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Kleefeld So reagierten die Landtagskandidaten auf Schülerfragen
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld So reagierten die Landtagskandidaten auf Schülerfragen
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00:16 16.10.2017
Stellten sich den Fragen von 250 Erstwählern: Die Landtagskandidaten Doris Schröder-Köpf (SPD, von links), Thomas Schremmer (Grüne), Claudia Jacobi (FDP), Mareike Wulf (CDU) und Rudolf Krause (AfD) mit Moderatorin Fenna Paproth. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Ein Kompliment gab es für die Berufsschüler vorab. „Die Fragen haben mich einen ganzen Tag Vorbereitung gekostet“, sagte Grünen-Politiker Thomas Schremmer auf dem Podium in der Aula der Alice-Salomon-Schule für Gesundheit und Soziales. Er war, wie fünf Kandidaten der anderen großen Parteien, der Einladung der Schule zu einer Erstwählersprechstunde gefolgt. Und die Schüler hatten sich gut vorbereitet.

Eine Schülerin berichtete, dass sie als gelernte Zahntechnikerin Angst habe, davon nicht leben zu können - vor allem mit Familie. Deshalb macht sie nun ihr Abitur nach, um später Lehramt studieren zu können. Andere wollten etwa von SPD-Politikerin Doris Schröder-Köpf wissen, wie künftig eine unentgeltliche Ausbildung zum Erzieher möglich sein solle, wenn ihre Partei doch die Kita-Gebühren abschaffen wolle. Die Antworten blieben allerdings meist vage. „Arbeit am Menschen ist keine Ware und darf nicht so beziffert werden“, sagte etwa Hans-Herbert Ullrich von der Linken, der etwas verspätet zur von Politiklehrerin Fenna Paproth moderierten Runde stieß. Schröder-Köpf verwies auf Fortschritte in der Sozialpolitik unter der SPD-Ägide. AfD-Mann Rudolf Krause widersprach: „Weil Sie das nicht hinbekommen haben, hat sich die AfD doch erst aufgestellt!“ FDP-Politikerin Claudia Jacobi verortete die Wurzel des Problems „in den Köpfen der Menschen“: „Solange wir bei sozialen Berufen eine Geiz-ist-geil-Mentalität haben, wird sich nichts ändern.“

Sorge wegen der AfD

Viele Schüler sorgten sich wegen der radikalen Positionen der AfD: „Wenn ich als Mensch mit Migrationshintergrund qualitativ bessere Arbeit leiste, warum sollte ich nicht hier arbeiten dürfen?“, wollte eine junge Frau mit Kopftuch wissen. Eine andere rügte, dass provokante Wahlplakate Angst vor Vergewaltigungen schürten. Das griff Mareike Wulf von der CDU auf. „Angst ist keine politische Kategorie. Unsere Aufgabe ist nicht, Angst vor Menschen zu schüren“, sagte sie in Richtung von Krause. Der wiederum meinte, dass er auf Klingelschildern in Hannover kaum noch deutsche Namen lese - was Schröder-Köpf, Integrationsbeauftragte der Landesregierung, hinterfragte. „Bei der AfD ist das immer so um den Pudding rum. Was ist denn für Sie deutsch, Herr Krause?“ Dessen ausweichende Antwort („Die AfD sieht das bestimmt moderater“) stellte die Schüler offensichtlich nicht zufrieden - zumal auch nur fünf der 15 vorbereiteten Fragen in den gut 90 Minuten zur Sprache kamen.

Einen guten Eindruck von Programmen, Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Kandidaten bekamen die Schüler dennoch.

Von Swantje Schurig

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