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Kleefeld Toiletten, die begeistern
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld Toiletten, die begeistern
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00:15 09.04.2016
Das Künstler-Paar Burhan Uzunyayla (Tonarbeiten) und Yasemin Yilmaz (Malerei) hat gemeinsam mit den Grundschülern der GiK (GS in Kleefeld) verschönert. Quelle: Foto: Katrin Kutter
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„Sieben Jahre lang hat uns das Dauerthema Toiletten beschäftigt.“ Mit diesen Worten eröffnete Michaela Venskaitis, das kleine Fest zum Abschluss der Sanierungsarbeiten an den Toiletten des Südflügels der Grundschule in Kleefeld. Gewürdigt werden sollte aber an diesem Nachmittag nicht nur eine dringend nötige bauliche Maßnahme, sondern auch ein ganz besonders schönes Projekt, bei dem sich unter der Leitung der beiden Lindener Künstler Yasemin Yilmaz und Burhan Uzunyayla vor allem die Kinder der ersten bis vierten Klassen gestalterisch austoben konnten. Mit eigens erfundenen und bemalten 3-D-Kunstobjekten hatten sie die ehemaligen Nassräume nach der Sanierung dekoriert und - je nach Thema des Stockwerks - eine fantasievolle Unterwasserwelt, eine Hundertwasser-Landschaft oder auch ein Stückchen Himmel erschaffen.

Bevor aber vor allem die kleinen Künstler die fertigen Räume das erste Mal betreten und bewundern konnten, erklärte die Schulleiterin den anwesenden Eltern und Gästen noch einmal, welche mühselige Strecke hinter dem Kollegium und vielen Unterstützern liegt. Bereits im Jahr 2009 hatte die Schülerin Annik Gärtner im Schülerparlament den damaligen Oberbürgermeister Weil gefragt, warum man „die Toiletten nicht mal neu machen könne“. Darauf folgte eine Zeit voller Anträge, Vertröstungen und auch Diskussionen: Wie viele Toiletten stehen den Schülern zu? Müssten es für die Ganztagsschule nicht mehr sein? Wäre es nicht besser, wenn jedes Stockwerk auf beiden Seiten Toiletten für Mädchen und auch Jungen hätte? Was genau soll gemacht werden und woher könnte das Geld kommen?

Was auf theoretischer Ebene lang und breit besprochen wurde, nutzte den Grundschülern allerdings in ihrem Alltag wenig: Stinkende Toiletten, sehr lange Wege für noch kurze Beine und dadurch vor allem bei den Erstklässlern immer wieder peinliche „Unfälle“ mit nassen Hosen waren an der Tagesordnung.

Im März 2015 stand endlich das Geld zur Verfügung: Das Schulamt gab 8980 Euro, der Kommunale Soziale Dienst 5000 Euro und der Bezirksrat Buchholz-Kleefeld 2500 Euro. Veranschlagt war das Projekt mit 16 400 Euro. Auf den Weg gebracht wurde das Projekt schließlich von den beiden Schulsozialarbeiterinnen Sabine Piotrowski und Nadine Räpke, denen die emotionale und tatkräftige Einbindung der Kinder in die Umgestaltung der Schule sehr am Herzen lag.

Dass ihnen das außerordentlich gut gelungen war, bewies bereits der offizielle Rundgang für Eltern und Kinder mit feierlicher Eröffnung der Toiletten: Überall wuselten Grundschüler und suchten fleißig nach ihren eigenen Entwürfen, um diese stolz den Eltern zu präsentieren. Keine leichte Aufgabe, hatten viele doch ihre Raketen, Pferde, Häuschen oder Seesterne noch gar nicht an der fertigen Wand gesehen. Lotta, 8, hatte ihre Eule schnell gefunden. „Ich hab zwölf Kuscheltier-Eulen zu Hause, die hier sieht aus wie ,Archimedes blau’“, schwärmt sie. „Wir mussten die Bilder auf Papier malen, dann auf den Ton legen, mit dem Messer durchschaben und später anmalen“, erklärt sie die Arbeit der vergangenen Wochen. „Oh, ist das toll, können wir das zu Hause auch machen“, jauchzt Charlotte, 8, die ein paar Meter weiter ihren Stern endlich gefunden hat.

Das Künstler-Paar Yasemin Yilmaz und Burhan Uzunyayla hat Erfahrung mit Schulprojekten. So waren in jedem Stockwerk aus einzelnen Ideen ganz besondere Gemeinschaftsbilder mit eigenem Charme entstanden. Fliegende Frösche oder Eistüten mit Luftballons, breitbeinige Pferde, winkende Kraken, U-Boote, Raketen, Kugelfische und bunte Häuser: alles erlaubt.

Pauline, 6, war eine der jüngsten Künstlerinnen. Die Erstklässlerin streichelt ihre Muschel an der Wand, und auch ihre Lehrerin Ünmügül Balci, 35, ist vom Projekt und von den umgestalteten Räumlichkeiten begeistert. ,,Ich vermute fast, dass die Schüler des anderen Flügels jetzt viel lieber zu uns rüberkommen.“

Im „anderen Flügel“ kann man auch jetzt noch sehen und vor allem riechen, wie die Toiletten in der ganzen Schule wohl vor der Sanierung ausgesehen haben. Hier sind sie noch in Betrieb, die alten Toiletten und Rohre, an denen „seit dem Bau im Jahr 1922 nicht viel gemacht wurde. Die andere Seite musste sehr aufwendig komplett entkernt werden, und das ging eben besser bei den übereinanderliegenden Nassräumen“, erklärt die Schulleiterin Venskaitis die Entscheidung zur einseitigen Sanierung des Gebäudes, die wohl nicht alle Kinder und Lehrer glücklich macht. „Mein Traum wäre, dass wir nicht wieder sieben Jahre lang warten müssen, bis wir auch die Nordseite renoviert bekommen.“

Von Katrin Kutter

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