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Lahe Nachbarn wollen kein „Ihme-Zentrum“
Hannover Aus den Stadtteilen Lahe Nachbarn wollen kein „Ihme-Zentrum“
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02:15 19.02.2016
Von Bärbel Hilbig
Umstrittener Entwurf: So sieht die Projektskizze für den geplanten Neubau aus, der den Anwohnern nicht gefällt. Quelle: privat
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Lahe

Die Firma Areo will auf einem Grundstück östlich der Einmündung Im Klingenkampe zwei mehrstöckige Gebäude mit Büros und ein Parkhaus sowie im rückwärtigen nördlichen Teil rund 110 Wohnungen errichten. Nach einem Bericht im Stadt-Anzeiger formulierte eine Gruppe von Nachbarn kürzlich im Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide ihre Bedenken.

„Ins Stadtbild passt hier so ein Wohnblock mit 120 Einheiten doch nicht“, kritisiert Karsten Göhring, einer der Anlieger in der bisher überwiegend durch Einfamilienhäuser und vereinzelte Mehrfamilienhäuser geprägten Gegend nördlich der Kirchhorster Straße. Er stört sich auch an der Höhe der Bebauung. „Bisher ist unser Garten kaum von anderen einsehbar, und in Zukunft kann ich dann wahrscheinlich mindestens 50 neuen Nachbarn zuwinken.“ Anwohner Carsten Fischer nennt die geplanten Gebäude „eine Art Ihme-Zentrum im Kleinen“ und schiebt nach: „Es ist seltsam, wenn wir dann plötzlich auf so einen Klotz gucken dürfen.“

Die Kirchhorster Straße, an der die mehrgeschossigen Bürogebäude entstehen sollen, ist allerdings eine breite Hauptverkehrsstraße. „Wir wollen dort eine Bebauung, die der städtebaulichen Bedeutung entspricht“, sagt Stadtplaner Uwe Holland. Dreieinhalb Geschosse sind dort möglich. Rückwärtig können die neuen Wohngebäude zweieinhalb- bis dreigeschossig werden. „Das ist Luftlinie 150 Meter von der vorhandenen Bebauung entfernt, die zwei Vollgeschosse erreichen kann. Wir halten so eine Abstufung für angemessen.“

Nachbar Hjalmar Hachfurth sorgt sich jedoch auch, dass die Verkehrsbelastung steigen wird. Bereits jetzt sei es nicht ganz einfach, mit dem Auto von Im Klingenkampe auf die Kirchhorster Straße einzubiegen. „In einer Ampelphase schaffen das vielleicht drei Fahrzeuge, auch weil einbiegende Pkws die herausfahrenden blockieren.“ Ein Parkstreifen verenge zudem die Fahrbahn.

Stadtplaner Holland will den Hinweis aufnehmen: „Wir müssen darüber nachdenken, das heute noch legale Parken am Bordstein einzuschränken, wenn der Verkehr zunimmt.“ Anwohner Karsten Göhring sieht bereits Parkplatzprobleme voraus, wenn direkt nebenan 110 Wohnungen bezogen werden. „Es nimmt vielleicht nicht jeder einen Platz in der Tiefgarage, und die neuen Nachbarn bekommen ja auch Besuch.“

Hans-Jürgen Wittkopf, Vorsitzender der Gemeinschaft Bothfelder Kaufleute, beklagt die weiter fehlende Grundversorgung. Auf dem Grundstück sollte einmal ein Supermarkt oder Discounter entstehen. Die Stadtverwaltung hatte sogar selbst diverse Anbieter angesprochen, allerdings vergeblich. „Hier muss etwas geschehen, denn die Laher Bevölkerung wächst“, betont Wittkopf.

Stadtplaner Holland verweist darauf, dass der Bebauungsplan an der Stelle auch weiter Einzelhandel vorsieht. „Nur scheint sich niemand dafür zu interessieren. Ich gehe davon aus, dass inzwischen jeder, der im Handel oder in der Projektierung tätig ist, den Standort kennt“, betont er. Als Problem erweist sich offenbar jedoch die zu geringe Kundenzahl sowie die Nähe zu den Einkaufszentren in Altwarmbüchen und an der Sutelstraße.

„Es war nicht gerade leicht, überhaupt eine Perspektive für eine Bebauung zu schaffen“, berichtet SPD-Fraktionschef Florian Spiegelhauer. Der aktuelle Projektentwurf sieht keinen Einzelhandel vor.

Von Bärbel Hilbig

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