Bezirksbürgermeister Henning Hofmann (SPD). „Diese Entscheidung ist nicht in der Schwebe.“

Themen mit Diskussionsbedarf

Heideviertel: Noch offen ist, wann genau der Baukonzern Hochtief im Heideviertel mit dem Bau seiner Wohnhäuser und Doppelhaushälften zwischen Schneverdinger Weg und Karl-Wiechert-Allee beginnt. Da müsste es doch noch Lärmgutachten und neue Detailpläne geben, wollten Anwohner wissen. Im November oder Dezember sollen diese im Bezirksrat vorgestellt werden, sagt Bezirksbürgermeister Hofmann. Wie berichtet, kassierte Hochtief seine Baupläne für 300 Wohneinheiten und speckte das Projekt auf rund 125 Wohnungen plus einige Doppelhaushälften ab.

Wohnungsmarkt: Mehr Diskussionsbedarf gibt es bei der künftigen Entwicklung des Wohnungsmarkts. Linke-Vertreter Karsten Plotzki plädiert dafür, weniger Grünflächen für neue Wohnungen zu opfern. „Es gibt viele verfallende Häuser in Kleefeld. Wir müssen lernen, die vorhandene Substanz umzubauen.“ Durch Modernisierung und Verdichtung etwa. In Kleefeld waren etliche Anwohner der Scheidestraße wenig erfreut über den Abriss zweier historischer Fachwerkhäuser vor zwei Jahren. Ein Privatinvestor will dort unter anderem Arztpraxen bauen. Nur ist bislang nichts davon zu sehen. Brachen wie diese sollte man für Wohnungen nutzen, sagt Plotzki. Hofmann ist dagegen zuversichtlich, dass die Pläne bald verwirklicht werden. „Noch laufen Gespräche zwischen Investor und Stadt.“ Rainer Voltmer vom Bürgerverein verweist auf das ehemalige Coop-Gebäude an der Senator-Bauer-Straße. Das stehe leer; Wohnungen über dem Ladengeschäft seien ungenutzt. Dennoch müsse es Wohnungsneubau geben, findet Maximilian Oppelt (CDU). Er wirbt auch dafür, dass städtische Auflagen für Investoren zurückgeschraubt werden. „Die sind eine Neubaubremse.“

Oststadtkrankenhaus: Kräftig gebaut wird auch auf dem Areal des früheren Oststadtkrankenhauses; rund 300 Wohneinheiten sind geplant. Und vielleicht werden die Pläne doch früher verwirklicht als gedacht: Einen Teil des Geländes hat die Stadt auf unbestimmte Zeit für die Unterbringung Hunderter Flüchtlinge reserviert - auf Jahre hinaus, so heißt es offiziell. Hinter den Kulissen rechnen Beteiligte inzwischen aber damit, dass die Notunterkunft eher in Monaten als in Jahren schließt. „Womöglich nächstes Jahr schon“, sagt Hofmann. Da sei im Moment viel in Bewegung, da die Flüchtlingszahlen rückläufig und dauerhafte Unterkünfte im Bau sind.

Sicherheit: Die CDU hat in ihrem Wahlkampf auch das Thema Sicherheit auf die Agenda gesetzt. Man habe bei Bürgern nachgefragt, berichtet Oppelt. Viele hätten Angst vor Einbrüchen und sähen Probleme im Verkehr. Eine Konsequenz: Die CDU beantragte jüngst, dass die Polizeistation nicht mehr stundenweise besetzt wird, sondern rund um die Uhr. Was auch Linken-Politiker Plotzki nicht schlecht findet, der darin willkommene Bürgernähe seitens der Polizei sieht. Anwohner Hans-Peter Wiechers hakte nach: „Glauben Sie, dass es wegen eines Polizisten nachts in der Wache auch nur einen Einbruch weniger gibt?“ Es habe durchaus abschreckende Wirkung, antwortet CDU-Ratsherr Oppelt.

Von Marcel Schwarzenberger

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