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Bekommt das neue Fössebad doch noch ein Außenbecken?

Limmer Bekommt das neue Fössebad doch noch ein Außenbecken?

Es ist einer der zentralen Streitpunkte in der Diskussion um den Neubau des Fössebads: Soll der Neubau ein Außenbecken enthalten, oder nicht? Eigentlich sehen die aktuellen Pläne keinen Außenschwimmbereich vor, aber die Ratsfraktion der Grünen hält sich ein Hintertürchen offen.

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Die Stadt plant das defekte Außenbecken zuzuschütten.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Eine Woche vor der entscheidenden Abstimmung des Rates über den Neubau des Fössebads sind die Chancen gestiegen, dass das Traditionsbad doch noch ein Außenbecken bekommt - zumindest in ein paar Jahren. In den aktuellen Neubauplänen ist ein Freibad nicht vorgesehen, und das hat viel Unmut im Bezirksrat und bei den Grünen erzeugt. Die grüne Ratsfraktion ist nun entschlossen, im Frühjahr 2019 den Bau eines Außenbeckens zu beantragen.

Chéz Heinz will Bad-Altbau retten

Wenn das marode Fössebad in ein paar Jahren abgerissen wird, bedeutet das auch das Aus für den Musikclub Béi Chéz Heinz, zumindest am derzeitigen Standort im Keller des Gebäudes. Dagegen protestieren die Betreiber. „Warum kann der Altbau nicht bleiben – neben der neuen Schwimmhalle?“, fragt Geschäftsführer Jürgen Grambeck. Damit gewönne auch die Stadt Hannover Platz für Kulturveranstaltungen. „Man könnte in dem Bau Ausstellungen zeigen“, sagt Grambeck. Abbruchkosten von rund 600.000 Euro würde die Stadt sparen. In der Ratspolitik wird die Idee als wenig realistisch eingeschätzt. Denn auch in den maroden Altbau müsste viel Geld investiert werden, etwa für den Brandschutz. Die Stadt hat angeboten, dem Club bei der Suche nach neuen Räumen zu helfen.

asl

„Nach Fertigstellung der Schwimmhalle könnte 2022/2023 ein neues Freibad entstehen“, sagt Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert. Ob er damit auch seine Kollegen von SPD und FDP überzeugt, bleibt abzuwarten. „Das Fössebad wird ein familienfreundliches Bad, und dem steht auch der Wegfall des Außenbeckens nicht entgegen“, sagt SPD-Sportpolitiker Angelo Alter. Dennoch hat sich auch die SPD ein Hintertürchen für einen Freibadbau offengelassen. Mit Grünen und FDP fordern die Sozialdemokraten die Stadt auf, zumindest die nötigen Leitungen und Anschlüsse für ein Außenbecken zu verlegen. Diesen Antrag hat der Sportausschuss bereits beschlossen.

Stadt will Außenbecken zuschütten

Die ursprünglichen Pläne der Stadt sehen vor, das alte Fössebad abzureißen und durch einen rund 20 Millionen Euro teuren Neubau zu ersetzen. Die Schwimmhalle soll ein wettkampftaugliches 50-Meter-Becken bekommen. Tribünen werden Platz für Zuschauer bei internationalen Wettkämpfen bieten. Das seit Langem defekte Außenbecken will die Stadt zuschütten. Das Freigelände soll aber Liegefläche bleiben, im Sommer wird die Halle weiträumig geöffnet.

Der Betreibergesellschaft des Fössebads kommt es nicht auf ein Freibad an. Ihr geht es vor allem um eine Erweiterung des Hallenbeckens auf 50 Meter. „Wir brauchen mehr Fläche für Schulen und Schwimmkurse“, sagt Bernd Seidensticker vom Verein Waspo 98. Der Verzicht auf das Freibad hat das Ampel-Bündnis im Rat vor eine Zerreißprobe gestellt. Die Grünen konnten ihre Reihen nur schließen, weil sie sich einigten, für 2019 einen Antrag auf den Freibadbau einzubringen.

Kein Bauland für Wohnhäuser

Noch aus einem anderen Grund fühlen sich die Befürworter eines Freibads derzeit im Aufwind. Die Stadt verzichtet darauf, einen Teil des Außengeländes als Bauland für Wohnhäuser zu vermarkten. Eine Prüfung habe ergeben, dass eine Wohnbebauung baurechtlich unmöglich sei, sagt Stadtsprecher Udo Möller. So entstehe mehr Platz für eine „familiengerechte Ausstattung des Außenbereichs“. Es sprechen wohl Lärmschutzgründe gegen Wohnungen, vor allem wenn die Halle geöffnet wird. Die Grünen rechnen sich den Schwenk als politischen Erfolg an. „Mit einer Wohnbebauung wäre ein Freibad unmöglich geworden“, sagt der Grünen-Ratsherr Daniel Gardemin, zugleich Fraktionschef im Bezirksrat.

Eigentlich wollte die Stadt den Verkaufserlös des Areals von rund einer Million Euro in den Badneubau stecken. Jetzt soll die Summe durch „Verschiebungen“ im Etat aufgebracht werden.

Bei der Abstimmung über das Fössebad im Rat am Donnerstag, 28. September, dürfte die Ampel-Mehrheit gesichert sein.

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Limmer in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
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