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Eilers-Gelände soll Veranstaltungszentrum werden

Ehemalige Stahlfabrik Eilers-Gelände soll Veranstaltungszentrum werden

Es sollte eines der größten Museen Hannovers werden. Doch das Mammutprojekt Mobilitätsmuseum ist gescheitert. Jetzt gibt es neue Pläne für das Areal.

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Wird kein Museum: Die 1901 errichteten Eilers-Werke.

Quelle: Moers

Hannover. Über 200.000 Besucher im Jahr und 150 Arbeitsplätze wollte der Förderverein „Eilers Werke - Mobile Welten in sein geplantes Mobilitätsmuseum“ auf das Gelände der ehemaligen Stahlfabrik Louis Eilers locken. Doch fünf Jahre nach dem Kauf der Industriebrache gaben die Eigentümer jetzt das Aus des Mammutprojekts bekannt. Der Museums-Förderverein hat in dieser Woche den Begriff Eilers aus seinem Namen gelöscht und sucht nach alternativen Standorten. Die Eigentümer des Ledeburger Geländes wollen das Grundstück und Teile der Gebäude künftig vor allem als Eventzentrum vermarkten. Für jährlich fünf bis zehn Großveranstaltungen liegt nach Auskunft der Eigentümer eine Nutzungsgenehmigung vor - allerdings nur auf dem Freigelände, nicht in der großen Halle.

"Das können wir nicht leisten"

„Das Museumskonzept stimmte nicht mit den Vorstellungen des Bauamts überein“, sagt Miteigentümer Klaus Kirchheim. Zwei Millionen Euro hätten nach eigenen Schätzungen in den Brandschutz der ehemaligen Fertigungshalle investiert werden müssen. „Das können wir nicht leisten“, kommentiert Kirchheim. Bereits in der Vergangenheit veranstaltete die Firma „Eilers Event und Marketing“ Oldtimertreffen und Firmenevents, zuletzt hatten am Wochenende die Design-Welten Freunde von Schmuck, Accessoires und Design auf das Grundstück gelockt.

Das Eilers-Gelände ist schon seit Jahren ein Sorgenkind. Von 1901 bis 1983 war es der Sitz des Stahlbauunternehmens Louis Eilers. Vor dem Kauf durch eine vierköpfige Investorengruppe 2011 gab es Überlegungen, dort und auf dem benachbarten ehemaligen Bode-Panzer-Gelände Wohnungen zu bauen. Die Nähe zu dem Gaslieferanten Linde ließ das Vorhaben scheitern.

Fabrikgelände hat großes Potenzial

Welches Potenzial das Fabrikgelände am Entenfangweg hat, zeigte sich am vergangenen Wochenende. Mehrere Tausend Besucher pilgerten zum Kunsthandwerkmarkt „Design-Werke“, der erstmals auf dem Eilers-Gelände gastierte. Die historische Produktionshalle, der Wasserturm und der Industriecharme des Geländes boten eine schöne Kulisse für das Marktszenario. „Die Möglichkeiten sind unvergleichlich. Wenn der Markt hier regelmäßig stattfinden könnte, wäre das der Knüller“, hofft Veranstalterin Sandra Strüber auf eine langfristige Zusammenarbeit mit den Eilers-Verantwortlichen. Sie hatte mit dem Weihnachtsmarkt „Designachten“ und der Kleiderbörse „Frauen-Sache“ regelmäßig ein Publikum in ein Einrichtungshaus in der Südstadt gelockt. Jetzt setzt sie auf das Eilers-Gelände.

Beim Kunsthandwerkmarkt "Design-Werke" verkaufen Designer ihre Stücke. Der Markt zog mehrere Tausend Besucher nach Ledeburg. 

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Kirchheim und sein Miteigentümer Matthias Korte nutzen Teile der Gebäude bereits als Lager und Fahrzeug-Ausstellungsflächen. Achillesferse für die Nutzung der großen Halle bleibt aber der Brandschutz. Die Stadt will nicht schuld an der fehlenden Genehmigung sein. „Sowohl für die Halle als auch für die Freiflächen gilt: Mangelhafte Qualität der Antragsunterlagen ist der Grund für die lange Verfahrensdauer“, beantwortete die Stadt zum Jahresbeginn eine entsprechende Anfrage des Bezirksrats. Bezirksbürgermeisterin Marion Diener zeigte sich überrascht vom plötzlichen Aus für die Mobilen Welten. „Es wäre sicher ein Anziehungspunkt gewesen“, so Diener. Die neuen Pläne stimmen sie gleichzeitig zuversichtlich, dass endlich Bewegung auf dem Eilers-Gelände ist. „Wir sind gespannt, wie es weitergeht“, sagt sie.

Von Mario Moers

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Ledeburg in Zahlen
  • Stadtbezirk : Herrenhausen-Stöcken, 12. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Burg, Herrenhausen, Ledeburg, Leinhausen, Marienwerder, Nordhafen und Stöcken
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 34.664 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Burg (3.725), Herrenhausen (7.660), Ledeburg (5.797), Leinhausen (2.918), Marienwerder (2.461), Nordhafen (128) und Stöcken (11.975)
  • Bevölkerungsdichte : 1.641 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30419
  • Besonderheit: Am Entenfangweg hatte das Stahlbauunternehmen Louis Eilers seinen Firmensitz. Mittlerweile ist daraus ein Museum geworden, das Besuchern unter dem Motto „Mobile Welten" Technik näherbringen will. Der Wasserturm der ehemaligen Stahlfabrik steht unter Denkmalschutz und ist das Wahrzeichen des Stadtteils.