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Limmer Akademie will Abriss des Fössebads
Hannover Aus den Stadtteilen Limmer Akademie will Abriss des Fössebads
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00:15 02.04.2016
Von Juliane Kaune
Das Außengelände des Bades liegt seit Jahren brach. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Große Verwirrung im Stadtbezirk hat die Otto-Brenner-Akademie ausgelöst. Auf der Internetseite des gewerkschaftsnahen Bildungsvereins taucht der Vorschlag auf, das Fössebad abreißen zu lassen. Das Gelände könnte für sozialen Wohnungsbau reserviert werden, heißt es in einem online veröffentlichten Thesenpapier. Als Ersatz für die Freibadesaison ließe sich das Volksbad Limmer erweitern. Als Alternative für das Hallenbad schwebt der Akademie eine kostenträchtige Lösung vor: Am Standort des Freizeitheims könnte ein neu erbautes Stadtteilzentrum mit Schwimmbecken, Wellness, öffentlichen Dienstleistungen, Bibliothek und einem Lernort für politische Bildung entstehen.

Eike Geffers, Fraktionschef der SPD im Bezirksrat Linden-Limmer, gibt einen knappen Kommentar zu dem Ansinnen der Akademie: „Ich verstehe nicht, was der Unsinn soll.“ Mit dem Vorschlag, das Fössebad abreißen zu lassen und am derzeitigen Standort keine Freibademöglichkeit mehr anzubieten, werde eine jahrelange Diskussion im Stadtbezirk „auf null zurückgesetzt“. Bezirksrat, Förderverein und viele Bürger hatten sich vehement dafür eingesetzt, das sanierungsbedürftige Bad am angestammten Standort zu erhalten - und die Ratspolitiker überzeugt. Beschlossen ist, dass die Bauarbeiten 2017 starten sollen. Nach HAZ-Informationen läuft eine Machbarkeitsstudie, ob das alte Bad saniert werden soll oder ein Neubau an gleicher Stelle langfristig die wirtschaftlichere Lösung ist. In beiden Fällen würde das Fössebad ein kombiniertes Hallen- und Freibad bleiben.

Dem Vernehmen nach hat die Akademie ihre Vorschläge auch an den Bezirksrat, den Stadtrat und die Verwaltung verschickt. Das Netzwerk Archive Linden-Limmer, das im Internet neben anderen als Unterzeichner des Thesenpapiers auftaucht, hat sich in einer Pressemitteilung inzwischen ausdrücklich von der Idee distanziert, das Fössebad zu planieren.

Reinhard Schwitzer, Vize-Vorsitzender der Akademie, bemüht sich, die Wogen zu glätten. Der Neubau eines Stadtteilzentrums sei „eine Vision“, betont er. Es gehe keinesfalls primär darum, das Fössebad zu opfern. Der Vorschlag stehe im Kontext mit der Diskussion um einen „Lernort Linden“. Die Akademie sucht Räume für ein solches Projekt - ein interaktives Bürgerarchiv zu Themen wie Migration und Arbeitergeschichte. Bisher gingen die Überlegun- gen allerdings dahin, die leer stehenden Bibliotheksräume im Freizeitheim zu nutzen. Nun ist für die Akademie offenbar auch Größeres vorstellbar. In jedem Fall gilt: Die Stadt hat zurzeit kein Geld für Sanierung und Umbau des Freizeitheims - und für einen Neubau erst recht nicht.

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