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Kleefeld Langzeitbaustelle geht in letzte Phase
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld Langzeitbaustelle geht in letzte Phase
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00:15 30.07.2016
„Wir halten alle durch“: Anwohner und Geschäftsleute mussten wegen der Umgestaltung der Scheidestraße viele Einschränkungen hinnehmen. Quelle: Marcel Schwarzenberger
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Hannover

Rechnet man die unvermeidlichen Leitungserneuerungen ein, hat die Umgestaltung der Scheidestraße mehr als ein Jahr gedauert. Das Ende ist jetzt absehbar: Anfang September, sagte Stadtsprecher Alexis Demos auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers. Ursprünglich war der Juli als Abschlussmonat gedacht gewesen, Wind und Wetter Anfang dieses Jahres machten aber einen Strich durch diese Rechnung. Doch seither, das berichten Anlieger, arbeiten die Baufirmen unter Hochdruck; auch sonnabends. In Kleefeld bereitet man sich auf ein Fest vor, das den Umbau groß feiern soll.

Bis zum Fest soll alles fertig sein

Straße wird für Fest gesperrt

Mehr Komfort für Menschen und Fahrzeuge, mehr Sicherheit, mehr Ambiente – allen Widrigkeiten während der Bauarbeiten zum Trotz freuen sich die Kleefelder auf die neue Scheidestraße. Man wolle mit dem geplanten Straßenfest am Sonnabend, 10. September, zeigen, wie schön die Straße geworden sei, sagte „Wir sind Kleefeld“-Vorsitzende Beate Lenkeit. Ihre Standortgemeinschaft hat sich mit dem Bürgerverein Kleefeld zusammengetan, der ein Kulturprogramm unter anderem mit Vereinen, der Kleefelder Chorgemeinschaft und Poetry Slam auf die Beine stellt. Die Gewerbetreibenden der benachbarten Ladenzeilen sind mit eigenen Ständen und gastronomischen Angeboten vertreten. Von 14 bis 19 Uhr wird auf der Scheidestraße gefeiert; für diesen Zeitraum wird dann die Trasse eigens für das Fest komplett für den Verkehr gesperrt.

Das Straßenfest im September wird Symbolcharakter haben - danach wird die Scheidestraße wieder in beide Richtungen für den Verkehr freigegeben. Bis dahin bleiben die Dinge wie gehabt, Autos können nur stadteinwärts die Straßenbaustelle durchqueren. Bis zum Fest soll also alles fertig sein, auch die neuen Radwege, die Parknischen, die Gehwege und der Straßenbelag auf der noch nicht fertiggestellten Fahrbahnseite. Hinzu kommen neue Signalanlagen an der Kreuzung zur Kirchröder Straße und am Übergang zur Berckhusenstraße. Letztere soll eine alte Gefahrenstelle entschärfen helfen. Gleich neben der Eisenbahnbrücke treffen außer Scheide- sowie Berckhusenstraße auch der Stadtparkweg und Dohmeyers Weg aufeinander. Radfahrer, Fußgänger und Kraftfahrer kamen sich an diesem Ort oft gefährlich nahe. Das zu entschärfen, ist eine Aufgabe des Umbaus.

Neue Route für den Busverkehr

Die anderen wichtigen Punkte sind unter anderem eine neue Route für den Busverkehr der Linien 127 und 137 samt einer neuen Haltestelle vor der Kleefelder Buchhandlung. Sie laufen künftig in beide Richtungen nur noch über die Scheidestraße. Zuvor fuhren die Busse stadtauswärts über die Breithauptstraße, die darum sehr breit sein musste. Das animierte Pkw-Fahrer zum schnelleren Fahren. Derzeit wird die Straßenbreite etwas abgespeckt; die Kreuzung mit der Senator-Bauer-Straße und der Scheidestraße wird noch bis Ende August umgestaltet. Die Scheidestraße selbst bekommt erstmals auf beiden Seiten durchgehende Radwege, im Herbst werden neue Bäumchen gepflanzt.

Verkehrschaos blieb aus

Vor einigen Monaten sanierte die Stadt auch ein Stück der schmalen Ebellstraße, die bis dahin inoffizielle Umleitungsstrecke war. „Aber zum Glück hat sich da kein dauerhafter Schleichverkehr etabliert“, sagte Anwohner und Bürgervereinsvorsitzender Rainer Voltmer. Wer stadtauswärts fahren wollte, wählte meist die Route über Kirchröder Straße und Karl-Wiechert-Allee. Ein Verkehrschaos durch den langen Umbau, wie von vielen Kleefeldern befürchtet, sei ausgeblieben, sagte Voltmer erleichtert. Für den zweiten Bauabschnitt, der irgendwann im nächsten Jahr startet - ein Starttermin steht laut Stadt noch nicht fest - hofft Voltmer darauf, dass die Bedingungen weniger komplex sind. Es werde ein bisschen leichter für Baufirmen und Verkehrsteilnehmer, sagte er. Die Stadt will noch den Abschnitt zwischen dem einstigen Försterhaus am Eisstadion und der Kreuzung Scheidestraße/Kirchröder Straßen sanieren. Die Pferdeturmkreuzung selbst wird unberührt bleiben.

Stadt investiert 2,2 Millionen

Insgesamt 2,2 Millionen Euro investiert die Stadt in beide Bauabschnitte. Die Bauarbeiten in der Scheidestraße haben auch die Kaufleute strapaziert. Es fehlten sowohl gute Anlieferwege als auch Kundenparkplätze, und die Umleitungen hätten die Kundschaft gut um ein Drittel schrumpfen lassen, schätzte Beate Lenkeit von „Wir sind Kleefeld“. Ihre Buchhandlung habe zwischen 10 und 15 Prozent Umsatzeinbußen hinnehmen müssten, andere Geschäfte sogar bis zu 30 Prozent. „Aber wir halten alle durch.“ Nur einen Ladenleerstand gebe es an der Scheidestraße, aber das war schon lange vor Baubeginn so. Bei einzelnen Geschäften fiel immer mal wieder der Strom aus, weil es Probleme mit den Leitungen gab. Alles in allem aber laufe die Baustelle recht gut, sagte Lenkeit. „Und die Scheidestraße wird sehr viel Flair gewinnen.“

Von Marcel Schwarzenberger

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