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Hannöversche Tafel eröffnet neue Ausgabestelle

Ledeburg Hannöversche Tafel eröffnet neue Ausgabestelle

Die ersten Kunden der neuen Ausgabestelle der Hannöverschen Tafel in Ledeburg waren sehr dankbar. Dabei lief der Start verhalten. Nur gut ein Dutzend Bedürftiger war zum ersten Ausgabetag erschienen. Demgegenüber standen 14 ehrenamtliche Helfer. Die Ledeburger Ausgabestelle ist die siebte im Stadtgebiet.

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Wollen helfen: Brigitte Müller (2. v. r.) und die anderen Ehrenamtlichen. Hauptamtliche Katja Keßler (4. v. r.) freut sich über die Unterstützung.

Quelle: Johanna Stein

Hannover. Kistenweise Blumenkohl, Paprika, Radieschen, Äpfel Bananen und Zitronen, aber auch abgepackte Nudeln und Toastbrot stehen im Gemeindesaal der Ledeburger Kirchengemeinde an der Meyenfeldstraße bereit. Hinter den Kisten warten gut ein Dutzend fröhliche Helferinnen darauf, das Essen an Bedürftige zu verteilen. Denn in der Gemeinde hat die Hannöversche Tafel in der vergangenen Woche eine neue Ausgabestelle eröffnet.

Freiwillige gesucht

Für die Helfer-Teams in Ledeburg und am Kronsberg sucht die Tafel noch Ehrenamtliche für die Essensausgabe und als Fahrer. Interessierte können sich unter Telefon 49 70 81 melden.

„Es war uns wichtig, die Ausgabestellen rundherum in Garbsen, Linden und Vahrenheide zu entlasten“, sagt Horst Gora, einer von zwei Hauptamtlichen der Tafel. Mit der neuen Stelle in Ledeburg sind es nun sieben Orte in Hannover, an denen rund 130 Ehrenamtliche alle zwei Wochen Essen ausgeben. Eine von ihnen ist Brigitte Müller. Die Seniorin hat sich lange Zeit in der Kinderbücherei der Kirchengemeinde engagiert. Als diese geschlossen wurde, suchte sie eine neue Beschäftigung. „Irgendetwas Soziales wollte ich schon wieder machen“, sagt die 74-Jährige. Im Gemeindebrief habe sie dann von der neuen Ausgabestelle der Tafel gelesen.

14 Ehrenamtliche in Ledeburg

„Ich bin ja Rentnerin und habe Zeit, außerdem geht es mir gut, da will ich auch anderen helfen“, sagt sie. Bevor sie und die anderen 13 Ehrenamtlichen in Ledeburg aber loslegen durften, wurden sie in Sachen Hygienevorschriften geschult. Überrascht war Müller beim Thema Eier: „Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass die Salmonellen auf der Schale liegen und nicht im Ei. Und ich dachte immer, es wäre gut, den Karton wiederzuverwenden - für die Umwelt“, erklärt sie.

Verhaltener Start

Bevor die Gäste kommen, gibt es noch eine letzte Ansage von Katja Keßler, ebenfalls fest angestellte Leiterin bei der Tafel. „Heute können wir aus dem Vollen schöpfen“, sagt sie und weist die Mitarbeiter an, viel rauszugeben. Denn zur Eröffnung sind nur etwa ein Dutzend Bedürftiger gekommen. „Das muss erst mal anlaufen“, sagt Keßler. An anderen Stellen holen sich rund 100 Menschen pro Ausgabetag ihr Essen ab.

Einer jungen Frau, die mit ihrem Korb voller Obst und Gemüse den Gemeindesaal verlassen will, drückt Keßler noch einen Blumenstrauß in die Hand. „Ich bin zum ersten Mal zur Tafel gegangen, ich bin ganz überwältig“, sagt die Frau und lächelt gerührt. Ein Mann, der mit Frau und Kleinkind da ist, kündigt fröhlich an: „Wir kommen nächstes Mal wieder!“

Die Ausgabe ist schnell vorbei, viele Kisten sind übrig. Die Lebensmittel bringt die Tafel am Nachmittag zu Einrichtungen wie Obdachlosentreffs oder Flüchtlingsunterkünften. „Den Rest nehmen wir morgen mit zur Ausgabe in Mühlenberg“, sagt Keßler.

Von Johanna Stein

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  • Besonderheit: Am Entenfangweg hatte das Stahlbauunternehmen Louis Eilers seinen Firmensitz. Mittlerweile ist daraus ein Museum geworden, das Besuchern unter dem Motto „Mobile Welten" Technik näherbringen will. Der Wasserturm der ehemaligen Stahlfabrik steht unter Denkmalschutz und ist das Wahrzeichen des Stadtteils.