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Bezirksrat nimmt Rücksicht auf Investor

Lahe Bezirksrat nimmt Rücksicht auf Investor

Im Streit um einen Nahversorger kehrt Ruhe ein. Nachdem Projektentwickler Areo an den Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide appelliert hat, will das Gremium das 50 Millionen Euro teure Bauprojekt nicht mehr behindern.

Lahe. „Weitere Auflagen hinsichtlich der Nahversorgung gefährden das Projekt und verzögern es“, stellte Areo-Geschäftsführer Samuel Marcheel klar und stieß bei dem Gremium auf Verständnis. Der Bezirksrat sieht jetzt die Stadtverwaltung in der Pflicht, bei der Ansiedlung eines Supermarktes zu helfen.

Die Firma Areo will auf einem rund 15 000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Kirchhorster Straße/Im Klingenkampe einen mehrteiligen Business- und Wohnpark errichten. Neben 110 Mietwohnungen sind zahlreiche Büro- und Handelsflächen sowie eine Pflegeeinrichtung für Betreutes Wohnen und ein Parkhaus geplant. In den ersten Entwürfen war auch ein Supermarkt vorgesehen. „Ein Lebensmittelhändler wäre kein schlechter Mieter, aber wir haben keinen gefunden“, sagte Marcheel. Daher wurde der Markt wieder aus den Plänen gestrichen. „Wir können vielleicht einen Bäcker oder einen Schlachter gewinnen - aber wir können das nicht garantieren“, erklärte er.

Die Investoren wollen so schnell wie möglich loslegen. „Das Geld liegt bereit“, sagte Marcheel. „Areo könnte unverzüglich starten, wenn die Stadtverwaltung kurzfristig eine Drucksache in Auftrag gibt.“ Einen Teil des künftigen Baugrundstücks habe seine Firma bereits gekauft, die übrige Fläche befindet sich noch im Besitz der Stadt Hannover. „Die Finanzierung dieses Grundstücks ist ebenfalls gesichert, und die Investoren haben hier bereits laufende Kosten“, berichtete Marcheel.

Der Projektentwickler klang während seines Vortrags stellenweise verzweifelt. „Wir haben bei den Planungen das umgesetzt, was uns die Stadt vorgegeben hat“, sagte Marcheel in Richtung der CDU-Fraktion. Die Christdemokraten hatten einen Antrag eingebracht, um sicherzustellen, dass ein „Mindestmaß an Nahversorgung“ an dem Standort gewährleistet wird.

Weil diese Forderung den Baustart weiter verzögert hätte, nahm auch die CDU nach einem persönlichen Gespräch mit den Investoren wieder Abstand davon. Trotzdem äußerte der Fraktionsvorsitzende Felix Blaschzyk angesichts des fehlenden Supermarkts deutliche Kritik: „Dieses Projekt entspricht nicht den Vorstellungen, die wir hatten, als der Bebauungsplan aufgestellt wurde.“

Blaschzyk verlangte deswegen eine „besondere Kraftanstrengung“ von der Stadtverwaltung, um doch noch einen Einzelhändler zu finden. „Gerade in einer älterwerdenden Gesellschaft brauchen wir zum Einkaufen kürzere Wege“, sagte er. Seine Fraktion forderte geeignete Maßnahmen von der Stadt, um die Attraktivität des Standorts für Nahversorger zu erhöhen.

Obwohl die übrigen Bezirksratsmitglieder dieser Meinung grundsätzlich zustimmten, lehnten sie den CDU-Vorstoß mehrheitlich ab. „Der Antrag ist projektgefährdend“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Florian Spiegelhauer. Stattdessen brachten SPD und Grüne eine etwas abgeschwächte Variante des CDU-Antrags mit ähnlichen Forderungen ein - die fand bei der Abstimmung eine klare Mehrheit.

„Wir sehen die Chance, dass im Rahmen der bisherigen Planungen auch ein Nahversorger möglich ist“, erklärte Spiegelhauer. Und Christopher Steiner von den Grünen ergänzte: „Eine weitere Verzögerung des Projekts ist nicht nachvollziehbar, das Maximum wurde erreicht.“

Von Christian Link

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Lahe in Zahlen
  • Stadtbezirk : Bothfeld-Vahrenheide, 3. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 47.500
  • Einwohner je Stadtteil: Bothfeld (20.300 Ew.), Vahrenheide (9.200 Ew.) Sahlkamp (13.600), Isernhagen-Süd (2.800), Lahe (1.800)
  • Bevölkerungsdichte : 1.549 Einwohner/km²
  • Postleitzahl : 30657, 30659
  • Besonderheit: Durch Lahe führen die Autobahnen A 2 und A 37, die sich hier im Autobahnkreuz Hannover-Buchholz kreuzen.