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Limmer Das Conti-Gelände ist bereit für die Wasserstadt
Hannover Aus den Stadtteilen Limmer Das Conti-Gelände ist bereit für die Wasserstadt
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00:15 05.03.2016
Der Conti-Turm wird der Wasserstadt als Wahrzeichen erhalten bleiben. Und auch die Produktionshallen bleiben stehen. Wie sie verwendet werden, ist noch unklar. Quelle: Dröse
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Hannover

Für den ersten der fünf Bauabschnitte im Neubaugebiet Wasserstadt Limmer zeichnet sich ein Zeitplan ab: Voraussichtlich Mitte Juni gehen der Bebauungsplan und der städtebauliche Vertrag mit dem Investor, der zum Unternehmen Papenburg gehörenden Wasserstadt Limmer Gesellschaft, zur Beratung in die politischen Gremien. Vorher muss noch die Region Hannover das einstige Conti-Gelände offiziell zur Bebauung freigeben - die Beseitigung von Industrieabfällen im Boden ist inzwischen abgeschlossen. Das Baugebiet ist also bereit für neue Wohnhäuser. Allerdings sind noch etliche Fragen offen, die nicht direkt mit dem Wohnungsbau zu tun haben.

Bürgerbeteiligung: Im vorigen Jahr ging der Bürgerdialog zu Ende, den die Stadt nach Protesten vieler Limmeraner initiierte. 2014 hatte die Stadtverwaltung vorgeschlagen, dass die Wasserstadt kein beschauliches Wohngebiet mit rund 600 Einfamilienhäusern sein soll, sondern ein neuer Stadtteil mit 2000 Wohneinheiten für bis zu 5000 Bewohner. Mit der Größe hatten viele Anwohner ein Problem; der Bürgerdialog sollte auch Fragen und Vorschläge aus Limmer aufgreifen. Ein Ergebnis war die Schaffung eines Runden Tischs. In diesem Gremium beraten Vertreter der Bürgerinitiative (BI) Wasserstadt, Anwaltsplaner, Investoren und Stadt gemeinsam über die Bebauung des ersten Bauabschnitts. In der jüngsten Sitzung der Sanierungskommission Limmer beantragte Bürgermitglied Martin Zierke, dass sowohl der Runde Tisch als auch die Anwaltsplanung fortgesetzt werden sollen. Die Anwaltsplaner Sid Auffarth und Mark Hömke beraten als Experten die BI und vertreten deren Interessen gegenüber Investor und Stadt. Doch bislang sind sowohl ihr Einsatz als auch der Runde Tisch nur für die Vorbereitung des ersten Bauabschnitts festgelegt. Das Ende wäre demnach für Herbst absehbar, wenn das Planverfahren abgeschlossen wird. „Es sollte aber auch danach keine Rechtsunsicherheit bei Anwohnern geben“, sagte Zierke. Auch für die anderen vier Bauabschnitte sollten die Bürgerbeteiligung in einem Runden Tisch und die Betreuung durch Anwaltsplaner verbindlich vorgeschrieben werden. Dem stimmte die Kommission mehrheitlich zu.

Verkehrsplanung: Wie berichtet, plädiert die Bürgerinitiative dafür, das die Stadt möglichst rasch ein Verkehrskonzept für Limmer vorlegt. Immerhin sollen zwar keine 2000 Wohneinheiten mehr gebaut werden, aber mit bis zu 1800 Wohneinheiten liegt die 2015 vom Rat der Stadt beschlossene Quote deutlich über dem Votum des Bürgerdialogs und des Bezirksrats Linden-Limmer - die hatten maximal 1200 Wohnungen gefordert. Mithin kommen Tausende neue Bewohner in den Stadtteil. Auch das neue Gymnasium, das derzeit an der Wunstorfer Straße entsteht, zieht zusätzlichen Verkehr nach Limmer. Die Limmeraner wünschen sich verkehrsberuhigende Maßnahmen, darunter die Entwidmung der Wunstorfer Straße als Bundesstraße. Über diese Entwidmung verhandeln die Stadt und das Land Niedersachsen derzeit. Die SPD-Fraktion im Bezirksrat will das Ergebnis der Verhandlungen abwarten und erst dann ein Verkehrskonzept einfordern. Für dieses Abwarten plädierte auch die Mehrheit in der Sanierungskommission. Der Antrag der Bürgervertreterin Anja Niezel, das Konzept schon jetzt anzuschieben, wird frühestens im April erneut diskutiert. Die Pläne für den Bau eines Radschnellweges zwischen Wasserstadt und City sind ebenfalls noch nicht fertig. Derzeit würden noch Varianten geprüft, teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage Zierkes mit. Bis zur politischen Sommerpause könnte es neue Details geben.

Stadtbahnverlängerung: Voraussichtlich im März legt die Üstra ein Gutachten vor, in dem geprüft wird, ob die Verlängerung der Stadtbahn bis Limmer und weiter nach Ahlem-Nord ökonomisch vertretbar ist. Der Ausbau der Linie 10 ist unter anderem an die Wohnbebauung in der Wasserstadt gekoppelt. Jüngste Idee der Stadt ist der Bau eines Hochbahnsteigs auf dem ehemaligen Conti-Parkplatz südlich der Wunstorfer Straße.

Industriedenkmäler: Sowohl der Conti-Turm als auch die früheren Produktionshallen am Lindener Stichkanal sind geschützt. Neben der bereits sanierten Direktorenvilla sind das die einzigen Conti-Gebäude, die bislang vom Abriss verschont blieben. Vor allem die Hallen sind deutlich verfallen. Ob und wie sie modernisiert und genutzt werden können - das ist noch völlig offen. Bislang gibt es allenfalls vage Zusagen seitens der Investoren, die Gebäude zu erhalten. Eine schnelle Klärung ist nicht in Sicht: „Das wird frühestens mit dem dritten Bauabschnitt ein Thema“, sagte Stadtplanerin Elke Kümmel. Das dauert noch einige Jahre.

Marcel Schwarzenberger

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