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Lahe Bürgermeister sieht Obergrenze für Zuzug erreicht
Hannover Aus den Stadtteilen Lahe Bürgermeister sieht Obergrenze für Zuzug erreicht
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15:09 17.03.2017
Die Container an der Autobahnzufahrt werden abgerissen. Quelle: Conrad von Meding
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Hannover

Braucht Lahe einen Begegnungsort für seine Anlieger und die dort untergebrachten Flüchtlinge und Obdachlosen? Ein derartiger Vorstoß von der CDU-Fraktion ist von der rot-grünen Stadtbezirksratsmehrheit zurückgewiesen worden. CDU-Bezirksratsfrau Jutta Barth hat den Bezirksrat in der letzten Sitzung aufgefordert, zu prüfen, ob Lahe ein Stadtteilzentrum braucht, um die neuen Anwohner besser zu betreuen.

Eigenen Angaben zufolge reagierte die CDU mit ihrem Vorschlag auf Ängste der Anlieger angesichts der angeblichen Zentrierung von Obdachlosen und Flüchtlingen in dem Stadtteil. Wenn die Stadt alle geplanten Projekte verwirklicht und voll auslastet, werden in Lahe etwa 340 Personen ohne festen Wohnsitz untergebracht sein.

Antrag wird abgelehnt

Bei der rot-grünen Mehrheit des Stadtbezirksrats fiel der Vorstoß der CDU durch. Der Bau eines Stadtteilzentrums sei ein viel zu großes und komplexes Vorhaben, als dass es kurzfristig Hilfe bieten könne, hieß es vonseiten der SPD.

SPD-Bezirksratsherr Adis Ahmetovic kritisierte die Fokussierung des von der CDU anvisierten Stadtteilzentrums auf die zugezogenen Obdachlosen und Flüchtlinge. Er verwies auf den Laher Unterstützerkreis als vorhandene Begegnungsstätte für neue und alte Bewohner des Stadtteils. Christopher Steiner von Bündnis 90/Die Grünen ärgerte sich über den Duktus des CDU-Antrags, der die Flüchtlinge von vornherein problematisiere.

Eine Abstimmung mit zwölf Gegenstimmen zu fünf Befürwortungen für die Prüfung des möglichen Stadtteilzentrums beendete den Diskurs schließlich.

Obergrenze erreicht?

Bereits im Vorfeld der Diskussion hatte sich ein Anwohner über das Zahlenverhältnis von zugezogenen Obdachlosen zu alten Anliegern in Lahe beschwert. Der Mann verwies auf den Bau der Flüchtlingsunterkunft an der Rendsburger Straße. „Hat Lahe die Grenze der Belastung nicht langsam erreicht?“, fragte er den Bezirksbürgermeister. Im Falle der Unterkunft an der Rendsburger Straße sei die Entscheidung längst gefallen, erwiderte Grunenberg. Gleichzeitig räumte der Bezirksbürgermeister ein, dass für ihn persönlich in Lahe nun auch die Obergrenze erreicht sei, er allerdings keinen Einfluss auf den Bau von Flüchtlingsunterkünften habe. In einem zweiten Satz würdigte Grubenberg die Integration der bisherigen Neuankömmlinge in Lahe. Diese benähmen „sich wie ganz normale Bürger “ und würden kaum noch auffallen.

Die Flüchtlingsunterkunft an der Rendsburger Straße soll im Juli bezogen werden. Neben dem Standort an der Alten Meiner Heerstraße soll sie erst einmal der letzte Neubau für Obdachlose und Flüchtlinge in Lahe sein. Für den Bau einer weiteren Unterkunft an der Kirchhorster Straße gebe es zurzeit offenbar keinen Bedarf, erklärte Stadtbezirksmanagerin Martina Raab.

Von Nadine Wolter

Eine Dimension zu groß

Ein neues Stadtteilzentrum in Lahe um Anwohner zu betreuen, die mit der Zahl von Flüchtlingen und Obdachlosen in ihrem Stadtteil überfordert sind? Das dürfte eine Dimension zu groß sein. Die Integration von Flüchtlingen in Lahe funktioniert in weiten Teilen reibungslos, zuweilen bereiten den Bürgern allein nackte Zahlen Sorgen – die gefühlte Obergrenze ist bei manchen offenbar erreicht. Sicherlich sollte die Stadt darauf bedacht sein, Flüchtlinge und auch Obdachlose möglichst flächendeckend zu verteilen, um diese diffusen Ängste zu zerstreuen. Allerdings ist die Verwaltung bei der Auswahl von Standorten für Unterkünfte schlicht auch auf das Platzangebot angewiesen. Und das ist nicht überall gleich in der Stadt. Ein Stadtteilzentrum sollte zudem vielfältige Ansprüche und Angebote erfüllen – wie in anderen Stadtteilen auch. In puncto Flüchtlinge, Obdachlose und Bürger sorgt der Laher Unterstützerkreis bereits für vorurteilsfreie Begegnungen – ein neues Zentrum muss es dafür nicht geben.

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