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Verjüngungskur für Scheidestraße startet

Kleefeld Verjüngungskur für Scheidestraße startet

Der Umbau der Scheidestraße war schon vor den Expo-Zeiten im Gespräch, wurde aber immer wieder zugunsten anderer Projekte verschoben. Jetzt begann die Stadt mit dem 2,2 Millionen Euro teuren Ausbau. In zwei Etappen soll sie bis 2017 umgestaltet werden - als Einkaufsstraße mit neuen Parkbuchten, breiten Wegen und Bäumen. Kaufleute befürchten wegen der Arbeiten Umsatzeinbußen.

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Ein Wald von Warnbaken: Blick von der
Kirchröder Straße in die Scheidestraße.

Kleefeld. Wie so oft bei solchen Großprojekten wird auch hier der Verkehr ausgebremst. Die Bauarbeiter brauchen Platz; nach und nach wird die Scheidestraße dann umgestaltet. Für die Kaufleute vor Ort bedeutet der Baustart auch den Beginn einer Durststrecke. Auf Einspruch stößt das Projekt bei ihnen dennoch nicht - am Ende soll vieles besser werden.

Das passiert jetzt: Der Umbau erfolgt in zwei Bauphasen. Die erste Phase umfasst den Abschnitt zwischen Berckhusenstraße und der Kreuzung zur Kirchröder Straße; sie dauert voraussichtlich bis Juli 2016. Die Leitungen im Untergrund wurden bereits erneuert. In der vergangenen Woche startete das eigentliche Bauvorhaben mit dem offiziellen Spatenstich von Bezirksbürgermeister Henning Hofmann. Im ersten Bauabschnitt sperren die Baufirmen je nach Fortschritt der Arbeiten einen Teil der Scheidestraße ab. Für den Kraftverkehr soll die gesamte Bauzeit über ein Fahrstreifen in Richtung City offen bleiben. Stadtauswärts bleibt die Scheidestraße bis zum kommende Sommer gesperrt. Die Stadt empfiehlt eine weiträumige Umfahrung über den Messeschnellweg und die Karl-Wiechert-Allee. „Selbstverständlich kann man auch weiter über die Kirchröder Straße fahren“, betont Stadtsprecher Alexis Demos. Bei den Buslinien 127 und 137 ändert sich vorerst nichts; beide Linien verkehren stadtauswärts auch während der jetzt angelaufenen Bauphase über die Breithauptstraße. „Das bleibt bis mindestens März 2016 der Fahrweg. Erst frühestens im April werden wir stadteinwärts auch über die Scheidestraße fahren“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Wie berichtet, sollen die Busse künftig nur noch über die erneuerte Scheidestraße fahren; in Höhe der Sparkasse wird eine Haltestelle eingerichtet.

Der zweite Bauabschnitt umfasst den westlichen Teil der Scheidestraße sowie die Straße Am Pferdeturm - bis zur Pferdeturmkreuzung. Dort starten im Herbst nächsten Jahres zunächst die Leitungsarbeiten. Die Umgestaltung der Trasse dauert dann bis 2017. Der Straßenbau hatte ursprünglich schon im Sommer beginnen sollen. Wegen andauernder Ausschreibungen habe sich der Start etwas verzögert, berichtet Hofmann. „Aber das ist nicht dramatisch. Spannender ist die Frage, ob im Winter gearbeitet werden kann.“

Das wird das Ergebnis: Die Scheidestraße soll als Einkaufsstraße aufgewertet werden. Neue Parkbuchten, die von Bäumen gesäumt werden, sollen entstehen. Die Gehwege werden breiter; erstmals bekommt die Trasse auch durchgehende Radwege. Mit einer neuen Ampelanlage an der Kreuzung aus Scheidestraße, Berckhusenstraße, Dohmeyers Weg und dem Stadtparkweg soll auch ein Brennpunkt für Radfahrer und Fußgänger entschärft werden. Die Fahrbahnen werden runderneuert. Im ersten Bauabschnitt werden die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke über die Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) zur Kasse gebeten. Sie müssen einen Teil der Kosten mitfinanzieren. Dagegen hatte die CDU zwar gestimmt. Der Umbau sei dennoch wichtig, sagt Ratsherr Maximilian Oppelt. „Wir erhoffen uns einen positiven Effekt für den Einzelhandel.” Im zweiten Bauabschnitt kommt die Strabs dagegen nicht zum Tragen.

Das sagen die Kaufleute: Viele Geschäfte vor Ort sind im Gewerbeverein „Wir sind Kleefeld“ organisiert. „Die Scheidestraße wird aufgewertet“, freut sich Vorsitzende Beate Lenkeit, deren Kleefelder Buchhandlung gleich neben der Straßenbaustelle liegt. Ohne Behinderungen sei ein solches Vorhaben nicht zu stemmen. Allerdings hoffe sie, dass die Stadt keine weiträumigen Umleitungen ausschildere. „So war es vor ein paar Jahren, als der Hochbahnsteig Kantplatz gebaut wurde. Viele Kunden sind dann weggeblieben, obwohl die Kirchröder Straße damals nur ein paar Tage wirklich gesperrt wurde.“ Wegen der Baustelle fehlten zwar einige Stellplätze an der Scheidestraße. „Aber an Fichtestraße oder Kaulbachstraße findet man immer etwas“, betont Lenkeit. Vor ihrer Ladentür sei bereits spürbar weniger Verkehr unterwegs als vor der Baustelleneinrichtung. Das merkt auch Thomas Rapsch vom Lebensmittel- und Geschenkeladen IdeenReich. Dabei liegt sein Geschäft etwas abseits an der Berckhusenstraße. Wegen der Baustelle aber, so vermutet Rapsch, suchten sich viele Durchreisende eine andere Route. „Auch das sind meine Kunden - etwa Mitarbeiter der Medizinischen Hochschule. Ich verzeichne bereits einen Kundenrückgang.“ Aber diesen Schwund rechnen die Kaufleute jetzt in ihre Kalkulation ein.

Dass die Stadt in Höhe der Sparkasse die Fußgängerampel über die Scheidestraße abbauen ließ, stößt auf Unmut der Geschäftsleute. „Da muss wenigstens eine Baustellenampel hin“, sagt Buchhändlerin Beate Lenkeit. „Das ist doch gefährlich für die Fußgänger.“ Auch Bezirksbürgermeister Hofmann sieht das Risiko und nimmt die Stadt in die Pflicht: „Das muss abgestellt werden.“

von Marcel Schwarzenberger

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Scheidestraße
Foto: „Wir halten alle durch“: Anwohner und Geschäftsleute mussten wegen der Umgestaltung der Scheidestraße viele Einschränkungen hinnehmen.

Das Ende ist in Sicht: Die Umbauarbeiten der Scheidestraße sollen in Kleefeld im September mit einem Straßenfest gefeiert werden. Die Umgestaltung hat über ein Jahr gedauert.

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Kleefeld in Zahlen
  • Stadtbezirk : Buchholz-Kleefeld, 4. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Kleefeld, Groß-Buchholz, Heideviertel
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.135 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Kleefeld (12.045 Einwohner), Groß-Buchholz (26.128 Einwohner), Heideviertel (4.962 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 3.090 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30655, 30625, 30627
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