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Limmer Fössebad: Droht Betreiber Waspo die Kündigung?
Hannover Aus den Stadtteilen Limmer Fössebad: Droht Betreiber Waspo die Kündigung?
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00:15 05.03.2017
Von Juliane Kaune
Die Finanzierung des Fössebad-Neubaus könnte das Ende für die aktuellen Betreiber bedeuten. Quelle: Uwe Dillenberg (Archiv)
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Hannover

Droht dem Wassersportverein Waspo, der seit 24 Jahren das Fössebad betreibt, die Kündigung? Nach Informationen dieser Zeitung erwägt die Stadt, der privaten Betriebsgesellschaft, die von Waspo und Universitätssportclub gebildet wird, die Verträge aufzukündigen. Grund sind rechtliche Hürden bei der Finanzierung des geplanten Badneubaus. „Wir wissen nicht, woran wir sind“, empört sich Waspo-Vorsitzender Bernd Seidensticker. „Wenn man uns hier wirklich rauskegelt, wäre das ein Skandal - dann wird Linden mobilisiert.“

Die Planungen der Stadt gehen ebenso wie die Wünsche von SPD und Grünen im Stadtrat dahin, das Fössebad mit einem 50-Meter-Becken für 25 Millionen Euro neu zu bauen. Weitere 20 Millionen Euro will die Stadt für den Neubau des Misburger Bades ausgeben. Im Bäderprogramm stehen insgesamt aber nur 42 Millionen Euro für die Sanierung aller städtischen Bäder bereit. Daher sind für die beiden Neubauten alternative Finanzierungsmodelle in Vorbereitung. Während das Bad in Misburg aus einem Sonderinvestitionsprogramm bezahlt werden soll, will die Stadt den Fössebad-Neubau über eine öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) stemmen. Das bedeutet, ein Investor errichtet das Bad, und die Stadt zahlt ihm eine Kaufmiete. Diese Konstruktion sei rechtlich aber nur wasserdicht, wenn die Stadt das Bad selbst betreibt - so verlautet es aus der SPD.

Waspo verlangt Antworten

„Uns hat niemand erklärt, warum das Sinn machen soll“, sagt Waspo-Chef Seidensticker. Seit 1993 führe die Betriebsgesellschaft das Fössebad „überaus erfolgreich“. Das hätten externe Gutachter bestätigt. „Die Stadt zahlt uns nur einen jährlichen Zuschuss von 395 000 Euro - für eine solche Summe könnte sie die Anlage selbst gar nicht betreiben. Das klappt bei uns nur, weil jeder mit anpackt.“ Die Betriebsgesellschaft verlange nun, dass die Ratspolitiker Rede und Antwort stehen.

Die Stadt will sich nicht näher äußern. Bis Anfang April solle dem Rat eine Drucksache mit allen Details zur Entscheidung vorgelegt werden, heißt es. Dem Vernehmen nach geht es auch darum, dass die Stadt als Badbetreiber steuerliche Vorteile geltend machen könnte. Hannovers Grünen-Chef Daniel Gardemin versucht, die Wogen zu glätten. Die „gute Arbeit“ von Waspo stehe außer Frage. Es müsse Möglichkeiten geben, die Verträge so zu gestalten, dass der Verein auch nach der Fertigstellung des Bades durch einen Investor als Betreiber im Boot bleibt. Auch Eike Geffers, SPD-Fraktionschef im Bezirksrat, hofft, dass das Problem schnellstmöglich gelöst werden kann. Beide sind sich einig: Nach jahrelanger Diskussion soll der Neubau des Fössebades 2018 endlich starten.

Ein denkbar schlechter Stil

Nach jahrelanger Debatte gibt es endlich eine Perspektive für das Fössebad: Alle Beteiligten sind sich einig, dass ein Neubau mit 50-Meter-Becken die zukunftsfähigste Lösung ist. Auch die Finanzierung der nötigen 25 Millionen Euro schien auf einem guten Weg zu sein. Doch nun tauchen rechtliche Hürden auf, die das von der Verwaltung bevorzugte Konzept einer öffentlich-privaten Partnerschaft erheblich verkomplizieren. Das ist ein derber Rückschlag für alle, die sich auf einen zügigen Baubeginn gefreut hatten. Dass ausgerechnet Badbetreiber Waspo, seit Jahren souverän im Fössebad am Ruder, den Kürzeren ziehen soll, ist nicht mehr nachvollziehbar. Warum ist bisher niemandem aufgefallen, dass ein neues Bad, das von einem privaten Investor gebaut wird, von der Stadt betrieben werden muss, damit es keine juristischen Komplikationen gibt? Die Problematik ist schwer zu durchschauen. Eine Begründung, wo die tatsächlichen Schwierigkeiten liegen, sind Stadt und Ratspolitiker den Waspo-Mitgliedern bisher schuldig geblieben. Die sind zu Recht empört. Aus der Zeitung zu erfahren, dass eine Kündigung der Betreiberverträge im Raum steht, ist ein denkbar schlechter Stil. Die Verantwortlichen müssen die Gemengelage transparent machen – und eine Lösung anbieten, die nicht denen schadet, die sich seit Jahren für das Fössebad engagieren.

Ein Kommentar von Juliane Kaune

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