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Leinhausen Enercity baut Kraftwerk aus Autobatterien
Hannover Aus den Stadtteilen Leinhausen Enercity baut Kraftwerk aus Autobatterien
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08:00 04.02.2017
Der im Bau befindliche Batteriespeicher bündelt künftig die Energie von 3000 Akkus von Elektrofahrzeugen. Quelle: Mario Moers
Hannover

Das Prinzip ist so einfach wie genial. In einer unscheinbaren weißen Industriehalle auf dem Gelände des Kraftwerks Herrenhausen entsteht in diesen Tagen der vermutlich größte Akku der Stadt. Der Batteriespeicher soll helfen, Schwankungen im Stromnetz, etwa bei Spitzenlasten, auszugleichen. Der Clou: Die Anlage nutzt dafür die Energie aus 3000 Batteriemodulen, die eigentlich aus der Produktion für Smart-Elektrofahrzeuge von Mercedes Benz stammen.

Innovative Zwischennutzung

Nach der effektiven Lagerung in Herrenhausen werden die Module ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt. Die innovative Zwischennutzung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kraftwerkbetreibers Enercity und der Daimler -Tochter Mercedes Benz Energy. Der Autohersteller erspart sich auf diese Weise den Bau eigener Anlagen für den aufwendigen Erhalt neu produzierter Akku-Ladung. Für Enercity ist der Speicherbau ein Baustein auf dem bereits eingeschlagenen Weg, das mehr als 100 Jahre alte Kraftwerk zu einem Multifunktions-Standort umzubauen.

Netzfrequenz wird optimiert

Kraftwerk Herrenhausen sichert Energieversorgung der Stadt

Das Kraftwerk Herrenhausen ist eins von drei innerstädtischen Heizkraftwerken, mit denen das Energieversorgungsunternehmen Enercity die Strom- und Fernwärmeversorgung der Stadt sicherstellt. Außer dem Batteriespeicher plant der Energieversorger in den kommenden Jahren die Realisierung einer Reihe weiterer Vorhaben auf dem alten Kraftwerksgelände.

So wurde bereits ein ungenutzter Öltank zu einem Fernwärmespeicher umgebaut. Die gigantische 21 Meter hohe „Isolierkanne“ liegt direkt am Leinhäuser Weg und hält etwa 12.500 Kubikmeter Wasser konstant 98 Grad heiß. Bei Wärmebedarf während Zeiten hoher erneuerbarer Stromproduktion erspart der Speicher das Anfahren des Kraftwerks. Darüber hinaus hilft er, Bedarfsspitzen zu decken.

2018 soll auf einem Teil des Areals ein neues Enercity-Ausbildungszentrum entstehen. Die Elektro- und Metallbauzüge der Ausbildung bei Enercity haben hier heute schon ihre Werkstätten.

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Bei zunehmenden Schwankungen der Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien, wie Wind und Sonne, dienten solche Speicher dazu, die Netzfrequenz optimal auszuregeln und konstant zu halten, erläutert der Enercity-Sprecher Carlo Kallen den Nutzen des im Bau befindlichen Speichers. Voraussichtlich schon im Februar sollen die ersten Fahrzeug-Akkus geliefert und miteinander verbunden werden.

Die Leistung der 15-Megawatt-Anlage wird nach der Inbetriebnahme auf dem deutschen Markt für eine sogenannte Primärregelleistung angeboten.

Der Speicher ist also nicht bloß ein Experiment, sondern auch eine Einnahmequelle für das Energieunternehmen.

Zuschaltbare Lasten über den im Bau befindlichen Batteriespeicher stabilisieren das Energiesystem und vermeiden Effizienzverluste. Derzeit wird diese Aufgabe noch überwiegend von fossilen Kraftwerken, wie dem in Herrenhausen, übernommen.

Kraftwerk deckt Spitzenbedarf

In dem Herrenhäuser Kraftwerk selbst wird seit dem vergangenen Jahr kein Strom mehr produziert. Der Betrieb lohnte sich nicht mehr. Stattdessen deckt das imposante Industriedenkmal nun Spitzenbedarfe der Fernwärmeversorgung, etwa im Winter, ab.

Von Mario Moers

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