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Leinhausen Eltern fürchten Gift unter Spielplatz
Hannover Aus den Stadtteilen Leinhausen Eltern fürchten Gift unter Spielplatz
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02:15 30.04.2016
Vielfältig belastet: Der Spielplatz Heimatweg.Foto: Moers
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Leinhausen

Batterien, Gummilösungen, Bauschutt und eine Reihe weiterer Industrie- und Gewerbeabfälle finden sich im Boden unter dem Spielplatz Heimatweg. Die Nachricht, dass die beliebte Grün- und Spielfläche zwischen der Wohnstraße und dem Westschnellweg gleich vielfältig belastet ist, sorgte auf einer Informationsveranstaltung der Stadt jüngst für Aufregung unter den Anwohnern des Quartiers in Leinhausen. Obwohl ein Gutachten der Stadt bereits 2006 Belastungen oberhalb der selbst gesetzten höheren Anforderungen für Kinderspielflächen festgestellt hat, blieben eine Bodensanierung und erneute Messungen bis heute aus. Kinder und Jugendliche nutzen die Grünfläche weiterhin als Bolzplatz. „Wie belastet ist der Spielplatz Heimatweg wirklich?“, fragen sich nun viele Eltern.

„Eine Gesundheitsgefährdung für Menschen, die sich auf dem Gelände aufhalten, besteht nach derzeitigem Kenntnisstand nicht“, erklärte Stadtsprecher Dennis Dix auf eine Anfrage dieser Zeitung. 2006 fand zuletzt eine Untersuchung statt, die ausschließen konnte, dass beim Berühren oder Verschlucken des Bodens Gefahr für die Gesundheit besteht.

Gleichwohl bestätigt der Sprecher, dass bei Bodenuntersuchungen auf der als Bolzplatz genutzten Grünfläche in den Jahren 1992, 2006 und 2015 Belastungen mit Blei und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) gemessen wurden. Der Spiel- und Bolzplatz soll nun gegen Ende des Monats neu überprüft werden. „Grund dafür ist, dass das Gutachten von 2006 nicht den erhöhten Anforderungen der Landeshauptstadt an die Untersuchung einer Kinderspielfläche genügt“, so Dix. Die erneute Untersuchung war scheinbar bereits seit Längerem im Rahmen eines Altlastenprogramms vorgesehen. Dass sie ausgerechnet kurz nach der Informationsveranstaltung stattfindet, habe damit nichts zu tun. Die Ergebnisse werden Ende Juni 2016 erwartet.

Um die grundsätzliche Belastung der Grünfläche wussten viele Anwohner bereits seit Jahrzehnten. Zwischen 1930 und 1988 wurde hier eine ehemalige Tongrube mit Industrie- und Gewerbeabfällen aufgefüllt. Anlieger Tahsin Körümec hatte im Vorfeld etwa 150 Unterschriften gegen den geplanten Wohnheimbau gesammelt und bei der Stadt eingereicht. „Fast alle hier haben unterschrieben“, sagt er. In ihrem Schreiben an die Stadt machten die Anwohner auch auf die Belastung aufmerksam. „Es hieß immer, das ist hier so verseucht, dass niemals gebaut werden kann“, meldete sich ein irritierter Anwohner in der Informationsveranstaltung zum Wohnheimbau zu Wort. Bevor im Ost-Teil der Grünfläche ab Juni 2016 ein Wohnheim für etwa 123 Flüchtlinge entsteht, muss der Boden an der Stelle etwa einen Meter tief gegen sauberen Boden ausgetauscht werden. Der Spielplatz soll erhalten bleiben, bis auf Weiteres mit altem Fundament. Von Mario Moers

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