Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Gremien billigen Wasserstadt-Pläne

Limmer Gremien billigen Wasserstadt-Pläne

Leicht haben sich der Bezirksrat Linden-Limmer und die Sanierungskommission Limmer die Entscheidung nicht gemacht: Gut drei Stunden debattierten beide Gremien über die weiteren Planungen für den ersten Abschnitt des Neubaugebiets Wasserstadt.

Voriger Artikel
Umbau der Wunstorfer Straße kostet Nerven
Nächster Artikel
Hier können Sie gemeinsam mitfiebern

Großprojekt am Stichlkanal: Auf dem ehemaligen Conti-Gelände entsteht bald die Wasserstadt,

Quelle: Christian Link (Archiv)

Limmer. Zwar blieben aus Sicht der Mandatsträger Fragen offen - vor allem zum Verkehrskonzept, zur Radwege- und Grünflächenplanung sowie zur Qualitätskontrolle der Baustandards. Dennoch billigten Bezirksrat und Kommission mit deutlicher Mehrheit den von der Stadt vorgelegten Bebauungsplan und den städtebaulichen Vertrag mit dem Eigentümer des Geländes. Die Fraktion der Linken und der parteilose Einzelvertreter Jörg Schimke stimmten gegen beide Drucksachen.

„Wir tragen die Pläne trotz einiger Bauchschmerzen mit“, sagte Eike Geffers, Chef der SPD-Bezirksratsfraktion. Im Stadtbezirk würden dringend Wohnungen gebraucht. Der Start der Wasserstadt-Bebauung sei „ein Riesenschritt nach vorn“. Zunächst soll auf der Halbinsel zwischen Leineabstiegskanal und Stichkanal Linden ein 100 000 Quadratmeter großes Gelände im Osten in Angriff genommen werden. 515 Wohnungen, ein 1400 Quadratmeter großer Lebensmittelmarkt und eine Kita sind im ersten von fünf Bauabschnitten geplant. Insgesamt sollen bis zu 1800 Wohnungen entstehen. Bezirksrat und Sanierungskommission hatten sich stets für eine Obergrenze von 1200 Wohnungen ausgesprochen, um das Gebiet nicht zu stark zu verdichten. Reihen- und Stadthäuser werden ebenso errichtet wie Mehrfamilienhäuser. Neben einem hohen Anteil drei- und viergeschossiger Bauten wird es auch zwei Häuser mit sieben beziehungsweise acht Etagen geben - was die Gremien kritisch sehen.

In der jüngsten Debatte standen vor allem vier Kernpunkte im Fokus:

Sozialer Wohnungsbau: Gemäß des städtebaulichen Vertrags, den die Stadt und die Wasserstadt Limmer GmbH (WLG) als Besitzerin des Geländes vereinbaren wollen, muss es 20 Prozent sozial geförderten Wohnraum geben. Die örtlichen Gremien wollen dagegen erreichen, dass die Quote auf 30 Prozent angehoben wird. „Dies muss für alle Baufelder gelten, auch für die bevorzugten Lagen direkt am Wasser“, betonte Daniel Gardemin, Chef der Grünen-Bezirksratsfraktion. Eine große Mehrheit fand auch die Forderung der Grünen, private Baugruppen bei der Vergabe der Grundstücke zu bevorzugen - wenn im Vergleich mit Wohnungsbaufirmen gleichwertige Kaufangebote vorliegen.

Grünflächen und Radwege: Laut Vertrag muss die WLG rund 1,9 Millionen Euro für die Gestaltung der Grünanlagen im ersten Bauabschnitt zahlen. Im Bebauungsplan ist festgehalten, dass parallel zum Leineabstiegskanal Platz für eine Uferverbindung gelassen werden soll, die zum „schnellen Radweg“ ausgebaut werden kann. Noch gehört diese Fläche der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes - sie müsste von der Stadt erworben werden. Bezirksrat und Kommission sehen einen solchen Radweg kritisch, ebenso wie die Bürgerinitiative (BI) Wasserstadt. „Für einen Radschnellweg ist kein Platz“, erklärte Uwe Staade von der BI. Die Gremien beschlossen mehrheitlich, dass stattdessen ein leicht geschwungener, kombinierter Rad- und Fußweg geplant wird.

Verkehrskonzept: Die BI fordert, dass die Stadt schnellstmöglichst ein Gesamtkonzept vorlegt, damit Limmer für den Zuzug der Wasserstadt-Bewohner gewappnet ist. Auch aus Sicht von Bezirksrat und Sanierungskommission ist die Verwaltung bei den Verkehrsfragen noch Antworten schuldig. Der parteilose Bezirksratsherr Schimke verweigerte deswegen seine Zustimmung zu Bebauungsplan und städtebaulichem Vertrag: „Ohne ein schlüssiges Verkehrskonzept kann ich diese Entscheidungen nicht mittragen.“

Fest steht, dass die Stadt die Wunstorfer Straße auf etwa 300 Metern am Zugang zur Wasserstadt zur Tempo-30-Zone machen will - obwohl es sich um eine Bundesstraße handelt. Die örtlichen Politiker setzen sich dafür ein, diesen Status aufzuheben und den Durchgangsverkehr über die Carlo-Schmid-Allee umzuleiten. Noch offen ist, ob die Wasserstadt eine Stadtbahnanbindung bekommt; dies soll ein Gutachten klären. In jedem Fall muss die Stadt 400 000 Euro für Bauarbeiten an Wunstorfer Straße und Sackmannstraße zahlen, über die das Areal erschlossen wird.

Weitere Schritte: Wenn es im Planverfahren keine unüberwindbaren Einsprüche gibt, könnte zum Jahresende die Erschließung des Geländes beginnen - und 2017 der Wohnungsbau starten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Limmer
So schön ist Hannover-Limmer
Limmer in Zahlen
  • Stadtbezirk : Linden-Limmer, 10. Stadtbezirk in Hannover
  • Stadtteile: Linden-Mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer
  • Einwohner: Im Stadtbezirk ca. 43.164 Einwohner
  • Einwohner je Stadtteil: Linden-Mitte (11.843 Einwohner), Linden-Nord (16.080 Einwohner), Linden-Süd (9.326 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 5.277 Einwohner je km²
  • Postleitzahl : 30449, 30451, 30453
  • Geschichte: Limmer trägt seinen Namen vom Castrum Limbere des Grafen Konrad von Roden.
Ein Hauch von Venedig an der Leine

Für die Schönheit seiner Architektur ist Hannover nicht gerade berühmt. Doch wer genauer hinschaut, der wird staunen. Bilder aus dem Archiv des HAZ-Fotoreporters Wilhelm Hauschild (1902-1983).

„Hannover – eine Stadt in Bildern"

Mit der Facebook-Seite "Hannover in Bildern" zeigen die hannoverschen Hobbyfotografen Nassim Hasan und Ismail Tuzhaev die schönsten Seiten der niedersächsischen Landeshauptstadt. HAZ.de zeigt eine Auswahl ihrer Bilder.