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Kleefeld TrafoLab vernetzt Kreative in Kleefeld
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld TrafoLab vernetzt Kreative in Kleefeld
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00:15 01.02.2016
„Zusammenkommen, sich vernetzen, neue Ideen ausprobieren“: Franz Betz lud Sonntag zu einem Brunch in sein TrafoLab. Quelle: S. Steiner
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Kleefeld

Wer nicht weiß, wo es zu finden ist, übersieht es schnell: Ganz unscheinbar an der Ecke Nackenberger Straße/Ecke Berckhusenstrasse steht das TrafoLab des Lichtbildhauers Franz Betz. Er hatte zum Brunch mit Aktionen zum Thema „Feuer“ eingeladen und viele Gäste kamen - manche nach längerem Suchen, unter ihnen auch Kulturdezernent Harald Härke. Anlass zu dem üppigen Büfett war die Neujahrsfeier, die international zum Tag der Skulptur mit einem Brunch begangen wird. An der riesigen, virtuellen Netzwerkveranstaltung beteiligten sich insgesamt 58 Veranstalter in 18 Ländern. Exponate waren auch in Kleefeld zu sehen - in Form von Live-Tweets, die auf den Bildschirmen gezeigt wurden.

Mit dem TrafoLab - zusammengesetzt aus Trafohäuschen und Labor hat der Künstler einen Ort geschaffen, in dem sich, so Betz, „Menschen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Kunst treffen und ins Machen kommen sollen“. Das TrafoLab, das von außen niedrig und eher klein wirkt, hat drei Räume und einen Keller, der auch als Ausstellungsraum dient. Dort hängen Metallbilder mit eingeritzten Zeichen. Fanz Betz nennt sie „moderne Höhlenmalerei“ - die Zeichen entstammen seinem selbst erfundenen Alphabet, das logischerweise „Alphabetz“ heißt. In dem großen, eher schummrig beleuchteten Raum im Erdgeschoss ist eine lange Tafel aufgebaut, an der die Gäste nicht nur essen, trinken und sich austauschen, sondern auch an Teilen einer Skulptur nach dem Baukastenprinzip arbeiten können. An der gegenüberliegenden Wand sind im Wechsel Bilder der anderen Feiern (siehe Beitext unten) zu sehen, die bei Twitter gepostet werden.

Die Idee, in dem ehemaligen Transformatoren-Haus der Stadtwerke zu arbeiten, entstand durch einen Zufall: „Ich musste aus meinem alten Atelier raus, da das Haus verkauft und ich entmietet wurde. Zufällig lief ich dem Geschäftsführer der Deutschen Rockmusikstiftung über den Weg, die gerade das Trafohäuschen erworben hatte“, erinnert sich Franz Betz. So kam er zu dem Trafohäuschen. „Ich überlegte erst, ob ich jemanden mit hineinnehmen sollte, aber das ist oftmals nicht so einfach mit mehreren Künstlern. Und dann bewarb ich mich beim Innovationsfonds für Kunst und Kultur der Stadt mit der Idee, hier eine Art Labor zu etablieren, in dem man Experimente machen kann, zusammenkochen, sich vernetzen, neue Ideen ausprobieren.“ Das schien ihm viel spannender zu sein, als nur Kunst zu produzieren. Ein Jahr lang hat der 52-Jährige sein neues Schaffensdomizil umgebaut, eine Heizung „versucht zu installieren“ (tatsächlich ist es an dem Tag trotz Heizung fröstelig in den fensterlosen Räumen) und erfolgreich erste Aktionen durchgeführt. So etwa mit Schülerinnen und Schüler der gegenüberliegenden Maximilian-Kolbe-Schule und der Werkstatt Süd, die in einem wöchentlichen Workshop eigene Lichtkunstwerke bauen konnten, die sie bei einem Sommerfest der Öffentlichkeit präsentierten.

Für dieses Jahr will Franz Betz, der schon die Ihme vor insgesamt 5000 Besuchern illuminierte, den Stadtteil Kleefeld erleuchten: Das Projekt „Kleefeld leuchtet“ sei angelegt als sogenannte Schwarmkunst. „Wir wollen viele Menschen beteiligen“, erläutert Betz.

Wer das TrafoLab besuchen will, gibt am besten als Hausnummer die 1 in sein Navi ein, denn eine 2 gibt es offiziell gar nicht - dafür hätte der Künstler extra einen Bauantrag stellen müssen. „Und das war mir für eine Hausnummer dann doch zu aufwendig“, sagt Franz Betz und schmunzelt. Finden tut man es am Ende doch, paradoxerweise vor allem im Dunkeln: Dann leuchtet eine Betz’sche Skulptur aus Lichtschläuchen auf dem Dach des TrafoLab.

Von Sonja Steiner

Kontakt

TrafoLab LichtKunstLabor, Nackenberger Straße 2, www.trafolab.de. Anfragen an Lichtbildhauer Franz Betz per E-Mail an info@franzbetz.com.

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